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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 25.08.06

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Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V., 25.08.06

Aktuelles aus der Anorganischen Chemie: Nanostrukturen, Katalysatoren und Materialien

Auf der diesjährigen Vortragstagung der Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie, einer Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker(GDCh), stehen funktionale Molekül- und Nanostrukturen im Zentrum des Interesses. Am 18. und 19. September tragen in Aachen Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und Japan beispielsweise über Cluster- und Käfigverbindungen im Nanoformat oder Metall-Nanopartikel vor. Weitere Themen sind u.a. die Komplexchemie, die Katalyse oder Keramik-Fasern.


Professor Dr. Eiichi Nakamura aus Tokio stellt die Nano-Architektur von Kohlenstoff-Clustern, beispielsweise Fullerenen, als Liganden vor. Über Nanostrukturen von Silicium-basierten mesoporösen Materialien, aber auch von dünnen Metallfilmen und -nanodrähten berichtet Professor Dr. Thomas Bein aus München. Professor Dr. Günter Schmid, Essen, zeigt am Beispiel von Goldpartikeln, welche Bedeutung die Größe von Metall-Nanoclustern hat. Unterhalb einer kritischen Größe gehorchen diese Nanocluster nicht mehr den klassischen physikalischen Gesetzen, sondern den Regeln der Quantenmechanik. Das ist wichtig für nanoelektronische Bauteile, zeigt aber offenbar auch Auswirkungen auf die Toxizität.

Welchen Stellenwert die Nanotechnologie in der chemischen Industrie einnimmt, wird in Aachen am Beispiel der Degussa verdeutlicht, deren erstes Science-to-Business Center auf "Nanotronics" (Nanotechnologie und Elektronik) fokussiert ist. Aus der Universität von Rennes kommt ein Beitrag über neuartige Phosphorverbindungen, die in elektronischen Bauteilen wie LEDs (licht-emittierende Dioden), Dünnfilmtransitoren oder als nichtlineare optische Materialien eingesetzt werden können. Mit den Mechanismen, der Energieeffizienz und den Kosten der biologischen, synthetischen und industriellen Stickstoff-Fixierung setzt sich Professor Dr. Felix Tuczek, Kiel, auseinander. Beiträge zur homogenen Katalyse kommen aus der Universität Duisburg-Essen (Entwicklung Calcium-basierter Katalysatoren) und der BASF (Hochdurchsatz-Methoden zur Optimierung von Rhodium-Katalysatoren für die Hydroformylierung von Olefinen).

Auch der Chemie-Nobelpreisträger Professor Dr. Jean-Marie Lehn aus Straßburg meldet sich in Aachen mit einem Plenarvortrag zu Wort. Er berichtet über neue Aspekte der Supramolekularen Chemie und der Dynamik der Selbstorganisation mit Beispielen aus biologischen Systemen und den Materialwissenschaften. Supramolekulare, nanoskalige Käfigverbindungen und die Geometrie dieser Koordinationsverbindungen stellt Dr. Iris M. Oppel, Bochum, vor. Ein weiterer Beitrag zur Koordinationschemie kommt aus der Universität Karlsruhe. Verbindungen mit Elementen der 13. und 15. Gruppe des Periodensystems wurden an den Universitäten Paderborn und Bonn für die Herstellung dünner Filme (z.B. Gallium-Antimon-Filme) untersucht. Einen weiteren Beitrag aus der Materialforschung liefert Dr. Jürgen Clade vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung in Würzburg. Er berichtet über keramische Fasermaterialien, die stark beanspruchte keramische Materialien, beispielsweise für Gasturbinen oder für die Luft- und Raumfahrt, verstärken sollen.

Der mit 5.000 Euro dotierte Wöhler-Nachwuchspreis wird in Aachen an den Bielefelder Privatdozenten Dr. Thomas Braun verliehen. Er beeindruckt die Fachwelt insbesondere mit seinen Arbeiten über neuartige katalytisch relevante Übergangsmetallkomplexe vor allem für die Kohlenstoff-Fluor und Sauerstoff-Bindungsaktivierung. Braun, 1968 in Erlenbach a. M. geboren, hatte 1996 sein Chemiestudium in Würzburg mit der Promotion abgeschlossen. Danach war er für drei Jahre als Postdoktorand und Oberassistent an der Universität York in England tätig. 2003 erfolgte seine Habilitation durch die Fakultät für Chemie an der Universität Bielefeld.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker gehört mit über 27.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie mit rund 800 Mitgliedern. Diese Fachgruppe gibt Anregungen für neue Forschungsrichtungen und Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Anorganischen Chemie, fördert den Kontakt zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen und schlägt eine Brücke zwischen Schule, Hochschule und Beruf.

Weitere Informationen:


Dr. Renate Hoer, Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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