Hilfe: Sie befinden sich auf...

Ruhr-Universität Bochum, 26.01.04

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Ruhr-Universität Bochum, 26.01.04

RUB-Musikwissenschaft: CD-Rom "Historische Orgeln im Ruhrgebiet" erschienen

Eine neue CD-Rom dokumentiert alle "historischer Pfeifen" des Ruhrgebiets. Rund 176 Orgeln aus der Zeit vor 1945 - mehr als erwartet - fanden Musikwissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum auf ihrer Recherchetour durch das Revier. Die CD "Historische Orgeln im Ruhrgebiet" enthält eine musikwissenschaftliche Einleitung und umfangreiches Datenmaterial etwa zu Geschichte, Erbauer, Standort, Register- und Manualanzahl, dazu rund 2.500 Fotos.

Bochum, 26.01.2004
Nr. 25

Von alten Pfeifen und Registern
CD-Rom zu "Historischen Orgeln im Ruhrgebiet"
RUB-Musikwissenschaftler durchforsteten Kirchen

Eine neue CD-Rom dokumentiert alle "historischer Pfeifen" des Ruhrgebiets. Rund 176 Orgeln aus der Zeit vor 1945 - mehr als erwartet - fanden Musikwissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum auf ihrer Recherchetour durch das Revier in den Grenzen des Kommunalverbandes Ruhrgebiet (KVR). Die aktuelle CD-Rom von Prof. Dr. Christian Ahrens, Sven Dierke und Stefan Gruschka "Historische Orgeln im Ruhrgebiet" (Institut für Musikwissenschaft der RUB) enthält eine musikwissenschaftliche Einleitung und umfangreiches Datenmaterial etwa zu Geschichte, Erbauer, Standort, Register- und Manualanzahl sowie Baujahr der Orgeln, dazu rund 2.500 Fotos. Der Clou: Alle Register können nun die Nutzer selbst ziehen - die Benutzeroberfläche gleicht einem Orgelspieltisch. Unterstützt wurde das Projekt mit rund 20.000 Euro von der Fritz Thyssen Stiftung.


Ein Prachtwerk bei Krupp

Allein 19 der 176 historischen Orgeln fanden die Wissenschaftler in Bochum. Im benachbarten Essener Dom spürten sie aber die älteste Orgel des Reviers auf. Diesem 1664 von Heinrich Springhorum erbauten Instrument setzte der Holzwurm im Laufe der Jahrhunderte so stark zu, dass 1934 die letzten originalen Windladen, Pfeifen sowie Teile des Spieltisches entfernt werden mussten. Erst in den 1960er Jahren baute der Kevelaer Orgelbauer Romanus Seifert neue Pfeifen in das historische Gehäuse ein. Auch außerhalb des liturgischen Raums wurden die Bochumer Musikwissenschaftler fündig, so in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz in Dortmund (DASA), in der eine Kinoorgel aus dem Jahr 1928 ausgestellt ist. Gebaut wurde sie für das New Yorker Temple Theatre, Ithaca, und von 1935 bis 1960 in der benachbarten Methodistenkirche bespielt. Die Orgel kam 1993 über Umwege ins Ruhrgebiet, sämtliche ihrer historischen Register sind noch vorhanden. Sogar eine Hausorgel mit Selbstspielvorrichtung entdeckten die Forscher - in der Kruppschen Villa Hügel. Der Hersteller schrieb damals dem Industriellen, sie sei "ein Prachtwerk" und werde "sicherlich den Beifall" der Familie finden.

Unschätzbare Datenbasis für Forscher und Kirchenmusiker

Orgelsachverständige der evangelischen und der katholischen Kirchen sowie die Gemeinden und Küster vor Ort halfen dem Bochumer Team bei der akribischen Dokumentation. Mit dieser CD-Rom steht nun eine umfangreiche Materialbasis für die orgelkundliche Forschung bereit. Zugleich will sie Kirchenmusiker auch für den Wert ihrer Instrumente sensibilisieren. Angesichts oft willkürlich und unsachgemäß durchgeführter "Modernisierungen" plädieren die Herausgeber in ihrer Dokumentation "für einen respektvollen Umgang mit deren historischer Substanz".

Bezug und Titelaufnahme

Historische Orgeln im Ruhrgebiet, CD-Rom herausgegeben von Christian Ahrens, Sven Dierke und Stefan Gruschka, 2003. Die CD-Rom ist zum Preis von 30 Euro plus Versandkosten über die Herausgeber zu beziehen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christian Ahrens, Musikwissenschaftliches Institut der Ruhr-Universität Bochum, GA 04/48, Tel. 0234/32-22394, E-Mail: christian.ahrens@rub.de


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Hochschulambulanzen sind unterfinanziert; BMBF- initiierte Studie bietet erstmals konkrete Belege 
 Von der Geschichtsruine zur Ikone der Metropole