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Donau-Universität Krems, 18.06.07

Berufsziel Forscherin: Donau-Universität Krems entwickelt Frauenförderprogramm

Von 23. Juli bis 3. August treffen Nachwuchswissenschaftlerinnen aus 16 europäischen Ländern in der Donau-Universität Krems zusammen. Im Rahmen der ADVANCE Summer School genießen die jungen Forscherinnen ein umfassendes Trainingsprogramm, das von der individuellen Karriereplanung über Wissensvermittlung zu Forschungsförderung und Evaluierung bis zu Flop-Management und Networking reicht. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Wissensaustausch. In den "Expert Talks" berichten erfolgreiche Wissenschaftlerinnen aus Industrie und Hochschule über ihre Erfahrungen im Forschungsbetrieb.

ADVANCE (Advanced Training for Women in Scientific Research) ist ein EU-Projekt unter der Leitung der Donau-Universität Krems zur Förderung von Frauen in wissenschaftlichen Institutionen. Im Rahmen des zweijährigen Projekts wurde gemeinsam mit fünf Partnerinstitutionen aus Polen, Finnland, Österreich, den Niederlanden und Bulgarien unter anderem das Programm für eine Summer School entwickelt, die in zwei Teilen im Juli und September 2007 am Campus Krems stattfinden wird. Aus 190 Bewerberinnen wählten die Projektleiterinnen der Donau-Universität gemeinsam mit den europäischen Partnerinstitutionen 18 Teilnehmerinnen aus West- und Osteuropa aus. Mit den Forscherinnen des bereits gestarteten ADVANCE Mentoringprogramms, welches in allen Partnerinstitutionen etabliert wurde, werden insgesamt 36 Frauen von der Pre- bis zur Post-Doc-Phase zum Erfahrungsaustausch und Training diesen Sommer in Krems zusammentreffen.


Die Fachrichtungen sind ebenso vielfältig wie der kulturelle Hintergrund der Teilnehmerinnen. "Wir haben bewusst auf Diversität geachtet, da sie wesentlich für den Erfolg des Programms ist", betont Projektleiterin Dr. Karin Siebenhandl. Die Teilnehmerinnen vertreten insgesamt 24 Studienbereiche, mit Physik, Biotechnologie, Mathematik und den Ingenieurwissenschaften an der Spitze. An wissenschaftlichem Frauenpotenzial mangelt es gerade in Naturwissenschaft und Technik. ADVANCE richtet sich daher insbesondere an Frauen aus diesen Bereichen. Die universitäre Forschung in Österreich wird nach wie vor zu 70 Prozent von Männern dominiert, in den Ingenieur- und Technikwissenschaften zu 90 Prozent. Der Anteil der Frauen in der industriellen Forschung liegt ebenfalls bei lediglich 10 Prozent.

Das Programm der ADVANCE Summer School baut auf mehrere Bereiche auf. Zum einen stehen Persönlichkeitsentwicklung und strategische Karriereplanung im Vordergrund. Zum anderen wird praktisches Wissen über die internationale Forschungslandschaft, über Forschungsförderung und Antragstellung vermittelt. Aber auch Flop-Management, die Entwicklung von Soft Skills wie Kommunikation und Networking sowie Gender-Awareness sind wesentliche Punkte des Programms. "Beim Flop-Management geht es darum, bewusst zu machen, dass Misserfolge im Forschungsbereich dazugehören und zu erläutern wo beispielsweise mögliche Gefahren im Verlauf eines Forschungsprojekts liegen", erklärt Mag. Doris Bammer von der Koordinationsstelle Frauenförderung und Gender Studies der Donau-Universität Krems.

Mentoren, Moderatoren und Vortragende sollen die Teilnehmerinnen dafür rüsten, erfolgreich Herausforderungen sowohl auf der persönlichen Ebene als auch im Team und in einer Institution zu meistern. "Wir haben die Didaktik stark auf Interaktivität und Reflexion ausgerichtet", sagt Dr. Sabine Zauchner von der Donau-Universität Krems, die die Programmentwicklung der Summer School geleitet hat. Bei den so genannten "Expert Talks" etwa haben die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, mit renommierten ExpertInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft Erfahrungen zu den Themen Karriere und Evaluationsprozesse bei EU-Projekten auszutauschen. Unter anderen werden Dr. Birgit Reipert, Leiterin des Bereichs Immunologie bei der Baxter AG, Prof. Ene Ergma, Vizepräsidentin des estnischen Parlaments und Vorsitzende des Enwise Reports, und Prof. Elena Shoikova von der Technischen Universität in Sofia über Perspektiven und Hürden im Wissenschaftsbetrieb aus Sicht der Frau berichten.

Weitere Informationen:


Mag. Ingrid Ladner, Donau-Universität Krems
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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