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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 14.02.05

Das Wesen des Flandziu: zweites Halbjahresheft der Internationalen Wolfgang Koeppen-Gesellschaft erscheint

PM 25/2005

In wenigen Tagen erscheint wieder im sorgfältigen Layout von Andreas Liske "Flandziu", das zweite Heft der Halbjahresblätter der Internationalen Wolfgang Koeppen Gesellschaft Greifswald/München e. V." Herausgeber sind der Anglist Prof. Dr. Jürgen Klein und der emeritierte Germanist Prof. Dr. Gunnar Müller-Waldeck. Auf 130 Seiten "öffnet sich" für die Leser in 15 Artikeln "die Welt". So wünscht es sich Jürgen Klein, der ab dem nächsten Heft die alleinige Herausgeberschaft übernimmt. Die ersten zwei Hefte erscheinen im Eigenverlag (ISSN 1614-7170). Ab Heft No. 3 erscheint Flandziu im Stauffenburg Verlag Brigitte Narr in Tübingen.


"Wir wollen Pegasus flottmachen. Flandziu bewegt sich über die reine Literatur hinaus", sagt Prof. Klein. "Moderne ist ohne Tradition undenkbar", fügt er an und nennt eine Schrift von T. S. Eliot aus dem Jahre 1919 "Tradition and the Individual Talent". "Flandziu" hat individuelles Talent: außer einigen Artikeln über den 1996 in München gestorbenen Greifswalder Wolfgang Koeppen wagen sich die Autoren auf ganz anderes Terrain. Frank Weitzer forscht Kurt Tucholskys Greifswalder Großvater Neumann Tucholsky nach, der wenige Häuser neben dem heutigen Anglistikinstitut lebte. Walter Rothholz beschreibt einen Meisterkurs bei Mstislav Rostropovich. Chris Quardokus entflammt einige Spitzen wider den Verriß von Iris Radisch in der "Zeit" zur Nobelpreisverleihung an Elfriede Jelinek. Jürgen Klein zeigt seine Liebe zu Bloomsbury in seiner Rezension über "Die chinesische Geliebte" von Hong Ying; Wolfgang Koeppen tritt mit einem Auszug aus "Gespenster, Tod und Teufel" auf, und unser Hochschulrat, der in Stanford lehrende Romanist Hans Ulrich Gumbrecht, belebt "Flandziu" durch "Fascinating Oscillations".

"Flandziu" ist "ein Wesen" in einem von Koeppens Stücken. Die gleichnamige Zeitschrift setzt sich mit Wolfgang Koeppen als modernem Klassiker auseinander, der sich seinerseits mit der deutschen Kulturkrise und Sozialgeschichte auseinandersetzte. "Greifswald liegt am Rande, Greifswald geht mit Flandziu in die Welt", sagt Jürgen Klein und holt sie in einem sich formierenden internationalen Beirat der Halbjahresschrift, von Oviedo bis Petersburg, von Moskau bis Cambridge hierher, mit dessen Wolfson College er als former visiting scholar verbunden ist - nach der Aussage seines Präsidenten: "If we have caught you once we have caught you for life."

Pegasus flott machen und eine kühle Zeitschrift füllen, wäre für Jürgen Klein Widerspruch. "Flandziu will nicht Ja sagen, aber die Menschen zeigen, häßlich wie schön, ernst wie heiter, klug und manchmal weniger." Das nächste Heft, im Stauffenburg Verlag, ist Friedrich Schiller gewidmet, danach folgt eines über Alexandria und Toth, den Gott der Schrift. Sehr bald ist Heft No. 2 im Handel.

Info: Prof. Dr. phil. habil. Jürgen Klein, Lehrstuhl für Englsiche Literaturwissenschaft und Geistes- und Kulturgeschichte Großbritanniens, Institut für Anglistik und Amerikanistik, Steinbeckerstr. 15, 17487 Universität Greifswald, Tel.: 03834-86-3358, Fax: 03834-86-3365, e-mail: flandziu@uni-greifswald.de

Weitere Informationen:


Dr. Edmund von Pechmann, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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