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Stiftung Männergesundheit, 29.10.07

5 Millionen Euro für medizinische Versorgungsforschung im Sinne des Patienten


"Im Gegensatz zu den bisherigen klinischen Studien, stellt die HAROW-Studie den Patienten, seine medizinische Versorgung und seine Lebensqualität in den Mittelpunkt. Die Stiftung Männergesundheit erfüllt damit das wachsende Bedürfnis nach umfassenden und objektiven Erkenntnissen zu den unterschiedlichen Therapieansätzen beim lokal begrenzten Prostatakarzinom", so Professor Lothar Weißbach, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung und Leiter der HAROW-Studie.

Professor Peter Alken, Direktor der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Mannheim und designierter Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Studie erklärte darüber hinaus: "Die HAROW-Studie wird eine erhebliche integrative Kraft für das Selbstverständnis der Urologen haben und den notwendigen wissenschaftlichen Diskurs über die Therapie des Prostatakarzinoms fördern."


Durch die Unterstützung der GAZPROM Germania GmbH, die die HAROW-Studie mit insgesamt 5 Millionen Euro fördert, ist die Unabhängigkeit von der pharmazeutischen und medizintechnischen Industrie gewährleistet. Darüber hinaus ermöglicht die Förderung auch eine Einbindung russischer Urologen. So können Daten gewonnen werden, die auch einen internationalen Vergleich ermöglichen.

Der Name HAROW leitet sich aus den unterschiedlichen Behandlungsstrategien des lokal begrenzten Prostatakarzinoms ab:

H = Hormontherapy
A = Active Surveillance
R = Radiotherapy
O = Operation
W = Watchful Waiting

Hintergrund-Information

Jedes Jahr erkranken etwa 49.000 Männer in Deutschland am Prostatakarzinom, der am häufigsten diagnostizierten Krebserkrankung bei Männern.

Die Behandlungsmethoden beim Prostatakarzinom sind vielfältig: Meist wird eine operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) durchgeführt. Andere Verfahren sind die verschiedenen Methoden der Strahlentherapie. Beide Vorgehensweisen heilen einen großen Teil der Patienten. Oft müssen diese jedoch einen erheblichen Verlust ihrer Lebensqualität in Kauf nehmen. Infolge einer Operation oder Bestrahlung kommt es bei vielen Patienten zu Erektionsstörungen oder Blasenschwäche.

Aber nicht jeder Prostatakrebs ist gleich: Bei einem lokal begrenzten Karzinom, das kleiner als 0,5 cm3 ist und keine aggressiven Anteile enthält, kann es 20 Jahre dauern, bis daraus ein klinisch relevanter Prostatakrebs wird. Das bedeutet, dass mehr als zwei Drittel dieser Tumore die Erkrankten in ihrer zur erwartenden Lebensspanne nicht bedrohen und sie nicht an dem Krebs sterben würden. Diese Patienten hätten von einer Operation oder Bestrahlung keinen Vorteil und nähmen erhebliche Belastungen und wesentliche Einschränkungen ihrer Lebensqualität in Kauf.

Versorgungsforschung im Sinne des Patienten

Daher bieten sich bei wenig aggressiven Tumoren alternative Strategien an. Mit der Aktiven Überwachung (Active Surveillance) oder dem Beobachtenden Abwarten (Watchful Waiting) bei älteren Patienten bzw. solchen mit Nebenerkrankungen stehen Überwachungsstrategien zur Verfügung, die in der Versorgungsrealität jedoch bisher wenig zum Tragen kommen.

Hier soll die Studie umfassende Daten zu den verschiedenen therapeutischen Strategien auswerten. HAROW wird Ärzten und Patienten Erkenntnisse für künftige Therapieverfahren an die Hand geben.

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Zeichen: 4.114, Sperrfrist: Montag, 29. Oktober 2007, 13:00 Uhr

Für Rückfragen:

AVISO gesundheit
Juliane Dylus
Telefon 03643 8158-616
E-Mail juliane.dylus@aviso-gesundheit.de

Weitere Informationen:


Matthias Frölich, Stiftung Männergesundheit
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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