Hilfe: Sie befinden sich auf...

Universität Koblenz-Landau, 17.06.03

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Universität Koblenz-Landau, 17.06.03

Versorgungspsychologie - Neues Konzept im Gesundheitswesen

Wie können Erkenntnisse aus der Forschung effektiv in die Praxis einfließen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Versorgungspsychologie, die als "Schnittstellen-Disziplin" zwischen Wissenschaft und klinischer Routineversorgung fungiert. Einen umfassenden Einblick in die Thematik gibt das aus einer Habilitationsschrift an der Universität in Landau entstandene Buch von Dr. Michael Kusch "Versorgungspsychologie - wie Forschung zur Praxis wird!".

Wie können Erkenntnisse aus der Forschung effektiv in die Praxis einfließen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Versorgungspsychologie, die als "Schnittstellen-Disziplin" zwischen den akademischen Wissenschaften und der klinischen Routineversorgung fungiert. Einen umfassenden Einblick in die Thematik gibt das aus einer Habilitationsschrift an der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau entstandene Buch von PD Dr. Michael Kusch "Versorgungspsychologie - wie Forschung zur Praxis wird!".


Mehr als hundert Jahre seit Bestehen der Psychologie als wissenschaftliche Disziplin haben ihre Ergebnisse und Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Leib und Seele sowie ihre Methoden und Strategien zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens und der sozialen Funktionsfähigkeit körperlich erkrankter Menschen kaum Eingang in die Gesundheitsversorgung körperlich und chronisch kranker Patienten gefunden, so Kuschs Forschungsergebnisse. Über 50 Jahre der Psychotherapieforschung haben die Wirksamkeit psychotherapeutischer und psychosozialer Behandlungsformen nachhaltig belegt. Nachgewiesen hat der Wissenschaftler ebenso, dass sich psychologische Interventionen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten rechnen. So könne die Gesellschaft mitunter für jeden Euro, den sie in die psychologische Schulung, Beratung oder Behandlung eines Patienten investiert, bis zu vier Euro an direkten oder indirekten Gesundheitskosten einsparen.

Obwohl es offensichtlich ist, dass die psychotherapeutische und psychosoziale Therapie für körperlich und chronisch kranke Menschen wichtig ist, fehlen diese Versorgungsformen im klinischen Alltag deutscher Krankenhäuser oft. Die Versorgungspsychologie zeigt nun einen Weg auf, über den Forschung zu Praxis wird.

In der Versorgungspsychologie bedient man sich nicht der im Gesundheitswesen zunehmend um sich greifenden "top-down-Strategie", d.h. von der Forschung in die Praxis, sondern entwickelt eine "bottom-up-Strategie". Gemeinsam mit klinisch tätigen Mitarbeitern lokaler Versorgungseinrichtungen (wie Kliniken, Rehabilitationskliniken, Gemeinschaftspraxen) wird das klinisch Notwendige und Machbare der psychosozialen Versorgung analysiert und mit dem vorhandenen Erkenntnisstand verknüpft. Dadurch entsteht ein Versorgungskonzept, das für die Praktiker relevant und gleichzeitig wissenschaftlich gestützt ist. Es dient darüber hinaus als Grundlage für die Entwicklung einer Versorgungsstrategie, die in einem Behandlungsprogramm schriftlich präzisiert, wann, wer, was, mit welchem Patienten und welcher Zielsetzung tut. In einem weiteren Schritt können derart spezifizierte Versorgungsleistungen problemlos in Versorgungsdokumente übertragen werden, wodurch die vom Gesetzgeber geforderte "fachliche Qualität" der Patientenversorgung sichergestellt wird. Die kontinuierliche Optimierung der Patientenversorgung wird dadurch gewährleistet.

Anders als in den akademischen Disziplinen üblich, stellt die Versorgungspsychologie ein "technologisches" Instrumentarium bereit, das das Managen der Entwicklung, Implementierung und Optimierung psychosozialer Versorgung erlaubt. Als "Care-Service-Science-Konzept" ist dieses Instrumentarium bereits im Einsatz.

Das Buch "Versorgungspsychologie - Wie Forschung zur Praxis wird!" umfasst 578 Seiten und ist für 59,90 Euro im Landauer Verlag Empirische Pädagogik erhältlich. Die Bezugsadresse lautet: Verlag Empirische Pädagogik, Bürgerstraße 23, 76829 Landau, Fax: 06341-906-166, ISBN: 3-933967-74-0

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
Zentrum für empirische pädagogische
Forschung
Bürgerstraße 23
76829 Landau

Tel.: 06341/906-175; 906-165 (Sekretariat)
Fax: 06341-906-200
Email: jaeger@zepf.uni-landau.de


PD Dr. Michael Kusch
Abt. Psychoonkologie Klinikum Kreis
Herford
Schwarzenmoorstraße 70
32049 Herford

Tel.: 05221-940
Fax: 0228-2873326
Email: psychoonkologie@klinikum-kreis-herford.de


Bernd Hegen, Universität Koblenz-Landau
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Frauen und Herzinfarkt: die CORA-Studie 
 FH Jena fertigte Stadtteilanalyse an: Im Winzerlaer Neubaugebiet ist Nachbarschaftssinn ausgeprägt