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Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 16.01.07

Europäische Tagung "Music - Safe and Sound": Vorsorge gehört zum guten Ton

Musik geht nicht nur ins Ohr, sondern auch in den Bauch. Das Gefühl macht deshalb für viele Schaffende im Musik- und Unterhaltungssektor ihren Beruf zur Berufung. Doch das Ergebnis ihres künstlerischen Ausdrucks birgt ein Risiko für ihr wichtigstes Werkzeug: Lärmschwerhörigkeit und andere Gehörerkrankungen durch dauerhafte und hohe Beanspruchung ihres Gehörs. Der Schutz des Gehörs steht deshalb im Mittelpunkt der Tagung "Music - Safe and Sound", die am 16. und 17. Januar 2007 in der DASA in Dortmund stattfindet. An der Europäischen Tagung zur Gehörprophylaxe in der Musik- und Unterhaltungsindustrie nehmen rund 150 Experten und Betroffene aus acht Nationen teil.

Im Hintergrund der Tagung steht die Arbeitsschutz-EG-Richtlinie Physikalische Agenzien, Lärm 2003/10 EG, die ausdrücklich die Beschäftigten des Musik- und Unterhaltungssektors einbezieht. Doch dieser Auftrag lässt sich nicht mit den herkömmlichen Ansätzen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes bewältigen. Der satte Sound beim Rockkonzert oder das Fortissimo des vollen orchestralen Einsatzes ist durchaus gewünscht oder gar unverzichtbar, bewegt sich jedoch jenseits der gesundheitlich zuträglichen Lautstärke. Lärmminderung an der Quelle scheidet dennoch als Maßnahme häufig aus. Die Vorträge der Tagung aber machen deutlich, dass es Wege aus diesem Dilemma gibt. Ein Königsweg ist zwar nicht vorhanden, doch gibt es eine Reihe technischer und organisatorischer Maßnahmen, durch die sich die Gefährdung des Gehörs verringern lässt. Der Praxis fehlen zurzeit häufig Informationen, um das geeignete Mittel der Wahl zu finden.


Innerhalb der verschiedenen Sparten des Musik- und Unterhaltungssektors verfolgt der Arbeits- und Gesundheitsschutz durchaus verschiedene Ansätze. Im Bereich der klassischen Musik lässt sich die Lärmbelastung im Orchestergraben durch raumakustische bautechnische Maßnahmen verringern. Auch hat sich der richtige Einsatz von Schallschirmen bewährt. Beim "In-Ear- Monitoring" hört der Bühnenmusiker die gespielte Musik per Stöpselkopfhörer statt über die Beschallungsanlage. Lässt sich die Lautstärke am Ohr begrenzen und ist die Wiedergabe zufriedenstellend, eignet sich dieses Instrument besonders bei den "lauteren" Bühnenmusikern. In Discos und bei Partys klettert der Schallpegel im Laufe der Nacht langsam aber stetig. Dieser Effekt lässt sich durch konsequente Pegelüberwachung und ein dynamisch gestaltetes Musikprogramm vermeiden.

Ein ganz wesentlicher Aspekt für alle Beschäftigten im Musik- und Unterhaltungssektor ist die arbeitsmedizinische Vorsorge des Gehörs. Viele Musiker scheuen den Gang zur audiometrischen Untersuchung, vielleicht aus Angst vor dem Untersuchungsergebnis. Doch Lärmschwerhörigkeit ist nicht heilbar. Früh genug erkannt, lässt sich dieser Prozess aber durch entsprechende Maßnahmen aufhalten. Dazu gehört auch Ruhe während der Erholpausen zwischen den Proben und Auftritten. Wer sich bereits zu Beginn seiner musikalischen Karriere an Gehörschutz gewöhnt, beherrscht sein Instrument auch mit den "Stöpseln" im Ohr.

Musik lässt sich am besten mit einem gesunden Gehör genießen. Darum werden die Erkenntnisse und Forderungen der Tagung "Music - Safe and Sound" bei Musikern auf keine tauben Ohren stoßen.

Weitere Informationen:


Jörg Feldmann, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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