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Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, 27.11.07

Chirurgie zwischen Organisation und Organen - 180. Tagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen beginnt am Donnerstag in Hamburg

Rund 1.300 Chirurgen aus dem nordwestdeutschen Raum treffen sich vom 29. November bis zum 1. Dezember im Hamburger CCH, um unter dem Motto "Chirurgie im Dialog" über aktuelle medizinische und berufspolitische Herausforderungen zu diskutieren. Dazu gehören Themen wie die Neustrukturierung der chirurgischen Ausbildung auf dem Weg zum Organmediziner, die interdisziplinäre Behandlung chirurgischer Erkrankungen, der Dialog zwischen den Berufsgruppen sowie die Neuschaffung spezieller Disziplinen, um Behandlung und klinische Abläufe patientengerechter zu gestalten. Chirurgische Schwerpunkte sind unter Anderen neue Verfahren zur Behandlung des Aortenaneurysmas, des Bauchdeckenbruches und von Tumoren im Magen-Darm-Bereich.

Prof. Dr. Eike Sebastian Debus
hfr

Berufspolitischer Schwerpunkt ist die notwendige Anpassung der chirurgischen Weiterbildung an die Realitäten, erklärt Tagungsleiter Prof. Dr. Eike Sebastian Debus, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Gefäß- und Visceralchirurgie in der Asklepios Klinik Harburg: "Die erst kürzlich in Kraft getretene Weiterbildungsordnung ist spätestens seit dem diesjährigen Deutschen Chirurgenkongress infrage gestellt. Den Anstoß gab die Deutsche Gesellschaft für Viszeralchirurgie (DGVC) mit ihrem Beschluss, sich in Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie umzubenennen. Aber schon vorher war uns eigentlich allen klar, dass die Basischirurgie keine ausreichende Grundlage für die Spezialisierung in die acht Schwerpunktfächer sein kann." Die Schwerpunktfächer sind Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Kinderchirurgie, Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Thoraxchirurgie, Herzchirurgie und Viszeralchirurgie. Weitere Probleme bringt die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes. Unter diesen Rahmenbedingungen sei der derzeit aktuelle Weiterbildungskatalog kaum umzusetzen, so Debus. Gegenstand der Tagung im CCH werden Lösungsansätze wie die organbezogene Weiterbildung sein, die sich am Vorbild der universitären Ausbildung orientiert. Dabei arbeiten Experten verschiedener Fachrichtungen bei der Behandlung bestimmter Organe zusammen. Einen Anfang in dieser Richtung habe der Schwerpunkt Orthopädie/Unfallchirurgie bereits gemacht, erklärt Debus. Ob Viszeral-, Gefäß- und Thoraxmedizin folgen sollen, werde auf der Tagung auch mit anderen Disziplinen diskutiert.


Innovative Medizin und interdisziplinäre Therapien
Neue Methoden aus allen chirurgischen Bereichen sind das zweite Standbein der hochkarätigen Tagung: Hier werden innovative Eingriffe demonstriert und diskutiert, die den Patienten eine immer schonendere Medizin bieten sollen. Ein Beispiel dafür sei die technisch höchst anspruchsvolle laparoskopische Aortenchirurgie, erklärt Prof. Debus. Sie wird seit kurzem in der Asklepios Klinik Harburg erstmals im Hamburger Raum angewendet und erspart den Patienten die Belastungen eines großen Eingriffs. Mit dieser Methode lassen sich auch Patienten mit einer lebensbedrohenden Erweiterung der Hauptschlagader operieren, die eine herkömmliche Operation nicht überstehen würden und denen mit einer Gefäßstütze (Stentprothese) allein nicht geholfen werden kann. Weitere innovative Techniken aus der Gefäßchirurgie sind so genannte fenestrierte Stentprothesen, Gefäßstützen mit individuell geschnittenen Öffnungen für wichtige von der Hauptschlagader abzweigende Arterien, und Hybrideingriffe mit der "Oktopus-Prothese". Beide Verfahren gehören ebenfalls seit einiger Zeit zum Leistungsspektrum des Harburger Gefäßzentrums und werden mit den Nordwestdeutschen Chirurgen bei ihrer Tagung diskutiert. Die Indikationen zu den unterschiedlichen Eingriffstechniken werden mit den neuen Methoden differenzierter und lassen sich besser auf den Patienten abstimmen, erklärt Debus: Früher gab es nur die konventionelle Operation, heute existieren mehrere unterschiedliche Techniken, die jeweils ihre Indikation haben.

Auch bei der Hernienchirurgie gebe es Neues zu berichten, so Debus: Hier werden inzwischen großzügig Netze eingesetzt, die sich bei einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) implantieren lassen und damit nur einen minimal belastenden Eingriff erfordern.

Immer wichtiger wird die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche bei der individuellen Therapie. So ist die Behandlung von Tumoren heute vom Anfang bis zum Ende interdisziplinär: So genannte Tumorboards diskutieren über jeden einzelnen Patienten und legen das Vorgehen individuell je nach Tumorausdehnung und -lokalisation fest. Dabei profitieren die Patienten von der gesammelten Erfahrung der beteiligten Experten und den Möglichkeiten aller Disziplinen. Auch bei der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen und in der Gefäßmedizin für das amputationsbedrohte Bein setzen sich fachübergreifende, organbezogene Konzepte immer mehr durch.

Weitere Informationen:


Jens Oliver Bonnet, Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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