Hilfe: Sie befinden sich auf...

Technische Universität Clausthal, 26.06.06

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Technische Universität Clausthal, 26.06.06

Erste deutsch-polnische Doppelpromotion der TU Clausthal

Clausthal-Zellerfeld. Die erste deutsch-polnische Doppelpromotion in der Geschichte der Technischen Universität (TU) Clausthal hat eine Frau erreicht: Die Diplom-Metallurgin Maria Teresa Ostafin erwarb am 4. Mai am Institut für Physik und Physikalische Technologien (IPPT) mit einer Doktorarbeit und einer gemeinsam durchgeführten Prüfung den Doktorgrad zugleich nach deutschem und nach polnischem Promotionsrecht.

Gratulierten Maria Teresa Ostafin (Mitte) nach sehr guter Prüfung zur Doppelpromotion (v.l.): Prof. Dr. Robert Schwarzer, Prof. Dr. Wolfgang Schade (beide TU), Prof. Dr. Jan Pospiech und Dr. Sc. Krzysztof Sztwiertnia (beide IMIM) (Foto: TU Clausthal)

Maria Teresa Ostafin studierte Metallurgie an der Akademie für Bergbau und Hüttenwesen (AGH) in Krakau. 2001 schloss sie ihr Studium als Diplomingenieurin in der Studienrichtung "Metallkunde und Wärmebehandlung" ab. An der TU Clausthal und am Institut für Metallurgie und Materialwissenschaften (IMIM) der Polnischen Akademie für Wissenschaften (PAN) promovierte die heute Neunundzwanzigjährige seit 2002. Sie war zwischenzeitlich Stipendiatin der Graduiertenförderung des Landes Niedersachsen "GradFög". GradFög-Promotionsstipendien erhalten Bewerber, die weit überdurchschnittlich qualifiziert sind und deren Promotionsvorhaben einen wichtigen Beitrag zur Forschung erwarten lässt.


Ostafin ist die erste Wissenschaftlerin der TU, die ihre Doktorwürde nach der "Gemeinsamen Promotionsordnung" der Clausthaler Hochschule erreicht hat, die eine gleichzeitige Promotion hier und an einer ausländischen Hochschule ermöglicht. In einer Art Pionier-Doppelpromotion hatte bereits im Herbst 2004 Clemens Först zugleich in Clausthal und an der TU Wien promoviert. "Hierfür war jedoch noch ein spezieller und aufwendiger Kooperationsvertrag zwischen den beiden Universitäten nötig", erinnert sich Försts wissenschaftlicher Betreuer an der TU Clausthal, Professor Dr. Peter Blöchl. Die Doppelpromotion nach der neuen Promotionsordnung hingegen erfordert lediglich einen allgemeinen Kooperationsvertrag mit einer ausländischen Universität.

"Sehr gut" in zwei Ländern - wirtschaftlich interessante Grundlagenuntersuchung

"Ich bin sehr glücklich, die Arbeit und die Prüfung gut überstanden zu haben", sagt Ostafin. Dabei hatte die frisch gebackene Doktorin die Prüfung nicht nur gut, sondern sogar mit der Note sehr gut, oder "summa cum laude", absolviert. "Ich war vorher sehr nervös, weil ich nicht in meiner Muttersprache, sondern in deutscher Sprache geprüft wurde."

Die unkomplizierte Verständigung auf deutsch war möglich, weil die wissenschaftlichen Betreuer und Prüfer des IMIM, Professor Dr. Jan Pospiech und Dr. Sc. Krzysztof Sztwiertnia, mehrere Jahre an deutschen Universitäten tätig waren. Ostafins Clausthaler wissenschaftlicher Betreuer, Professor Dr. Robert Schwarzer, berichtet über die Kooperation mit dem polnischen Partnerinstitut: "Die tägliche wissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Dissertation ist ganz unkompliziert verlaufen. Schließlich ist Wissenschaft an sich ja schon eine internationale Angelegenheit."

Mit dem Thema ihrer Dissertation blieb Ostafin ihrer fachlichen Ausrichtung als Metallurgin treu: "Die Entwicklung der Walztextur in Kupfer, in der Magnesiumlegierung AZ31 und in Kadmium" ist eine grundlegende Untersuchung der Einflüsse, die das Walzen auf die innere Struktur der Werkstoffe hat. "Die Erkenntnisse aus Frau Ostafins Arbeit helfen, diese Umformtechnik in der industriellen Fertigung zu optimieren", erläutert Schwarzer. "Die Ergebnisse sind von hohem wissenschaftlichen und auch wirtschaftlichen Interesse."

Ostafins Pläne für ihre eigene wissenschaftliche und wirtschaftliche Zukunft halten sie noch bis zum März nächsten Jahres in Clausthal: So lange arbeitet sie in einem Forschungsprojekt von Professor Dr. Joachim Deubener am Institut für Nichtmetallische Werkstoffe. Wo sie danach leben und arbeiten wird, stehe noch nicht fest. "Der deutsch-polnische Titel macht es mir sehr viel einfacher, mich in Deutschland zu bewerben", berichtet die Polin. "Ich bin zuversichtlich, dass ich eine passende Herausforderung finde."

TU-Doppelpromotionen mit Hochschulen weltweit

Die TU Clausthal ist eine der ersten Universitäten in Deutschland, die eine Doppelpromotion in den Ingenieurwissenschaften mit einem polnischen Partnerinstitut durchgeführt hat. "Für die Betroffenen im Rahmen des Bologna-Prozesses sind solche Doppelpromotionen eine große Chance, abseits von informellen Beziehungen auch formell in die Internationalisierung mit einbezogen zu werden", sagt Professor Dr. Thomas Hanschke, TU-Vizepräsident für Studium und Lehre. "Wir freuen uns, dass die Möglichkeit, gleichzeitig hier und an einer Partnerinstitution zu promovieren, nun in Anspruch genommen wird, nachdem wir mit der Gemeinsamen Promotionsordnung die Voraussetzungen dafür geschaffen haben."

Diese zukunftweisende Internationalisierung der wissenschaftlichen Ausbildung bleibe nicht auf die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Hochschulen beschränkt. Das Angebot der TU Clausthal gelte auch für andere qualifizierte Universitäten weltweit, mit denen ein entsprechender Kooperationsvertrag abgeschlossen werden kann. "Die TU Clausthal ist dabei, diese Möglichkeiten auszubauen", so Hanschke.

Ostafins zeitgleiche Promotion an der TU Clausthal und am IMIM der PAN in Krakau ermöglichte eine "Gemeinsame Erklärung" der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der französischen Vereinigung der Universitätspräsidenten (CPU) aus dem Jahr 1997. Die HRK und die CPU hatten mit dieser Erklärung den Weg für eine deutsch-französische Doppelpromotion geebnet und damit eine Vorlage für weitere internationale Kooperationen dieser Art geliefert. Die TU Clausthal folgte dieser Vorlage 2005 mit ihrer Gemeinsamen Promotionsordnung.

Die Bemühungen der CPU und der HRK, binationale Promotionen zu ermöglichen, gehen auf eine Initiative des französischen Bildungsministeriums aus dem Jahr 1994, die so genannte "Cotutelle de thèse", zurück. Sie ermöglichte zunächst deutschen Studierenden, einen zweiten Abschluss an einer französischen Hochschule zu erwerben. Inzwischen bieten mehrere deutsche Hochschulen Doppelpromotionen an. Besonders häufig wurde bisher in deutsch-französischen Kooperationen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Kontakt
Professor Dr. Robert Schwarzer
TU Clausthal
Institut für Physik und Physikalische Technologien
Leibnizstraße 4
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel.: 05323 - 72 2130
Email: schwarzer@tu-clausthal.de


Andreas Moseke, Technische Universität Clausthal
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Interdisziplinäre Tagung: Was wissen wir wirklich über die Gene? 
 Richtfest in Haste