Hilfe: Sie befinden sich auf...

Zoologisches Forschungsinstitut und Museum..., 05.05.08

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Zoologisches Forschungsinstitut und Museum..., 05.05.08

Biodiversität - Produktivkraft der Natur

Abendvortrag am Mittwoch, 14.05.08 um 20.00 Uhr. Die vergangenen zwei Jahrzehnte haben den Wert der Biodiversität aufgezeigt und uns gleichzeitig ihre Verletzlichkeit und ihr Schutzbedürfnis bewusst gemacht. Dies hat in verschiedenen Kreisen dazu geführt, dass ein Konflikt zwischen Schutz und Nutzung impliziert wurde. Die neueren Forschungsergebnisse zeigen , dass das Gegenteil möglich wäre. Eine neue "grüne Revolution", in der die Biodiversität als Produktivkraft der Natur bewusst gefördert wird, ist kein träumerisch-idealistisches, nicht erreichbares Ziel sondern möglich und notwendig.

Umfragen zeigen, dass wir eine Vorliebe für vielfältige Landschaften und blumenreiche Wiesen haben. Hat diese sogenannte Biodiversität eine Bedeutung, die über das rein Ästhetische hinausgeht? Ist sie nur eine Extravaganz der Natur oder aber eine Notwendigkeit des Lebens an sich?

Die Entwicklung des Lebens ist untrennbar mit der Entwicklung der Biodiversität verbunden. Wenn wir ein Wirkungsmodell für die Biodiversität aufstellen wollen, müssen wir die Gesamtheit der unterschiedlichen Elemente in einem System und ihre Wechselwirkungen betrachten. Auf der zellbiologischen Ebene können diese Elemente Moleküle sein, auf der populationsbiologischen Ebene Individuen und auf der Ökosystemebene Arten. Die Frage ist nun, ob die Funktionsfähigkeit des Systems von der Anzahl, der Unterschiedlichkeit und dem Vernetzungsgrad der Elemente abhängt.

Versuche, in denen die Anzahl und die Kombination der Pflanzenarten im Ökosystem künstlich verändert wurden, zeigten zwar im Durchschnitt eine Mehrleistung in Mischbeständen, aber meistens konnten die besten Monokulturen ebenso hohe Erträge wie die besten Mischungen erzielen. Um jedoch für gegebene Umweltbedingungen solche Arten mit hohem Monokulturertrag verfügbar zu haben, sind wir auf eine grosse Auswahl von Arten angewiesen. Dies wird als "Versicherungswert" der Biodiversität bezeichnet.

Je grösser die Unterschiede zwischen den Arten in einem Ökosystem sind, desto eher treten auch Mehrleistungen von artenreichen Systemen auf, die von keiner Art im Alleingang übertroffen werden können. Dieser "Dienstleistungswert" der Biodiversität beruht auf der Arbeitsteilung zwischen den Arten. So sind zum Beispiel viele Nutzpflanzen auf die Zusammenarbeit mit bestäubenden Insekten oder stickstofffixierenden Bakterien angewiesen.

Aus der Sicht menschlicher Nutzungsansprüche sollten aber nicht nur landwirtschaftliche Versicherungs- und Dienstleistungswerte der Biodiversität betrachtet werden. Von vermutlich noch grösserer gesamtwirtschaftlicher Bedeutung dürften vielmehr die Optionen auf zukünftige Produkte wie neue Medikamente und die Ökosystemdienstleistungen wie Wasserfiltration, Bodenbildung, Erosionsvermeidung, Klimaregulation und die Regulation der Populationen von Krankheitserregern sein. Diese Aspekte werden zwar heute noch kaum berücksichtigt, aber entsprechende Märkte beginnen sich bereits auszubilden.

Eintritt frei

Vortrag von Bernhard Schmid, Institut für Umweltwissenschaften, Universität Zürich

Hörsaal, zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Adenauerallee 160, 53113 Bonn


Sabine Heine, Zoologisches Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Mathe-Unterricht beim Filmregisseur - Zwei amerikanische Filmemacher und ein Professor der Freien Universität diskutieren mit Berliner Gymnasiasten über Computeranimation und bewegte Bilder 
 FiBS legt Analyse zu Angebot, Nachfrage und Wirkungen von Nachhilfe vor