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Technische Universität Berlin, 22.08.07

TUB: Stille Einkehr für gestresste Mütter

Medieninformation der TU Berlin Nr. 188 vom 22. August 2007 / sn

Stille Einkehr für gestresste Mütter
Kunst- und Architekturstudenten der TU Berlin entwerfen ein
Zukunftskonzept für das Klosterstift Heiligengrabe in Brandenburg

Frauen haben seit Jahrhunderten das Leben im Klosterstift Heiligengrabe geprägt. Nun könnten dort auch Mütter mit ihren Kindern Erholung finden. Pläne von Studierenden der TU Berlin sehen vor, im Klosterstift Heiligengrabe in der Ostprignitz im Brandenburgischen ein Zentrum für Mütter-Kind-Kuren zu errichten mit dem Schwerpunkt, Essstörungen vorzubeugen. Unterstützt werden soll dies durch ökologischen Landbau in der Umgebung. Das entspricht der Tradition des einst von Zisterziensern gegründeten Klosters Heiligengrabe. Die Zisterzienser versorgten sich selbst und bewirtschafteten dafür viele Landstriche. Auch schlagen die Studenten vor, die zum Stift gehörenden unterschiedlichen historischen Gärten wie den Kräutergarten, den Kreuzgarten und die Stiftsgärten wieder zu rekonstruieren.


Entwickelt haben dieses Zukunftsszenario die Architekturstudierenden Anne Hartzsch und Moritz Taschner zusammen mit der angehenden Kunsthistorikerin Stephanie Großman im Rahmen eines interdisziplinären Ideenwettbewerbs an der TU Berlin. Sie bekamen für ihre Ideen einen zweiten Preisen in einem Wettbewerb, der vom Klosterstift Heiligengrabe selbst ausgelobt worden war. Vergeben wurden zwei zweite Preise, ein dritter und eine Idee wurde angekauft. Die Konzepte entstanden an den Fachgebieten Bau- und Stadtbaugeschichte sowie Kunstgeschichte unter Leitung der Stadtbauhistorikerin Christa Brandenburg und der Kunsthistorikerin Dr. Kerstin Wittmann-Englert.

Die Studierenden der Architektur, Landschaftsarchitektur und Kunstgeschichte waren im Sommersemester 2007 aufgerufen, sich mit dem Klosterstift Heiligengrabe auseinanderzusetzen. Aufgabe war es, für das gesamte Ensemble des Klosterstiftes ein Freiraumkonzept zu entwerfen, für leer stehende, aber mittlerweile restaurierte Gebäude Nutzungen zu entwickeln und das unter Denkmalschutz stehende Klosterstift den unterschiedlichsten Besu-chern erlebbar zu machen. Die Klosteranlage ist übrigens die einzige in Brandenburg, die fast vollständig erhalten ist.

Den anderen zweiten Preis erhielten Antonia Putzger (Kunstwissenschaft) und die Architekturstudenten Jahn Gehling sowie Jan Schmidt. Sie suchten besonders nach einem neuen Konzept für die das Klosterstift umgebenden Flächen. An die Stelle der bestehenden kleinteiligen Wege und Freiflächenstruktur setzten sie große Grünflächen mit Absenkungen und Erhöhungen, die teils privat, teils öffentlich zugänglich sein sollen. Auch ihr Konzept sieht die Rekonstruktion der Gärten vor. Um das Stiftsgelände erlebbar zu machen, wurden für die verschiedensten Interessen der Besucher eigens abgestimmte Führungen konzipiert.

Der dritte Preis ging an Benthe Verhagen, Studentin der Kunstwissenschaft, sowie an die Architekturstudenten Felix Büttner und Frank Häberer. Ihre Idee sieht vor, unterschiedliche Wohnformen für Einzelpersonen, Familien und ältere Menschen zu schaffen. Im Wirtschaftshof sollen diverse Gewerke angesiedelt werden. Der neue Klostereingang an ehemals historischem Ort zeichnet sich durch seine besondere Gestaltung mit einer Freifläche zum Verweilen aus.

Die Idee der drei angehenden Architekturstudenten Karolina Kubisiak, Ev Amelung-Sökezoglu und Patrick Heinisch sieht vor, das Kloster als Klosterferiendorf mit zu nutzen. Kinder könnten in den bisher leer stehenden Gebäuden ihre Ferien verbringen. Für das Stiftshauptmannshaus, einst Sitz der Klosterschule, ist eine Kindertagesstätte vorgesehen. Auch das Besucherkonzept ist auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten. So gibt es zu den Informationstafeln für Erwachsene auch niedrigere Tafeln für Kinder. Durch eine Art Schnitzeljagd, bei der eine fiktive kleine Äbtissin Fragen zum Klosterstift Heiligengrabe stellt, werden die Kinder durch die Anlage geleitet. Dieses Konzept überzeugte die Stifts-leitung so sehr, dass sie die Idee kauften.

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dr. Kerstin Wittmann-Englert, Institut für Geschichte und Kunstgeschichte der TU Berlin, Straße des 17. Juni 150/152, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-21297, Fax: -23844, E-Mail: kerstin.englert@tu-berlin.de, Christa Brandenburg, Institut für Architektur der TU Berlin, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-21950, Fax: -21947, E-Mail: brandenburg@baugeschichte.a.tu-berlin.de

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/


Dr. Kristina R. Zerges, Technische Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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