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Ruhr-Universität Bochum, 22.07.03

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Ruhr-Universität Bochum, 22.07.03

RUBIN 1/03: Tinguely-Maschinen philosophisch betrachtet

Die Maschinen des Künstlers Jean Tinguely sind keine Geräte, die nur ihren Zweck erfüllen und an ihren Ergebnissen gemessen werden. Sie spielen. Sie sind in ihren Bewegungen nicht berechenbar. Sie malen. Sie zerstören sich selbst. Es fasziniert ihre Ähnlichkeit mit uns Menschen - philosophisch aufgespürt von Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe im aktuellen Wissenschaftsmagazin RUBIN der Ruhr-Universität Bochum.

Bochum, 22.07.2003
Nr. 234

Glückliche Maschinen ...
... und die ewige Suche nach dem Sinn menschlicher Existenz
RUBIN 1/03: Tinguely-Maschinen philosophisch betrachtet

Die Maschinen des Künstlers Jean Tinguely sind keine Geräte, die nur ihren Zweck erfüllen und an ihren Ergebnissen gemessen werden. Sie spielen. Sie sind in ihren Bewegungen nicht berechenbar. Sie malen. Sie zerstören sich selbst. Es fasziniert ihre Ähnlichkeit mit uns Menschen - philosophisch aufgespürt von Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe (Allgemeine Pädagogik, Fakultät für Philosophie, Pädagogik und Publizistik der RUB) im aktuellen Wissenschaftsmagazin RUBIN.


RUBIN im Internet

RUBIN 1/03 inklusive Fotos finden Sie im Internet unter: http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin1_03/

Was und wie der Mensch ist

In ihre Betrachtungen bezieht Meyer-Drawe auch andere Künstler und Philosophen ein wie Nietzsche, La Mettrie, Paul Valéry, Hans Blumenberg, Jean-Paul, Heinrich von Kleist, E.T.A. Hoffmann oder Claude Shannon. So ist die Maschine im Sinne La Mettrie's (Philosoph und Arzt des 18. Jh.) nicht die Lösung der Frage nach der menschlichen Existenz, sondern deren Rätsel selbst. Die Maschine reserviert den Platz eines Mangels, der darin besteht, dass der Mensch letztlich niemals erkunden wird, was und wie er ist. "Wer weiß übrigens" - so fragt er - "ob der Sinn der Existenz des Menschen nicht in seiner Existenz selbst liegt?"

Jean Tinguely - Vita

Tinguely wurde 1925 in Fribourg in der Schweiz geboren. 1941 beginnt er seine Lehrzeit und Arbeit als Dekorateur. 1951 unternimmt er erste Experimente mit tönenden Wasserplastiken. 1952 geht er nach Paris und kreiert 1954 erste kinetische Objekte in Form motorisierter Reliefs. 1959 wirft er sein "Manifest für Statik" in 150 000 Flugblättern über Düsseldorf ab. Seine zeichnende Maschine wird ausgestellt. 1960 reist er in die USA, wo sein berühmtes Happening "Hommage to New York" mit einer Maschine, die sich selbst zerstört, stattfindet. Weitere Etappen: 1963 - 1965 die Phase der einheitlich schwarz bemalten Plastiken, seit 1971 entstehen monumentale Plastiken und seit 1977 kinetische Brunnenplastiken und Klanginstallationen, 1986 gestaltet er "Mengele-Totentanz" und 1988 beginnt er seine Arbeit an den "Philosophen". Jean Tinguely stirbt 1991 in Basel.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe, Allgemeine Pädagogik unter besonderer Berücksichtigung moderner Technologien und Medien, Fakultät für Philosophie, Pädagogik und Publizistik, Tel.: 0234/32-22741, E-Mail: Kaete.Meyer-Drawe@ruhr-uni-bochum.de

Themen in RUBIN 1/2003

Weitere Themen in RUBIN: Zur Situation im Irak (Gastkommentar von Peter Scholl-Latour); Humanitäre Hilfe im Schatten des Regimewechsels im Irak; Faszination Diamant: Zauber und Geschichte eines Edelsteins; Das kindliche Gehirn schützen, Nervenzellen ersetzen; Wenn Berührung weh tut - Neue Wege in der Schmerztherapie; Formgedächtnislegierungen - Metalle erinnern sich; "Cat Walk" und Westernheld - was Bewegung ausdrückt; Kanal voll: Wenn Bäume in Rohren Wurzeln schlagen; News. RUBIN ist in der Pressestelle der Ruhr-Universität Bochum zum Preis von 2,50 Euro erhältlich.

Weitere Informationen:


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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