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Ruhr-Universität Bochum, 14.03.00

RUB-Studie: Gute Noten für Ordnungshüter

Das Ansehen der Polizei in der Bochumer Bevölkerung wurde 1999 von Bochumer Wissenschaftlern um Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind (Kriminologe, Juristische Fakultät der RUB) untersucht. Über einen Zeitraum von acht Wochen wurden 1.661 Bochumer Bürger von Studenten interviewt. Dabei stellte sich heraus, dass die Befragten die Polizei insgesamt mit einer Durchschnittsnote von 2,7 bewerteten. Dabei vergaben rund 80 Prozent der befragten Bochumer Bürger die Noten "gut" und "befriedigend" - nur 2,7 Prozent bewerteten die Polizei insgesamt mit "mangelhaft" oder "ungenügend".

Bochum, 14.03.2000
Nr. 63

Umgangsformen wichtig
Gute Noten für Ordnungshüter
RUB-Wissenschaftler: Studie zum Ansehen der Polizei

Das Ansehen der Polizei in der Bochumer Bevölkerung wurde 1999 von Bochumer Wissenschaftlern um Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind (Kriminologe, Juristische Fakultät der RUB) untersucht. Über einen Zeitraum von acht Wochen wurden 1.661 Bochumer Bürger von Studenten interviewt. Die überdurchschnittlich hohe Ausschöpfungsquote von rund 80 Prozent hatten die Wissenschaftler vor allem der guten Unterstützung durch die Medien zu verdanken, die im Vorfeld der Befragung die Bevölkerung aufforderten, bei der Studie tatkräftig mitzuwirken.


Gute Bewertung der Polizei insgesamt

Dabei stellte sich heraus, dass die Befragten die Polizei insgesamt mit einer Durchschnittsnote von 2,7 bewerteten. Dabei vergaben rund 80 Prozent der befragten Bochumer Bürger die Noten "gut" und "befriedigend" - nur 2,7 Prozent bewerteten die Polizei insgesamt mit "mangelhaft" oder "ungenügend".

Umgangsformen von über 80 Prozent der Befragten positiv bewertet

Die Befragten beurteilten nicht nur die Polizei insgesamt, sondern auch die Aufgabenerfüllung und die Umgangsformen der Polizeibeamten. Während die Beamten für die Aufgabenerfüllung im Straßenverkehr die Durchschnittsnote 2,9 erhielten, bekamen sie für die Kriminalitätsbekämpfung eine 3,1. Weitaus positiver bewerteten die Bürger die Umgangsformen der Polizeibeamten. So hielten 85,6 Prozent den typischen Bochumer Polizeibeamten für hilfsbereit bzw. eher hilfsbereit. 84,1 Prozent schätzten ihn als höflich bzw. eher höflich ein und 81,2 Prozent meinten der typische Polizeibeamte sei kompetent bzw. eher kompetent. Die richtigen Umgangsformen spielten eine ganz entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Polizei. Schulungen zum einwandfreien Verhalten z. B. bei der Aufnahme von Anzeigen sind der beste Weg, das Ansehen der Polizei noch weiter zu verbessern.

Engagement wichtig

Mangelnde Erfolge bei der Täterermittlung werden von den Bürgern dann verziehen, wenn sie das Gefühl haben, die Polizei habe alles versucht, um die Tat aufzuklären. So bewerteten Opfer, die den Eindruck hatten, die Polizei habe sich wirklich bemüht, die Straftat aufzuklären, die Polizei in der Anzeigesituation durchschnittlich mit der Note 1,9. Opfer, die diesen Eindruck nicht hatten, vergaben hingegen nur durchschnittlich die Note 3,5. Zudem fanden die Bochumer Krimino-logen heraus, dass negative persönliche Erfahrungen mit der Polizei die Einstellung zu ihr weit mehr verschlechtern als gute Erfahrungen diese verbessern.

Frauen bewerten Umgangsformen positiver

Bei der Betrachtung der soziodemographischen Unterschiede der Befragten, konnten die Wissenschaftler feststellen, dass Frauen die Hilfsbereitschaft und Höflichkeit der Beamten etwas positiver als die Männer bewerteten. Je älter die befragten Personen waren, desto hilfsbereiter, kompetenter und höflicher schätzten sie die Polizeibeamten ein. Kaum Unterschiede gab es bei den Antworten der Deutschen gegenüber derer der Nicht-Deutschen. Während die Nicht-Deutschen der Polizei insgesamt die Durchschnittsnote 2,6 gaben, erhielten die Gesetzeshüter von den Deutschen die Note 2,7.

Befragung repräsentativ

Da es sich bei der Untersuchung um eine repräsentative Studie gehandelt hat, sind die Ergebnisse auch auf andere Orte übertragbar.

Weitere Informationen und Material

Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind, Ruhr Universität Bochum, Juristische Fakultät, Lehrstuhl für Kriminologie, Strafvollzug und Kriminalpolitik, 44801 Bochum, Tel.: 0234/32-25245, Fax: 0234/32-14328, E-Mail: LS.Schwind@jura.ruhr-uni-bochum.de


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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