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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 26.10.05

Biomasse statt Erdöl - USA bauen Biomassewirtschaft aus und verstärken die Zusammenarbeit mit der EU

Die US-Regierung setzt auf Biomasse als Rohstoff der Zukunft. 20 Prozent der Kraftstoffe und 25 Prozent der Chemikalien sollen bis 2030 in den USA auf Basis von Biomasse produziert werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit der US-Wirtschaft von fossilen Rohstoffen und die Emission von Klimagasen zu verringern. Diese neue Ausrichtung der US-Energiepolitik kündige Energieminister Samuel W. Bodman kürzlich auf dem ersten "International Biorefinery Workshop" in Washington an. Die "Nachrichten aus der Chemie" berichten in ihrer aktuellen Ausgabe darüber.

Präsident George Bush und der US-Kongress sind dabei, über das Energiesicherungsgesetz die Biomassewirtschaft als Stützpfeiler der US-Ökonomie zu verankern. Europa dagegen muss seinen Weg bei der Biomassewirtschaft erst noch finden: Während die USA die Entwicklung von Bioenergie, Biokraftstoffen und biobasierten Produkten mit jährlich rund 360 Mio. US-Dollar fördern, hat die EU die Forschung zur Nutzung von Biomasse in sechs Jahren nur mit insgesamt 75 Mio. Euro unterstützt. Das 7. EU-Rahmenprogramm soll diese Differenz nun verringern.

Die USA und EU wollen ihre Zusammenarbeit auf dem Biomassesektor intensivieren. Zu den Zielen gehört die Verbesserung der Prozesseffizienz. Prozesse, die Biomasse verarbeiten, nutzen heute etwa 59 Prozent des Rohstoffs aus, angestrebt sind die bei Prozessen mit Erdöl erreichbaren 80 Prozent. Ein anderer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Lignocellulose-Feedstock-Bioraffinerien, die aus den Gerüstsubstanzen von Pflanzen und Pflanzenresten Rohstoffe für Kraftstoffe, Chemikalien und Polymermaterialien gewinnen sollen. Zudem wollen beide Wirtschaftsräume die steuerliche und ökonomische Biomasse-Förderung koordinieren.

Mehr über dieses Thema ist in den "Nachrichten aus der Chemie" nachzulesen, das Heft ist bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker unter nachrichten@gdch.de erhältlich.


Dr. Ernst Guggolz, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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