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Bertelsmann Stiftung, 21.11.02

Volkskrankheit Kopfschmerzen: Bedeutung der Halswirbelsäule

Gütersloh/Münster, 21. November 2002. Kopfschmerzen sind eine Volkskrankheit. Etwa je­der Dritte leidet im Laufe eines Jahres darunter. Während der gesamten Lebenszeit bleibt kaum jemand davon verschont. Schnell ist dann die Schmerztablette zur Hand. Stattdessen können auch chemiefreie Therapien helfen, denn häufig sind auch Funktionsstörungen der Halswirbelsäule Ursache des Übels. Experten aus den Bereichen Manualmedizin, Neurolo­gie, Orthopädie, Zahnheilkunde, Radiologie, Psychosomatik und Physiotherapie haben sich jetzt mit halswirbelsäulenbedingten Kopfschmerzen befasst. Die Leitung der Gesprächsrunde hatten Dr. Markus Schilgen, Orthopäde und Leiter der Akademie für Manuelle Medizin an der Universität Münster, und Privatdozent Stefan Evers, Oberarzt der Neurologischen Universi­tätsklinik Münster. Die Veranstaltung wurde von der Bertelsmann Stiftung unterstützt.

Halswirbelsäulenbedingte Kopfschmerzen sind in der Regel einseitig. Sie strahlen vom Na­cken aus, nach vorn zur Stirn oder ins Auge. Häufig kommt es zu Dauerschmerzen von quälender Intensität. Ursachen sind Bewegungsstörungen vor allem der oberen Halswirbelsäule. Aber auch Überlastung der Muskulatur zum Beispiel durch langes Sitzen vor dem PC oder simple Verschleißerscheinungen der Gelenke können Gründe sein. Halswirbelbedingter Kopf­schmerz kann auch in Kombination mit Migräne, Spannungs- oder Medikamentenkopfschmerz vorkommen.

Die richtige Diagnose erfordert eine fachübergreifende Zusammenarbeit des Hausarztes mit unterschiedlichen Kopfschmerzspezialisten. Sie wird vor allem durch eine eingehende Be­fragung des Patienten, eine manualmedizinische und neurologische Untersuchung gestellt. Ein Röntgenbild ist sinnvoll, darüber hinausgehende Verfahren wie Computer- oder Kernspinto­mographie dagegen sind selten erforderlich. Nützlich, gerade bei akuten Beschwerden, ist eine manuelle Therapie zur Verbesserung der Gelenkfunktion sowie zur Muskeldehnung und -stabilisation. Der Patient lernt Übungen und Verhaltensweisen, um Alltagsbelastungen aus­zugleichen. Eine frühe gezielte Diagnostik und Therapie ist sinnvoll, da Kopfschmerzen häu­fig chronisch werden können. In diesem Fall sollten auch psychosomatische Aspekte einbe­zogen werden. Auf jeden Fall muss vor längerandauerndem Schmerzmittelkonsum gewarnt werden

Rückfragen an: Dr. med. Markus Schilgen,
Akademie für Manuelle Medizin an der
Westfälischen Wilhems-Universität Münster
Telefon: 0 251 / 98 130-0

Weitere Informationen:


Julia Schormann, Bertelsmann Stiftung
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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