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Karl-Franzens-Universität Graz, 20.12.06

Mehr als ein Wörtchen mitzureden: Europäisches Sprachensiegel für Grazer WissenschafterInnen

Ein einzigartiges europäisches Sprachenprojekt unter maßgeblicher Beteiligung von WissenschafterInnen der Karl-Franzens-Universität sowie der TU Graz wird am 21. Dezember 2006 an der Universität Ljubljana ausgezeichnet. Mit EPHRAS ist erstmals eine umfassende elektronische Datenbank für den Fremdsprachenunterricht entwickelt worden, die 4.000 Redewendungen aus Deutsch, Ungarisch, Slowenisch und Slowakisch beinhaltet und dazu vielfältige Übungen für FremdsprachenlernerInnen anbietet. In Anerkennung dieser Pionierleistung wird EPHRAS das "Europäische Sprachensiegel 2006" verliehen. Das mehrsprachige Lernmaterial ist für alle Interessierten unter http://demo.ephras.org frei verfügbar.

Da hatten die ForscherInnen tatsächlich "eine harte Nuss zu knacken", um "auf einen grünen Zweig zu kommen": Über 4000 solcher und ähnlicher Redewendungen - in der Linguistik "Phraseme" genannt - sammelten die WissenschafterInnen im EU-Projekt EPHRAS und bereiteten sie für eine viersprachige Datenbank auf, die auf CD-ROM und unter http://demo.ephras.org allen Fremdsprachenbegeisterten, -Lehrenden und -Lernenden zur Verfügung steht. Die Koordination lag bei der Universität Maribor. Die Grazer Projekte leiteten Rudolf Muhr vom Institut für Germanistik der Karl-Franzens-Universität/Forschungsstelle Österreichisches Deutsch und Denis Helic vom Institut für Informationssysteme und Computermedien der TU Graz. Weitere KooperationspartnerInnen kamen von der Uni Pécs (Ungarn) sowie der Universität von St. Cyril und Method in Trnava (Slowakei).


"Phraseme spielen für das Verständnis einer Sprache eine wesentliche Rolle, wurden jedoch im Unterricht bisher viel zu wenig beachtet und es fehlte an entsprechendem Übungsmaterial", erklärt Rudolf Muhr die Motivation zu dem Projekt. "Um diesen Mangel zu beheben, hat EPHRAS deutsche Phraseme gesammelt und dazu erstmals die entsprechenden Wendungen in Ungarisch, Slowenisch und Slowakisch mit all ihren linguistischen Besonderheiten nach dem gleichen Schema aufbereitet", so der Germanist über die Bedeutung der innovativen Entwicklung.
Die von den TU-InformatikerInnen nach modernen E-Learning-Standards programmierte Datenbank ermöglicht es, per Mausklick einfach und bequem zwischen den Sprachen zu wechseln. "Die Lern-Software umfasst 150 interaktive Übungen pro Sprache - insgesamt also 600 - für verschiedene Niveaustufen. Lehrenden und Lernenden bietet sich so eine solide Basis für selbst gesteuertes Lernen, die sich auch für den Einsatz im E-Learning eignet", fasst Denis Helic die Möglichkeiten des neuen Lernmaterials zusammen.

Der Wettbewerb um das "Europäische Sprachensiegel" wurde 1997 von der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit dem zwei Jahre zuvor veröffentlichten Weißbuch "Leben und Lernen: Auf dem Weg zu einer lernenden Gesellschaft" ins Leben gerufen. Das Gütezeichen soll als Anerkennung und Auszeichnung für innovative Projekte zum Lehren und Lernen von Fremdsprachen dienen.

Kontakt:
Ass.-Prof. Dr. Rudolf Muhr
Karl-Franzens-Universität Graz
Institut für Germanistik
Tel. +43 (0)316 380 8176
E-Mail: rudolf.muhr@uni-graz.at
http://www.oedeutsch.at
http://www.oewort.at

Dipl.-Ing. Dr.techn. Denis Helic
TU Graz
Institut für Informationssysteme und Computermedien
Tel: +43 (0)650 220 301 9
E-Mail: dhelic@iicm.edu
http://www.iicm.tugraz.at

Weitere Informationen:


Gudrun Pichler, Karl-Franzens-Universität Graz
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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