Religion in Russland zur Zeit der Aufklärung
"Das eine ist ein Gelehrter, das andere ein Aufgeklärter" - Religion in Russland zur Zeit der Aufklärung heißt der Vortrag, den der Historiker Dr. Michael Schippan am 20. März 2008 um 14.15 Uhr im Saal des Anna-Vorwerk-Hauses, Herzog August Bibliothek, Schloßplatz 4, 38304 Wolfenbüttel über sein Projekt im Rahmen der Werkstattgespräche halten wird.

Katharina II. (1729-1796), Kaiserin von Russland
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Nikolaj Novikov (1744-1818), Moskauer Aufklärer, Freimaurer und Verleger religiöser Literatur
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Mit ebendiesen Worten "Das eine ist ein Gelehrter, das andere ein Aufgeklärter" unterschied der Moskauer Erzbischof Platon Lev¨in in seiner Predigt anlässlich der Einführung der Pockenimpfung 1768 den vorwiegend nach Wissen Strebenden von einem tugendhaften Menschen, dem die "wahre Aufklärung" (istinnoe prosve¨?enie) zuteil werde. Die "Wahrheit des Verstandes" stünde nicht im Gegensatz zur "Wahrheit des Glaubens", meinte der Geistliche, der einen "Mittelweg" zwischen Vernunft und Offenbarung empfahl. Während sich das Weltbild der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung des Russischen Reiches im Einklang mit den Lehren der orthodoxen Kirche befand, wandten sich einige führende Vertreter des geistlichen Standes der Literatur aufgeklärter protestantischer Theologen zu, wie am Beispiel der Rezeption von Schriften J. J. Spaldings, M. Crugots und G. F. Stenders gezeigt werden soll.
Die Toleranzpolitik Katharinas II. schuf dabei durchaus entsprechende Bedingungen für eine geistige Belebung im Bereich der russisch-orthodoxen Kirche.



