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Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT), 28.02.08

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Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT), 28.02.08

2008 IST DAS INTERNATIONALE JAHR DES RIFFES!

Rotfeuerfisch im Roten Meer
Claudio Richter, ZMT

Algenüberwachsenes Riff, Hainan, China
Claudio Richter, ZMT

Zum zweiten Mal seit 1997 ist ein Jahr dem Ökosystem Korallenriff gewidmet. Die Internationale Korallenriffinitiative (ICRI), ein Zusammenschluss von Regierungen und Organisationen zum Schutz der Korallen, hat 2008 zum Jahr des Riffs erklärt. Bundesweit sind vielfältige Veranstaltungen vorgesehen, u.a. Sonderausstellungen, Schulprogramme, Vorträge und Expeditionen. Auch das Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen beteiligt sich an den Aktivitäten.

"Regenwälder der Meere", so werden die hochproduktiven Korallenriffe oft bezeichnet. Die Anzahl ihrer Tier- und Pflanzenarten liegt im Millionenbereich. In den verzweigten Nischen und Verästelungen der Korallen haben viele Fischarten auch ihre Kinderstube. Für viele Länder sind Riffe ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Sie liefern Nahrung für Millionen von Menschen, bieten einen natürlichen Schutz als Wellenbrecher und sind die Grundlage für eine wachsende Tourismusindustrie. Für die Medizin gelten sie als Schatztruhe der Heilmittel. Steinkorallen sind zudem wertvolle Klimaarchive, in denen Informationen zum Klima vergangener Jahrhunderte gespeichert sind.


Die vielen Riffbewohner leben in einem empfindlichen Gleichgewicht miteinander, das ein Frühwarnsystem für globale Umweltveränderungen darstellt. Fast zwei Drittel aller tropischen Riffe sind heute bereits stark geschädigt oder zerstört. Der Temperaturanstieg der letzten Jahre führt dazu, dass sie großflächig ausbleichen. Intensive Landwirtschaft, Abholzung und Urbanisierung belasten die Küstengewässer mit hohen Sediment- und Nährstoffeinträgen. In den verschmutzten Gewässern können die Riffe sich nicht erholen. Zudem versauert der Ozean zunehmend durch den Treibhauseffekt, was die Bildung des Kalkskelettes der Steinkorallen beeinträchtigt. Auch Dynamitfischerei, die in vielen Gegenden praktiziert wird, Überfischung oder ein rücksichtsloser Tauchtourismus setzen den Korallen zu.

Das Internationale Jahr des Riffes soll dazu beitragen, die Öffentlichkeit über die Bedeutung der Riffe für die ganze Menschheit, über ihre Gefährdung und die Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung zu informieren. Das Museum für Naturkunde in Berlin koordiniert deutschlandweit die Aktivitäten zum Jahr des Riffs. Die Schirmherrschaft hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel übernommen. Auch in Bremen werden, beginnend mit einer Vortragsreihe im Haus der Wissenschaft, Aktivitäten zum Jahr des Riffes laufen. Das ZMT informiert auf seinen Webseiten über geplante Veranstaltungen (www.zmt-bremen.de).

Die Vorträge im Haus der Wissenschaft laufen im Rahmen der Reihe "Wissen um 11". Vortragstermine:

Samstag, 22.3.08, 11 Uhr
Dr. Marc Kochzius, UFT, Universität Bremen
Korallenriffe - Zentren der Artenvielfalt im Ozean

Samstag, 19.4.08, 11 Uhr
Leyla Knittweis, Zentrum für Marine Tropenökologie
Nemo & Co. - Woher kommen diese Aquarienbewohner und welche Probleme verursacht ihr Fang?

Samstag, 17.5.08, 11 Uhr
Dr. Claudio Richter, Zentrum für Marine Tropenökologie
Tropische Riffe - Oasen des Lebens

Samstag, 6.9.08, 11 Uhr
Dr. Thomas Felis / Dr. Jürgen Pätzold,, MARUM, Universität Bremen
Klimaarchiv Korallenriff

Samstag, 11.10.08, 11 Uhr
Dr. Claudia Wienberg, MARUM, Universität Bremen
Manche mögen´s kalt - Korallenriffe in unseren Breiten

Samstag, 8.11.08, 11 Uhr
Dr. Hildegard Westphal, MARUM, Universität Bremen
Riffe in der Erdgeschichte und ihre Rolle als Erdölspeicher

Das ZENTRUM FÜR MARINE TROPENÖKOLOGIE - ZMT in Bremen widmet sich in Forschung und Lehre dem besseren Verständnis tropischer Küstenökosysteme. Im Mittelpunkt stehen Fragen zu ihrer Struktur und Funktion, ihren Ressourcen und ihrer Verletzbarkeit durch menschliche Eingriffe und natürliche Veränderungen. Die Forschungsprojekte des ZMT werden größtenteils vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen internationaler Kooperationen unterstützt.

Weitere Informationen:


Dr. Susanne Eickhoff, Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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