32. Kongress GNP: Folgen frühkindlicher Hirnschäden durch Bewegungstraining mindern
Neurowissenschaftlichen Erkenntnisse über zerebrale Bewegungsstörungen bei Kindern haben sich in den vergangenen Jahren erheblich vermehrt. "Zahlreiche Untersuchungen haben uns gezeigt, dass sich bei Kindern mit einer zerebralen Bewegungsstörung durch gezieltes Bewegungstraining das Gehirn verändert, es organisiert sich neu", erläutert Professor Dr. med. Dieter Karch, Kongresspräsident und Leitender Arzt der Klinik für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie am Kinderzentrum Maulbronn gGmbH. "Ziel jeder Therapie muss es sein, diese motorischen Lernprozesse anzuregen." Derzeit gibt es verschiedene Konzepte, die an die jeweilige Art der Störung angepasst sind. Dazu gehören Laufbandtraining, die Stärkung der Muskelkraft, Entspannungstechniken oder die Gabe des Nervengiftes Botulinumtoxin zur Entkrampfung der Muskulatur, um nur einige zu nennen.
Die Ursachen von Zerebralen Bewegungsstörungen sind nicht immer bekannt. Meist sind es Folgen einer frühkindlichen Schädigung des Gehirns. Am deutlichsten zeigt sich die Schädigung an der Motorik: Die Kinder leiden an einer Muskelschwäche, oft auch an einer Spastik, also einer erhöhten Muskelspannung. Insgesamt wirkt die Körperhaltung der Kinder verkrampft, ihre Beweglichkeit ist eingeschränkt, die Bewegungsabläufe wirken steif oder ungeschickt. Von 1000 Neugeborenen kommen etwa zwei bis drei Kinder mit einer solchen Behinderung zur Welt. Auch Unfälle oder Entzündungen im späteren Leben können eine Zerebrale Bewegungsstörung zur Folge haben.
Grundsätzlich gilt: Genau wie beim Lernen von Lesen, Schreiben oder Rechnen sind auch beim "motorischen Lernen" Motivation und Selbständigkeit von außerordentlicher Bedeutung. Die Behandlung muss allerdings sehr individuell geplant und durchgeführt werden: "Es müssen interessante und für den Alltag und die Lebensqualität wichtige Aufgaben gestellt werden, die dann nach und nach so eigenständig wie möglich gelöst werden", verdeutlicht Professor Karch. Im Rahmen eines Symposiums auf der 32. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie thematisieren Experten Motorisches Lernen und die Behandlung von motorischen Störungen.
TERMINHINWEIS
Mittwoch, 20. September 2006; 11.30 bis 12.30 Uhr
Pressekonferenz anlässlich der 32. Jahrestagung der GNP
Eines der Themen: Bewegungsstörungen - Motorisches Lernen
Referent: Professor Dr. med. Dieter Karch
Ort: Steigenberger Mannheimer Hof; Salon Neckartal; Augustaanlage 4-8, 68165 Mannheim
Donnerstag, 21. September 2006, 15:30 - 17:30, Beethoven 1+2 (Dorint Hotel)
Symposium: Behandlung von motorischen Störungen und Entwicklungsstörungen
Vorsitz: M. Hadders-Algra (Groningen, NL), K. Müller (Meerbusch, DE)
Einer der Vorträge: Motorisches Lernen
AKKREDITIERUNG
32. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP)
20. bis 22. September 2006
Congress Center Mannheim, Rosengartenplatz 2, 68168 Mannheim
O Ich werde die 32. Jahrestagung der GNP vom 20. bis 22. September 2006 persönlich besuchen.
O Ich werde die Pressekonferenz der GNP am 20. September 2006 persönlich besuchen.
O Ich möchte ein Interview führen mit:
O Bitte informieren Sie mich kontinuierlich über aktuelle Themen der GNP (per Post/E-Mail).
O Ich kann leider nicht teilnehmen. Bitte schicken Sie mir das Informationsmaterial für die Presse (per Post/per E-Mail).
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Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP)
Kongress-Pressestelle
Anna Julia Voormann
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