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Fachhochschule Köln, 07.03.08

Clash of Realities 2008 - Lebhafter Spieldiskurs in Köln

Mehr als 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten lebhaft mit den Expertinnen und Experten auf dem Podium. Die Fachhochschule Köln und der Spielehersteller Electronic Arts hatten renommierte Forscherinnen und Forscher wie den Spieltheoretiker Dr. Jesper Juul vom Massachusetts Institute of Technology und den Linguisten Prof. Dr. James Paul Gee von der Arizona State University an den Rhein geholt. Das wissenschaftliche Spektrum reichte von Medienpädagogik über medizinische Suchtforschung bis hin zur Ästhetik von Computerspielen.

Die zweite internationale Computerspiele-Konferenz "Clash of Realities" ist heute an der Fachhochschule Köln zu Ende gegangen. Drei Tage lang präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland ihre jüngsten Forschungsergebnisse zu Video- und Computerspielen. Mehr als 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten lebhaft mit den Expertinnen und Experten auf dem Podium. Die Fachhochschule Köln und der Spielehersteller Electronic Arts hatten renommierte Forscherinnen und Forscher wie den Spieltheoretiker Dr. Jesper Juul vom Massachusetts Institute of Technology und den Linguisten Prof. Dr. James Paul Gee von der Arizona State University an den Rhein geholt. Das wissenschaftliche Spektrum reichte von Medienpädagogik über medizinische Suchtforschung bis hin zur Ästhetik von Computerspielen.


Einer der Publikumsmagneten war James Paul Gee. "Spiele sind menschliches Denken in Bestform", sagte der Forscher und stellte den enormen Lerneffekt beim Computerspielen heraus. Die praktische Simulation in komplexen Spielen wie "Portal" bereite für das reale Handeln besser vor als jede Theorie. Der Psychiater Dr. Bert te Wildt von der Medizinischen Hochschule Hannover und die Psychologin Dr. Silvia Kratzer von der Universität Augsburg wiesen in unabhängigen Studien nach, dass pathologischer Internet- und Spielekonsum keine eigenständige Krankheit, sondern ein Begleitsymptom gängiger psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen ist. "Ein psychisch gesunder Erwachsener wird nicht abhängig", schloss Bert te Wildt und regte an, den exzessiven Spielkonsum auch als "Lösungsversuch für neurotische Konflikte" zu verstehen.

"Die Konferenz ist ein wichtiger Beitrag, über Computerspiele ernsthaft zu reden. Damit leben wir gerade den Kritikern vor, dass es eine lebendige Spielkultur gibt, und machen diese greifbar", sagte Dr. Mathias Mertens von der Universität Hildesheim. "Der Diskurs über Computerspiele braucht Öffentlichkeit", war sich auch Dr. Britta Neitzel von der Universität Siegen sicher. Sie ging in ihrem Vortrag sogar so weit, Spiele als neue Leitmedien in einem umfassenden gesellschaftlichen Umbruch anzusehen. Es ist geplant, alle Vorträge wie bereits beim ersten "Clash of Realities" vor zwei Jahren in einem Tagungsband zu veröffentlichen.

"Wir haben gezeigt, dass wir einem mittlerweile alltäglichen Medium wie dem Computerspiel nur mit allen Fachgebieten gerecht werden können", resümiert Prof. Dr. Winfred Kaminski, Professor für Kulturpädagogik und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medienforschung und Medienpädagogik der Fachhochschule Köln. "Betroffen sind Fragestellungen der Pädagogik, der Medizin und der Medienwissenschaft. Erst die Zusammenführung der interdisziplinären Ergebnisse erlaubt eine angemessene wissenschaftliche Auseinandersetzung. Angesichts der rasanten Weiterentwicklungen in der Spielewelt und der wachsenden wissenschaftlichen Forschung dazu, gehe ich davon aus, dass wir in zwei Jahren zur nächsten Clash of Realities einladen werden."

Bei Abdruck Beleg erbeten

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. 16.500 Studierende werden von rund 400 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Die zehn Fakultäten bieten mehr als 60 Studiengänge an - jeweils etwa die Hälfte aus den Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: von Architektur über Maschinenbau, Design, Restaurierung, Informationswissenschaft, Sprachen und Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaftsrecht und Medieninformatik. Die Fachhochschule Köln ist eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und dem Internationalen Standard ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung.

Electronic Arts (NASDAQ: ERTS), mit Hauptsitz in Redwood City, Kalifornien, ist das weltweit führende Unternehmen auf dem Gebiet der interaktiven Unterhaltungssoftware. Electronic Arts (EA) wurde 1982 gegründet und erzielte im Geschäftsjahr 2007 (endend am 31. März 2007) einen Umsatz von 3,1 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen entwickelt, veröffentlicht und vertreibt weltweit Software für Videospielsysteme, PCs, Mobiltelefone und das Internet. Durch die Verknüpfung von Computeranimation, Video, Motion Capturing, Computergrafiken und Soundtechniken überschreitet EA in Zusammenarbeit mit Autoren, Regisseuren und Musikern traditionelle Grenzen auf dem Weg zu einem der führenden Hightech-Unternehmen in der Unterhaltungsindustrie des 21. Jahrhunderts. EA beschäftigt in seinen Studios unter anderem in Redwood Shores, Los Angeles, Orlando (alle USA), Vancouver (Kanada), Guildford (Großbritannien) und Ingelheim bei Frankfurt rund 5.000 Spieleentwickler. Electronic Arts vermarktet seine Produkte unter den Markennamen: EA, EA SPORTS, EA SPORTS BIG, EA Mobile und Pogo.

Weitere Informationen
Electronic Arts
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Martin Lorber
Tel.: 0221/97582 - 2637; Fax 0221/97582 - 111
E-Mail mlorber@ea.com

Weitere Informationen:


Petra Schmidt-Bentum, Fachhochschule Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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