Hilfe: Sie befinden sich auf...

Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 15.06.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.
Sie können auf die im Artikel enthaltenen Bilder klicken, um eine größere Version des Bildes angezeigt zu bekommen.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 15.06.07

Vorbild Maria Magdalena?

Preisträgerin Sabina Hösli Gubler (rechts) mit der Preisstifterin Prof. Maria Kassel
Juliette Ritz

Die Schweizer Theologin und Psychologin Sabina Hösli Gubler aus Zollikerberg im Kanton Zürich hat für eine Arbeit über "Maria Magdalena: Archetypische Aspekte einer biblischen Frauengestalt" den diesjährigen Maria-Kassel-Preis der Universität Münster erhalten. Überreicht wurde die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Bereich "Tiefenpsychologische Theologie" am 15. Juni 2007 in einer Feierstunde im Seminar für Theologische Frauenforschung der Universität Münster.


Der Preis wird vom Rektorat der Universität Münster in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Theologische Frauenforschung der WWU Münster seit 2003 alle zwei Jahre ausgeschrieben. Vergeben wird er für hervorragende Arbeiten mit tiefenpsychologischem Schwerpunkt, in denen die Symbolik religiöser Überlieferungen, religiöser Praxis und Lehre erforscht wird. Benannt ist er nach der Preisstifterin Prof. Maria Kassel, die während ihrer langjährigen Tätigkeit an der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU Münster von 1964 bis 1992 den Forschungsschwerpunkt "Tiefenpsychologisch-feministische Bibelexegese und deren Vermittlung in der Praxis" begründet hat.

Die diesjährige Preisträgerin Sabina Hösli Gubler hat in ihrer ausgezeichneten Diplomarbeit am Jung-Institut in Zürich die Gestalt der Maria Magdalena in ihrer Wirkungsgeschichte verfolgt - "eine unumstößliche Aufarbeitung des Frauenbildes in der katholischen Kirche", so Laudator Dr. Carl B. Möller vom Seminar für Pastoraltheologie und Religionspädagogik über die Bedeutung der Arbeit. Hösli Gubler zeigt, dass sich bereits bei den Kirchenvätern eine Vermischung der biblischen Gestalt Maria Magdalenas mit anderen biblischen Frauengestalten beobachten lässt. Sie wird nicht nur als erste Auferstehungszeugin gewürdigt, sondern gleichzeitig als Frau in ihrer großen Trauer, ihrer großen Liebe und ihrem großen Mitleid am Grab Jesu beschrieben. Die Texte der Kirchenväter zeigen nach Meinung von Hösli Gubler dabei eine deutliche Abwertung von Emotionalität und der Frau an sich.

Besonderes Augenmerk richtet die Arbeit auf zwei Texte aus der Zeit des 12. Jahrhunderts, in deren Zentrum Maria Magdalena steht. An ihnen zeigt die Theologin und Psychologin aus der Schweiz den Umschwung in der Bewertung der biblischen Gestalt: Nach Jahrhunderten der Abwertung von Gefühlen werde nun eine positive Bewertung von Trauerschmerz, Mitleid und Liebe eingeführt, die mit einer Aufwertung der vorher verachteten
Emotionen und der Frau an sich einher gehe. Die Preisträgerin deutet den Lebensweg der Maria Magdalena auch als Spiegel für einen Entwicklungsprozess von Frauen und Männern, der bis heute nichts von seiner Aktualität verloren habe.

Aufgewachsen in Männedorf am Zürichsee hat Sabina Hösli Gubler Evangelische Theologie an der reformierten Fakultät in Zürich studiert. Erste Pfarramtserfahrungen sammelte sie in einer ökumenischen Kirche in St. Gallen. Nach vier Jahren Pfarramt begann sie 1993 eine Ausbildung zur Erwachsenenanalytikerin am C.G. Jung-Institut in Zürich und arbeitete gleichzeitig als Seelsorgerin in der Psychiatrischen Klinik Rheinau. Seit Abschluss dieser Ausbildung mit einem Diplom in Psychologie arbeitet sie in einer Psychologisch-Psychiatrischen Gemeinschaftspraxis und sporadisch als Pfarrerin in der Kirchgemeinde Zollikon/Zollikerberg.

Weitere Informationen:


Norbert Frie, Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Untersuchung an 22 großen deutschen Kinderkliniken: Stationäre Aufnahmen von Kindern und Jugendlichen aufgrund von Alkoholvergiftungen 
 Bachs musikalisches Vermächtnis - Festakt zum Abschluss der Neuen Bach-Ausgabe