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Universität Koblenz-Landau, 29.03.04

Zwischenergebnisse der BLK-Studie "Lebenslanges Lernen" liegen vor: Was fördert, was hemmt?

"Lebenslanges Lernen" ist derzeit ein wichtiges Schlüsselwort in allen Bereichen des Lernens. Um den Zusammenhang zwischen dem lebenslangen Lernen und seinen Rahmenbedingungen zu beleuchten, initiierte die wissenschaftliche Begleitung des BLK-Modellprojekts "Lebenslanges Lernen", eine Online-Befragung, die das Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau durchgeführt hat. Die Ergebnisse der beiden Befragungswellen liegen nun vor.

Die Studie, an deren ersten Teil 148 und an deren zweiten Teil 276 Personen teilgenommen haben, erbrachte folgende Hauptergebnisse:
- Elementare Rahmenbedingungen für das Lebenslange Lernen sind die Kompetenz der Weiterbildner, die Attraktivität der (Weiter-) Bildungsangebote, Transparenz und Zugang zur Bildung, Anwendungsbezug des erworbenen Wissens sowie zeitliche und finanzielle Ressourcen.
- Förderliche Rahmenbedingungen bilden Zuschnitt der Lernangebote auf die Zielgruppe, Offenheit der Bildungsangebote und -wege, positive eigene Lernbiographie und Motivation sowie Anwendungsbezug des erworbenen Wissens.
- Als besonders hinderlich bewerteten die Befragten Rahmenbedingungen wie fehlende Förderung und Unterstützung des Lernens, Bürokratisierung in Bildungsinstitutionen, Lebenslanges Lernen "auf Befehl", fehlender Anwendungsbezug des erworbenen Wissens, mangelnde Transparenz und erschwerter Zugang zur Bildung, fehlende positive Lernbiographie und Motivation sowie mangelnde zeitliche und finanzielle Ressourcen.

"Lebenslanges Lernen kann sich nur dann entfalten, wenn Individuen in der Lage sind, kognitive Ressourcen entsprechend zu nutzen", erklärt Prof. Dr. Reinhold Jäger, der gemeinsam mit der Diplom-Psychologin Doris Jäger-Flor das Projekt am Zepf verantwortet. "Kapazitäten bieten sich nicht zwingend aus sich selbst heraus an, sondern müssen in Einzelfällen erst entwickelt werden". Dies sei durchaus eine institutionelle und nicht nur eine individuelle Aufgabe, so die beiden Wissenschaftler. Dies verlange nicht nur eine entsprechende Ausbildung der Weiterbildner und eine Umorientierung in den Angeboten, sondern auch eine Umstellung der Dozentinnen und Dozenten hin zu einer Verbraucherorientierung.

Des Weiteren ergab sich aus der Online-Studie, dass innerhalb des BLK-Modellversuchs bereits zahlreiche erfolgreiche Projekte für Grundschüler bis Senioren etabliert sind, die Öffentlichkeit diese aber kaum wahrnimmt. Teilweise sind das gute praktische Beispiele, mit deren Hilfe neue Initiativen gestartet werden können, um bereits bestehende Lösungen zu verbessern und zu verbreiten.

Die Studie über die Rahmenbedingungen des "Lebenslangen Lernens" steht als Download unter www.zepf.uni-landau.de zur Verfügung.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Tel. 06341/906-175
Fax: 06341/906-166
Email: jaeger@zepf.uni-landau.de

Doris Jäger-Flor, Dipl.-Psych.
Tel.: 06341/906-194
Fax: 06341/906-166
Email: jaeger-flor@zepf.uni-landau.de

Internetadresse des Projekts: www.blk-lll.de

Weitere Informationen:


Bernd Hegen, Universität Koblenz-Landau
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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