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Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 10.03.04

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Westfaelische Wilhelms-Universität Münster, 10.03.04

Viel Spaß bei der Kinder-Uni Münster

Erziehungswissenschaftler untersuchten Veranstaltungsreihe

Großes Interesse hatten die rund 800 Schüler, die im Schnitt zu den sechs Vorlesungen der Kinder-Uni Münster kamen. Foto: Peter Grewer

Auch die älteren Studierenden konnten noch etwas lernen bei der Kinder-Uni Münster: Rund 40 Pädagogik-Studierende aus dem Seminar von Dr. Dagmar Bergs-Winkels übten Methoden der empirischen Sozialforschung, indem sie die Kinder-Uni evaluierten. Mithilfe teilnehmender Beobachtung und vor allem durch Befragung der Kinder und Eltern haben sie die gemeinsam von Universität und "Westfälischen Nachrichten" im Wintersemester erstmals veranstaltete Reihe wissenschaftlich fundiert beleuchtet. Insgesamt wurden 463 Kinder und 242 Eltern befragt. Und obwohl es mitunter hoch herging im Hörsaal und Platzmangel die Freude an den Vorlesungen trübte, sind sich doch alle einig: Die Kinder-Uni ist Spitze!


"Wir haben von den Kindern nur positive Rückmeldungen bekommen", berichtet Carolin Gieseke, Mitarbeiterin von Bergs-Winkels. Auch die Eltern waren überwiegend sehr. Der rund 20 Fragen umfassende Fragebogen der Erziehungswissenschaftler offenbarte auch differenzierte Urteile: Jene Vorlesungen, die den Kindern die Möglichkeit gaben, aktiv teilzunehmen, kamen am besten an. Im Schnitt hatten 87 Prozent der befragten Kinder "viel" oder "sehr viel" Spaß. 94,5 Prozent verstanden "alles" oder "fast alles", 85,9 Prozent fanden die Vorlesung "interessant" oder "sehr interessant".

Die Vorlesung für die kleinen Studierenden vorzubereiten, war keine einfache Aufgabe für die Hochschullehrer. Dr. Christian Fischer vom Internationalen Centrum für Begabungsforschung (ICBF) hat deshalb auch die größte Hochachtung vor ihnen: "Es ist erstaunlich, wie viel Arbeit die Professoren in die Vorlesung stecken und mit welcher Begeisterung sie sich der Herausforderung stellen." Warum aber nehmen die Professoren die Mühe auf sich? Für den Planetologen Prof. Dr. Tilman Spohn war es selbstverständlich, sich an der Kinder-Uni zu beteiligen: "Ich finde es prinzipiell sehr gut, die Idee "Uni" schon an die Kinder heranzutragen."

Die Begeisterung für das Lernen und die Wissensvermittlung springt offensichtlich auf die Kinder über. Fischer weiß auch, warum: "Anders als in der Schule können sich die Kinder hier selbst aussuchen, was sie interessiert und zu welchem Thema sie etwas lernen wollen. Das ist ganz wichtig für die Motivation." Abgesehen davon, dass keine Hausaufgaben und keine Noten die Freude am Lernen vergällen, ist es für die acht- bis zwölfjährigen Schüler einfach aufregend, einmal die Universität zu besuchen und in einem so großen Hörsaal wie dem H1 mit anderen Kindern zuammenzukommen. Die "bewegten Bilder", wie die Power-Point-Präsentationen der Professoren genannt wurden, sind ebenfalls ein Element, was aus der Schule so nicht bekannt und darum umso interessanter ist.

Viele der Eltern, genau 86 Prozent der Befragten, haben früher einmal selbst studiert und wollten ihre Sprösslinge nun in die eigene Vergangenheit entführen. Außerdem, so die Hoffnung der Erwachsenen, sollen die Schüler durch die Kinder-Uni frühzeitig auf das Studium vorbereitet werden. Eine Kalkulation, die offensichtlich aufging: Ein Großteil der Schüler, so die Befragung, möchte später einmal ganz regulär studieren - vor allem die Naturwissenschaften stehen hoch im Kurs.

Das Interesse daran kann gleich bei der ersten Vorlesung im Sommersemester befriedigt werden: Der Chemiker Prof. Dr. Hans-Georg Barke wird am 23. April um 16.15 Uhr im Hörsaalgebäude Hindenburgplatz durch Experimente zeigen, dass Luft durchaus Gewicht und Substanz hat. Drei weitere Vorlesungen zu Musik, Sprachwissenschaft und Theologie werden folgen.

Weitere Informationen:


Brigitte Nussbaum, Westfaelische Wilhelms-Universität Münster
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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