Hilfe: Sie befinden sich auf...

Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 18.07.02

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 18.07.02

Nur wenige Parkinson-Patienten kennen plötzliche Schlafattacken

Im Jahr 1999 wurden fünf Fälle von Parkinson-Patienten bekannt, die Verkehrsunfälle verursacht hatten: Sie alle waren völlig unerwartet am Steuer eingeschlafen, hatten sich zuvor nicht einmal müde gefühlt. Bei dieser Erscheinung handelt es sich offenbar um ein Problem, das nur wenige Parkinson-Kranke betrifft. Das hat eine Untersuchung ergeben, an der sich fast 7.000 Patienten aus ganz Deutschland beteiligten.

Seit den fünf Fällen von 1999 wird darüber diskutiert, ob bestimmte Parkinson-Medikamente für die Schlafattacken verantwortlich sind und ob diese tatsächlich ohne vorherige Müdigkeit auftreten. Zum Teil wurden sogar generelle Zweifel an der Fahrtüchtigkeit von Parkinson-Patienten geäußert.

Aus diesem Anlass gab die deutsche Parkinson-Vereinigung eine deutschlandweite Befragung ihrer 12.000 Mitglieder in Auftrag. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Interdisziplinären Zentrum für Verkehrswissenschaften der Universität Würzburg und der Klinik für Neurologie der Universität Marburg. Die Rücklaufquote der Fragebögen lag bei stolzen 63 Prozent, und so konnten die Projektbearbeiterinnen Yvonne Körner und Charlotte Roth die Daten von fast 7.000 Patienten auswerten.


Es stellte sich heraus, dass 42 Prozent der Befragten ein plötzliches Einschlafen aus eigener Erfahrung kennen. Jedoch geben davon lediglich zehn Prozent an, dass dieses Wegnicken stets ohne vorherige Müdigkeit auftrete. Dabei handelt es sich vor allem um hochbetagte Menschen, vorwiegend Männer sowie Patienten mit einer schon weiter fortgeschrittenen Erkrankung.

"Ausführliche Analysen zum Schlafverhalten und zur Medikation zeigten, dass für diese Episoden weniger die Parkinson-Arzneimittel als vielmehr eine hohe Tagesmüdigkeit verantwortlich ist", so der Würzburger Psychologe Prof. Dr. Hans-Peter Krüger. Die Tagesmüdigkeit sei vor allem darauf zurückzuführen, dass die Patienten nachts schlecht schlafen - bei Parkinson ein häufiges Problem.

Laut Prof. Krüger sprechen die Befunde insgesamt nicht für die Existenz von echten Schlafattacken. Es sei eher davon auszugehen, dass die Patienten auch bei einem völlig unerwarteten Einschlafen vorher müde sind, dass sie aber diese Müdigkeit nicht mehr wahrnehmen oder einschätzen können. Nur acht Prozent der Befragten mit Führerschein seien seit ihrer Erkrankung auch einmal am Steuer eingeschlafen.

Wie es weitergeht? "Jetzt sind Untersuchungen nötig, die zeigen, dass die Diagnose Parkinson nicht mit einer prinzipiellen Fahruntüchtigkeit gleichzusetzen ist", sagt Krüger. Sicher könne jeder den Satz "Mobilität ist Lebensqualität" unterschreiben, und gerade für kranke Menschen sei Mobilität noch viel wichtiger als für gesunde. Nach Einschätzung von Krüger wird es darauf hinauslaufen, dass lediglich ein Teil der Parkinson-Patienten nicht mehr oder nur noch eingeschränkt am Straßenverkehr teilnehmen sollte.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Hans-Peter Krüger, T (0931) 31-2653, Fax (0931) 31-2616, E-Mail:
krueger@psychologie.uni-wuerzburg.de

Kurzfassung:

Nur wenige Parkinson-Patienten kennen plötzliche Schlafattacken

Im Jahr 1999 wurden fünf Fälle von Parkinson-Patienten bekannt, die Verkehrsunfälle verursacht hatten: Sie alle waren völlig unerwartet am Steuer eingeschlafen, hatten sich zuvor nicht einmal müde gefühlt. Bei dieser Erscheinung handelt es sich offenbar um ein Problem, das nur wenige Parkinson-Kranke betrifft. Das hat eine Untersuchung ergeben, an der sich fast 7.000 Patienten aus ganz Deutschland beteiligten. 42 Prozent der Befragten kennen ein plötzliches Einschlafen aus eigener Erfahrung. Jedoch geben davon lediglich zehn Prozent an, dass dieses Wegnicken stets ohne vorherige Müdigkeit auftrete. Dabei handelt es sich vor allem um hochbetagte Menschen, vorwiegend Männer sowie Patienten mit einer schon weiter fortgeschrittenen Erkrankung. Für das schnelle Einschlafen sei vor allem eine hohe Tagesmüdigkeit verantwortlich, und die komme daher, dass Parkinson-Patienten nachts häufig schlecht schlafen, so der Würzburger Psychologe Hans-Peter Krüger: "Jetzt sind Untersuchungen nötig, die zeigen, dass die Diagnose Parkinson nicht mit einer prinzipiellen Fahruntüchtigkeit gleichzusetzen ist." Durchgeführt wurde die Untersuchung von Wissenschaftlern der Universitäten Würzburg und Marburg im Auftrag der deutschen Parkinson-Vereinigung.


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Romanische Sprachen auf 10.000 Seiten 
 Wird die Jagd nach Coupons zum "Volkssport"?