Hilfe: Sie befinden sich auf...

Ruhr-Universität Bochum, 10.02.06

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Ruhr-Universität Bochum, 10.02.06

RUBIN 1/06: Vati ging malochen, Mutti stand am Herd

Der Mann schuftete den ganzen Tag im Bergbau, die Frau bekam durchschnittlich sechs Kinder und widmete sich der Hausarbeit. So sah Ende des 19. Jahrhunderts die klassische Arbeitsteilung in Ruhrgebietsfamilien aus. Wer glaubt, davon sei heute nichts mehr zu spüren, der irrt. Noch rund 100 Jahre später wirken die Geschlechterrollen nach. In einem Forschungsprojekt des Instituts für soziale Bewegungen untersuchte Yong-Suk Jung (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum) den Strukturwandel im Ruhrgebiet und seine Auswirkung auf die Erwerbstätigkeit der hier lebenden Frauen. Die RUB-Studie zeigt: Noch immer haben Frauen im Ruhrgebiet schlechtere Chancen berufstätig zu sein als im Bundesdurchschnitt.

Bochum, 10.02.2006
Nr. 50

Vati ging malochen, Mutti stand am Herd
Familie und Beruf: Im Ruhrgebiet noch immer stärker getrennt
RUBIN 1/06: Strukturwandel für Frauen nur begrenzt erfolgreich

Der Mann schuftete den ganzen Tag im Bergbau, die Frau bekam durchschnittlich sechs Kinder und widmete sich der Hausarbeit. So sah Ende des 19. Jahrhunderts die klassische Arbeitsteilung in Ruhrgebietsfamilien aus. Wer glaubt, davon sei heute nichts mehr zu spüren, der irrt. Noch rund 100 Jahre später wirken die Geschlechterrollen nach. In einem Forschungsprojekt des Instituts für soziale Bewegungen untersuchte Yong-Suk Jung (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum) den Strukturwandel im Ruhrgebiet und seine Auswirkung auf die Erwerbstätigkeit der hier lebenden Frauen. Die RUB-Studie zeigt: Noch immer haben Frauen im Ruhrgebiet schlechtere Chancen berufstätig zu sein als im Bundesdurchschnitt.


Beitrag mit Bildern im Netz

Den vollständigen Beitrag mit Bildern finden Sie im Internet unter: http://www.rub.de/rubin.

Keine Arbeit für Frauen

Die Industrialisierung durch Kohle und Stahl schuf Ende des 19. Jahrhunderts viele Arbeitsplätze im Ruhrgebiet. Allerdings nur für Männer. Frauen unter Tage zu beschäftigen, war im deutschen Kohlenrevier strengstens verboten. Die "Männlichkeit" der industriellen Arbeitswelt sorgte für eine niedrige Frauenerwerbstätigkeit. Folge war die überdurchschnittlich hohe Kinderzahl und diese wiederum Grund für das Hausfrauendasein. Erst mit der Kohlenkrise Ende der 1950er Jahre nahm der Strukturwandel seinen Anfang. Die Einführung von Dienstleistungsberufen und Teilzeitarbeit brachte immer mehr Arbeitsplätze für Frauen. Auch die Bildungsreform in den 1960er Jahren stellte für die Ruhrgebietsfrauen eine große Chance dar.

Frauen nur die scheinbaren Gewinner

Trotz der verbesserten Möglichkeiten blieb der Umfang der Frauenarbeit im Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Regionen unterdurchschnittlich. Auch die geschlechterspezifische Arbeitsaufteilung im Berufsleben selbst veränderte sich durch den Strukturwandel nicht grundsätzlich. Diese Entwicklung erklärt sich unter anderem durch das schwerindustrielle Erbe: Im Ruhrgebiet entstanden vor allem von der Schwerindustrie abhängige Bereiche, etwa die Energie- und Bergbauwirtschaft oder der Stahl-, Fahrzeug- und Maschinenbau, also Berufe, die für Frauen wenig attraktiv sind.

Themen in RUBIN 1/2006

In RUBIN 1/06 finden Sie außerdem folgende Themen: Die Silbermann-Orgel in der Dresdener Hofkirche nach der Restaurierung: Wie nahe sind wir dem Klang von 1755?; Koppelgeschäfte stärken EU-Kompetenz: Wer regiert Europa?; Neues OP-Verfahren bei Halswirbelsäulenerkrankungen: Befreiung durchs Schlüsselloch; Cochlea-Implantat-Forschung: Hören, wenn das Ohr nicht funktioniert; Dicht und steril im Doppelpack: Plasma-Sterilisation von PET-Flaschen; Muskelkontraktion im virtuellen Experiment: Wenn der Computer die Muskeln spielen lässt; Suche nach dem chemischen Ursprung des Lebens: Moleküle, die sich selbst vermehren; Editorial (Prorektor Prof. Elmar W. Weiler): Zur Exzellenzinitiative. RUBIN ist in der Pressestelle der Ruhr-Universität (Tel. 0234/32-22830) zum Preis von 2,50 Euro erhältlich und steht im Internet unter: http://www.rub.de/rubin.

Weitere Informationen

Yong-Suk Jung, Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum, Clemensstraße 17-19, 44789 Bochum, Tel. 0234/32-24687, E-Mail: Yong-Suk.Jung@ruhr-uni-bochum.de, http://www.rub.de/rubin

Weitere Informationen:


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Integration und Sprache: Professionelle Unterstützung statt Schulhofdeutsch 
 Kassels Umlandgemeinden "altern" stärker. UNIK-Wissenschaftler zeigt Trend und mögliche Konsequenzen