Arbeitsgemeinschaft der Pankreasektomierten
"Nach der teilweisen oder vollständigen Entfernung der Bauchspeicheldrüse haben Patienten viele Fragen, die mit der Umstellung ihrer Lebensgewohnheiten zu tun haben", sagt Professor Dr. Ernst Klar, Leiter der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum Rostock. Um langfristig ein Netzwerk aufzubauen, in dem sich Patienten gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen können, unterstützte Professor Klar vor einem Jahr die Gründung einer Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern des Arbeitskreises der Pankreasektomierten (ADP). "Es ist ein Stimulus für die Patienten, wenn sie sich gegenseitig helfen können", so Professor Klar.
Am 18. November kommt die Regionalgruppe zu ihrem ersten Regionaltreffen in Rostock zusammen. "Wir haben eine sehr große Resonanz erfahren", sagt Peter Wende, der die Gruppe leitet. "Es gingen viel mehr Anmeldungen ein als erwartet." Zeichen für den hohen Informationsbedarf, den Menschen nach einer OP der Bauchspeicheldrüse haben. Denn die Umstellung des Lebens bedeutet eine tief greifende Veränderung, etwa wenn Betroffene nach der OP zu Diabetikern werden und Insulin spritzen müssen. Zum anderen können aber durch einfache Änderung der Ernährungsgewohnheiten wesentliche Verdauungsbeschwerden beseitigt werden. "Dabei ist viel psychologische Betreuung notwendig", sagt Professor Klar. "Ziel ist es, bei den Patienten eine positive Lebenseinstellung zu erzeugen." Das gelte auch für jene Betroffenen, die nach jahrelanger chronischer Pankreatitis und andauernden Beschwerden plötzlich schmerzfrei sind. "Als Selbsthilfegruppe kümmern wir uns allerdings nicht um die medizinischen Belange", stellt Peter Wende, selber an der Bauchspeicheldrüse operiert, klar. "Wir treten als Berater auf, geben Empfehlungen und veröffentlichen zum Beispiel ein Ernährungshandbuch."
Eine teilweise oder vollständige Entfernung der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wird aufgrund der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder bei Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgenommen. Etwa 50 Operationen dieser Art werden pro Jahr am Uniklinikum Rostock vorgenommen. Themen der Informationsveranstaltung sind u. a. endoskopische Verfahren der Therapie, neue Möglichkeiten chirurgischer Eingriffe bei der Pankreas-OP, Behandlung psychischer Probleme und Ernährungstipps. Die ADP-Regionalgruppe MV ist Teil des Bundesverbandes ADP, der 1976 gegründet wurde und in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.
18. November 2006
10.00-14.00 Uhr
Steigenberger Hotel Sonne
Neuer Markt 2, 18055 Rostock
Kontakt:
Professor Dr. Ernst Klar
Abteilung für Allgemeine,
Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie
Klinik und Poliklinik für Chirurgie
Universitätsklinikum Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock
Tel. 0381/4946001
Peter Wende
ADP Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern
Albrecht-Dürer-Platz 4
18057 Rostock
Tel.: 0381/200 08 49?
E-Mail: Pechwe@aol.com


