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Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 26.06.07

Benachteiligung im Bildungssystem - Tag der Frauen- und Geschlechterforschung in Halle

Das Thema Benachteiligung im Bildungssystem wird in den letzten Jahren wieder zunehmend diskutiert. Eine Rolle spielt dabei auch die Geschlechterperspektive. Der 6. Tag der Frauen- und Geschlechterforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) am Freitag, 29. Juni 2007, soll in dieser Hinsicht neue Denkanstöße liefern. Die Vorträge versprechen spannende Diskussionen zu Themen wie "Männlichkeit - ein Risikofaktor in der Schule?", "Mädchenerziehung zwischen Parteilichkeit und Paternalismus" oder "Benachteiligung studierender Eltern".

"Thesen von der Benachteiligung der Jungen aufgrund der geringeren Lesekompetenz stehen im Widerstreit mit Thesen der Benachteiligung junger Frauen in den nachschulischen Bildungsgängen", sagt die Veranstaltungsleiterin Dr. Merle Hummrich vom Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik der MLU. "Wir wollen das Thema Benachteiligung im Bildungssystem umfassend diskutieren, indem wir Beiträge aus unterschiedlichen institutionellen Perspektiven, vom Kindergarten über die Schule und die Hochschule bis hin zur Kirche, in den Blick nehmen." Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Halle, Wittenberg, Dresden und Flensburg werden von 10 bis 18:30 Uhr im Hallischen Saal der Burse zur Tulpe (Universitätsring 5, 06108 Halle) Studien vorstellen und Fragen aufwerfen.

"Uns liegt mit dem Tag der Frauen- und Geschlechterforschung seit jeher ein interdisziplinärer Diskurs am Herzen", erklärt Silvia Sandmann, Gleichstellungsbeauftragte der Martin-Luther-Universität. Das Thema Benachteiligung im Bildungssystem sei gerade auch an Hochschulen hochaktuell. "Mehr als 50 Prozent der Studierenden, an der MLU genau 58 Prozent, sind Frauen, bei den Promotionsstudierenden liegt der Anteil bei 48 Prozent. Auf der nächsten Qualifikationsebene wurden in den vergangenen fünf Jahren 23 Prozent der Habilitationen von Frauen erfolgreich abgeschlossen. Der Frauenanteil sinkt weiter in der Professorenschaft, 14,3 Prozent der Professuren sind durch Frauen besetzt."

An der MLU sei die Problematik bekannt. "Es wurden bereits vielfältige Projekte auf den Weg gebracht, zum Beispiel die finanzielle Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen, gezielte Fortbildungsangebote, Tutorinnenprogramme und Praktikumsprojekte zur Gewinnung beziehungsweise Förderung von Studierenden insbesondere in den Natur- und Ingenieurwissenschaften", berichtet Silvia Sandmann. Generell müsse es darum gehen, die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern an der Hochschule zu verwirklichen. Der Tag der Frauen- und Geschlechterforschung soll auch dafür neue Impulse geben.

Ansprechpartnerinnen:
Dr. Merle Hummrich
Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik
Tel.: 0345 55 23807
E-Mail: merle.hummrich@paedagogik.uni-halle.de

Silvia Sandmann
Gleichstellungsbeauftragte
Tel. : 0345 55 23872
E-Mail: silvia.sandmann@paedagogik.uni-halle.de


Dipl.-Journ. Carsten Heckmann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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