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Friedrich-Schiller-Universität Jena, 24.10.05

Thüringens Landtagsabgeordnete seit der "Wende"

Forscher der Universität Jena präsentieren morgen (25.10.) neuen Band zu 15 Jahren Landesparlamentarismus

Jena (24.10.05) Sozialwissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena stellen am Dienstag (25.10.) im Thüringer Landtag eine neue Publikation zum Landesparlament und seinen Abgeordneten vor. Auf den Tag genau 15 Jahre nach der konstituierenden Sitzung des Thüringer Landtags liegt damit eine erste Bilanz parlamentarischen Lebens und seiner Akteure im Freistaat seit dem politischen Umbruch vor. Die Publikation unter dem Titel "Der Thüringer Landtag und seine Abgeordneten 1990-2005" erscheint als Band 24 der vom Landtag herausgegebenen Schriften zur Geschichte des Parlamentarismus in Thüringen. Er geht auf Studien zu parlamentarischen Führungsgruppen im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 580 an der Universität Jena zurück, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert werden.


Im Mittelpunkt der Publikation stehen die knapp 200 Landtagsabgeordneten, die als gewählte Repräsentanten entscheidenden Anteil an der Neubegründung der parlamentarischen Demokratie im Freistaat gehabt haben. "Die meisten von ihnen sind 1990 ins kalte politische Wasser gesprungen. Nur die wenigsten waren etwa durch ihre Erfahrungen in der frei gewählten 10. Volkskammer mit parlamentarischen Abläufen vertraut", erläutert Projektleiter Prof. Dr. Heinrich Best von der Universität Jena. Vor diesem Hintergrund sind die Leistungen der Thüringer Parlamentarier und zumal der Gründungsgeneration eindrucksvoll. Anliegen des Bandes ist es aber vor allem, Aufschluss über die Veränderungen in der sozialen Zusammensetzung des Landtags sowie über die sich wandelnden Karriereverläufe und Einstellungen der Parlamentarier zu geben.

Zu den interessanten Befunden der Jenaer Studie gehört: Es ist zwar eine "Karrierisierung" in der Landespolitik eingetreten, aber das Abgeordneten-Dasein hat sich allenfalls zögerlich der Figur des Berufspolitikers angenähert. Von den insgesamt acht Beiträgen des Bandes beschäftigen sich daher auch drei mit dem Thema der Politik als Beruf. In weiteren Aufsätzen werden die soziale Herkunft der Landtagsabgeordneten und die steigende parlamentarische Repräsentation von Frauen unter die Lupe genommen. Der Einordnung der Ergebnisse in den landespolitischen Kontext dienen Beiträge zu den Entwicklungslinien des Landesparlamentarismus, zum Thüringer Parteiensystem und zur politischen Kultur. Die Veröffentlichung beschließt ein ausführlicher Dokumentationsteil. "Insgesamt zeichnet der Band in Analysen, Dokumentation und Zeitzeugenberichten", so Projektkoordinator und Dr. Mitautor Michael Edinger, "ein facettenreiches Bild der ersten 15 Jahre thüringischen Landesparlamentarismus seit der deutschen Einigung".

Kontakt:
Dr. Michael Edinger
Sonderforschungsbereich 580 der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Projekt "Delegationseliten nach dem Systemumbruch"
07737 Jena
Tel.: 03641 / 945055
E-Mail: s6edmi@nds.rz.uni-jena.de


Axel Burchardt, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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