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Deutsches Jugendinstitut e.V., 08.11.04

Schule - und dann?

Hamburg, Juni 2004: Das ZDF stellt 20 Mädchen und Jungen vor, die kurz vor ihrem Hauptschulabschluss stehen. Sie alle hoffen darauf, bis zum Herbst einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie alle sind hochmotiviert, haben Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit in ihrem eigenen kleinen Unternehmen, dem Sound-Café, unter Beweis gestellt, gemeinsam mit ihrer Lehrerin Bewerbungen formuliert und Vorstellungsgespräche geübt.

Hamburg, Oktober 2004: Nur eine hat es geschafft und eine Lehrstelle in einem Frisörsalon bekommen. Während eines Praktikums war es ihr gelungen, die Chefin von ihrer Eignung zu überzeugen. Die anderen 19 sind leer ausgegangen.


Meist hapert es an zu schlechten Noten. Außerdem machen RealschülerInnen den Jugendlichen mit Hauptschulabschluss zunehmend Konkurrenz auf dem enger gewordenen Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Tausende von Arbeitsplätzen, die vor Jahren noch HauptschulabgängerInnen offen standen, beispielsweise in der Bauwirtschaft, aber auch im Einzelhandel, sind durch Rationalisierungsmaßnahmen und fortschreitende Technisierung verloren gegangen. In anderen Bereichen sind handwerkliche Tätigkeiten durch einfachste Handlanger-Dienste und Niedriglohnjobs verdrängt worden.

Eine Längsschnittstudie des DJI untersucht derzeit, was getan werden kann und muss, um gerade diese jungen Menschen auf ihrem Weg von der Schule in die Ausbildung oder den Beruf zu unterstützen. Die Rubrik Auf einen Blick präsentiert erste Ergebnisse.

Dr. Tilly Lex vom Forschungsschwerpunkt "Übergänge in Arbeit" erläutert im Interview die Hintergründe der Studie. Sie hat die Daten der ersten Erhebungswelle ausgewertet, bei der rund 4.000 HauptschülerInnen an 128 Schulen in Deutschland befragt wurden. Die Antworten geben unter anderem Aufschluss darüber, wie die Schule mitwirken kann, um den Jugendlichen doch noch eine Perspektive zu geben. Die Folge-Erhebungen werden dann zeigen, welche Maßnahmen tatsächlich gegriffen haben.

Wie diese Maßnahmen im einzelnen aussehen können, zeigt Peter Herrmann im Blick von außen. Er ist Projektleiter und Koordinator eines Schulversuchs, der die enge Verzahnung der Lernorte Schule und Betrieb zum Ziel hat. Als Lehrer setzt er sich an einer Hamburger Hauptschule dafür ein, dass die SchülerInnen möglichst frühzeitig und umfassend durch Praktika erste berufliche Erfahrung gewinnen. Denn er ist überzeugt, dass Schule heute mehr leisten muss, als nur den Lehrstoff zu vermitteln.
Kontakt über Dr. Tilly Lex, lex@dji.de

Weitere Informationen:


Dr. Barbara Keddi, Deutsches Jugendinstitut e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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