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Deutsches Primatenzentrum, 30.03.06

EU-Projekt EUPRIM-NET - Federführung: Deutsches Primatenzentrum DPZ

Am 1. April fällt der Startschuß für den Aufbau eines Netzwerkes europäischer Primatenzentren. Ziel des European Primate Network (EUPRIM-NET) ist es, der europäischen Wissenschaft die vorhandenen Infrastrukturen zu Nutzung anzubieten, Ressourcen bereitzustellen, das Methodeninventar zu standardisieren und optimieren, sowie die spezifischen Kompetenzen zu bündeln. Dabei steht der Tierschutzgedanke im Vordergrund.

Das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen. Im Vordergrund das Verwaltungs- und Laborgebäude mit dem Tierhaus, im Hintergrund die Quartiere mit ihren Außengehegen. Dazwischen liegt das Institut für Tierphysiologie der Universität.

Die erste Phase dieses Projektes erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Jahren und wird von der Europäischen Union (EU) mit insgesamt 4.77 Millionen Euro gefördert. Die Initative dazu ging vom Deutschen Primatenzentrums DPZ aus, das auch die Koordination der Netzwerkaktivitäten übernimmt. Sprecher von EUPRIM-NET ist Prof. Dr. Stefan Treue, Direktor des DPZ.
Acht europäische Zentren aus fünf Ländern, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und Deutschland, werden die Fachkenntnisse ihrer Forscher und Forscherinnen zur biologischen und biomedizinischen Forschung mit und über Primaten einbringen. Gemeinsame Forschungsprojekte dienen der Optimierung und Standardisierung der Haltungsbedingungen und der Zucht der Tiere auf höchstem Niveau sowie der Diagnose und Behandlung ihrer Erkrankungen. Die beteiligten Zentren bieten der europäischen Forschung kostenfreien Zugang zu ihren Biobanken, d. h. ihren Sammlungen von DNA-Analysen, Gewebe- und Blutproben sowie zu ihrem Methodeninventar. Auf diese Weise soll auch die Anzahl von Probenentnahmen reduziert werden. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Schulung und Ausbildung des technischen und wissenschaftlichen Personals zur Biologie der Primaten und zum Umgang mit ihnen in Menschenobhut.
Der zukünftige Ausbau des Netzwerkes richtet ein besonderes Augenmerk auf die Einbindung primatologisch forschender Institute in den osteuropäischen EU-Ländern und der Beitrittskandidaten.

Weitere Informationen:


Dr. Dr. Michael Schwibbe, Deutsches Primatenzentrum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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