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Universität Augsburg, 25.07.06

Schüler lernen selbstständiger in Notebook-Klassen

Ein Jahr lang haben die Wissenschaftler die Arbeit in drei Klassen im Mittlere-Reife-Zug der Hauptschule Geretsried unter die Lupe genommen. "Die Hauptschule bietet für die Einrichtung von Notebook-Klassen besonders gute Voraussetzungen. Der Einsatz des Computers ist in vielen Unterrichtsfächern schon sehr lange im Lehrplan verankert, ebenso wie fächerübergreifender und projektorientierter Unterricht. Das Klassenleitersystem erleichtert das Arbeiten in einer Notebook-Klasse, weil kein strikter 45-Minuten-Takt vorgegeben ist und der Lehrer die Schüler in mehreren Fächern unterrichtet", sagt Susanne Fiedler, Klassleiterin einer Notebook-Klasse an der Hauptschule Geretsried. Vor vier Jahren hat sie die Notebook-Klassen an der Hauptschule Geretsried eingeführt.


In Bayern gibt es insgesamt 50 Notebook-Klassen, davon 40 im Rahmen des Projektes "i lern" der Stiftung Bildungspakt Bayern. Vor dreieinhalb Jahren fiel der Startschuss zu "i lern". "Wir wollten wissen, in welchen Bereichen es sinnvoll ist, Notebooks im Unterricht einzusetzen", betont Regina Pötke, Geschäftsführerin der Stiftung Bildungspakt Bayern. Und es hat sich gezeigt: Durch die Arbeit mit den Notebooks können die Schüler Informationen besser recherchieren, diese klarer strukturieren und präsentieren. Notebooke-Einsatz führt aber nicht automatisch zu besseren Noten. "Erfreulich ist, dass die fachlichen Leistungen konstant bleiben und gleichzeitig andere Fertigkeiten wie Problemlösen und Informationsmanagement verbessert werden", erklärt Gabi Reinmann. Auch hat sich im Rahmen der einjährigen Einzelfallstudie gezeigt, dass der Vorwurf, Schüler von Notebook-Klassen würden die Geräte nachmittags ausschließlich für Computer-Spiele gebrauchen, falsch ist. Vielmehr setzen sie den Rechner stärker für Hausaufgaben ein als die Vergleichsklasse.

Wesentlich für den Erfolg ist laut Reinmanns Studie neben der Professionalität des Lehrers und seiner Auffassung von Unterricht die Unterstützung der Schulleitung, des Kollegiums und der Eltern, denn der Notebook-Unterricht wird nicht per se besser bewertet oder mit mehr Interesse verfolgt. Ist der Unterricht aber abwechslungsreich und gut vorbereitet, zeigen sich die Schüler zufrieden - speziell, wenn die Art des Lernens mit den Prüfungsanforderungen übereinstimmt. "Die Lehrkräfte brauchen dazu praktikable Konzepte und Materialien für den Laptop-Unterricht. Davon gibt es leider noch zu wenig", so Reinmann. Die Stiftung Bildungspakt Bayern unterstützt daher seit zwei Jahren den Aufbau einer Datenbank mit Unterrichtsmaterialien (siehe http://www.digitale-schule-bayern.de)

Im Rahmen von "i lern" besitzt jeder Schüler einer Klasse ein eigenes Notebook, das er überall nutzen kann. Für soziale Härtefälle wurde bei der Stiftung eigens ein Fonds eingerichtet, der diskret und unbürokratisch 55 Prozent der Anschaffungssumme übernimmt. "So konnten wir jedem Schüler, der Interesse hatte, die Teilnahme ermöglichen. Unser Dank gilt natürlich vor allem den engagierten Lehrkräften, die zum Erfolg des Projektes maßgeblich beigetragen haben", sagt Regina Pötke.
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Weitere Informationen im Internet:

Projektseite:
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/...odules/content/index.php?id=29

Abschlussbericht:
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/...k-Klassen_Abschlussbericht.pdf
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Kontakt:

Prof. Dr. Gabi Reinmann
Medienpädagogik
Universität Augsburg
Telefon 0821/598-5576 oder (Sekretariat) -5657
gabi.reinmann@phil.uni-augsburg.de
http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/modules/news/

Claudia Piatzer
Pressesprecherin Stiftung Bildungspakt Bayern
Telefon 089/2186-2085
Fax 089/2186-1803
claudia.piatzer@stmuk.bayern.de
http://www.bildungspakt-bayern.de/


Klaus P. Prem, Universität Augsburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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