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Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 19.09.02

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Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 19.09.02

Reformiert - die Ausbildung in der Altenpflege! - Saarland setzt neues Gesetz in Kraft -

Qualifizierte Altenpfleger/innen werden dringend benötigt - doch auf dem Arbeitsmarkt sind sie rar. Der Mangel wird nicht nur durch zu wenig ausgebildetes Fachpersonal verursacht. Er verschärft sich zunehmend, weil viele ausgebildete Altenpfleger/innen ihren Beruf nach kurzer Zeit verlassen und sich eine andere Arbeit suchen. Die Gründe für diesen Ausstieg liegen nicht zuletzt in der Berufsausbildung zum/zur Altenpfleger/in: In der überwiegend schulisch organisierten Ausbildung wird zu wenig auf die tatsächlichen Anforderungen und berufsspezifischen Belastungen in der Altenpflege vorbereitet - praktische Handlungskompetenz wird kaum vermittelt. Die Reform der Altenpflegeausbildung, wie sie vom Saarland vorangetrieben und mit dem im Juni 2002 erlassenen "Gesetz über die Altenpflegeberufe im Saarland" festgeschrieben wurde, setzt genau an diesem Problem an. In Zusammenarbeit mit berufsbildenden Schulen und Ausbildungseinrichtungen im Saarland hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hier ein Curriculum entwickelt, das sich auf die Vorgaben des Altenpflegegesetzes stützt und als Kern eine weitgehende Annäherung der schulischen Ausbildung an die Standards der dualen Berufsausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz vorsieht.


Neu an dem Curriculum gegenüber der bisherigen Ausbildung zum/zur Altenpfleger/in sind

die praktische Berufsausbildung: In der schulisch dominierten Ausbildung wurde sie als "Praktikum" verstanden - jetzt wird sie zu einem eigenständigen Teil der Ausbildung. Sie wird dort durchgeführt, wo "Praxis" stattfindet - in der Realität der Altenpflege.

die beruflichen Lernziele: Sie sind sowohl im praktischen wie auch im schulischen Teil des Curriculums für die Berufsausbildung zum/zur Altenpfleger/in enthalten und beschreiben konkrete berufliche Handlungskompetenzen als Ausbildungsziel.

die Aufgabenteilung zwischen ausbildender Schule und praktischer Ausbildung: Jeder Lernort erhält einen auf seine besonderen Qualifizierungsaufgaben zugeschnittenen Lehrplan. Für den "Betrieb" weist der Ausbildungsrahmenplan die in der Praxis zu vermittelnden Lernzielen aus, für die Schule beschreibt der Rahmenlehrplan die an beruflichen Handlungskompetenzen ausgerichteten Inhalte und Lernziele.

die Profilierung des Berufs: Sie hebt sich deutlich ab von der bisherigen Vorstellung eines (Kranken)Pflegeberufes. Der nach dem neuen Curriculum ausgebildete Beruf hat ein erkennbares gerontologisches Profil, dessen Grundlage ein sicheres Wissen um die Begleitumstände des Alterns ist.

die berufliche Flexibilität und die Perspektive beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten: Sie sind Bestandteil des gesamten Ausbildungskonzepts. Insbesondere im dritten Ausbildungsjahr werden neben den traditionellen Aufstiegsfortbildungen berufsbiografische Perspektiven skizziert (z.B. Kurz- und Tagespflege, gerontopsychiatrische Pflege, Hospizpflege etc.), die die Altenpflege als Beruf festigen und damit auch den Verbleib in diesem Tätigkeitsbereich nachhaltig beeinflussen.

Die jetzt vom BIBB vorgelegte Broschüre "Berufsausbildung in der Altenpflege" beschreibt die Hintergründe und Argumente für ein verändertes Curriculum in der Altenpflege, stellt die Neuerungen vor und dokumentiert das gesamte Curriculum für die praktische und die schulische Berufsausbildung.

Die Broschüre "Berufsausbildung in der Altenpflege - Lernzielorientiertes Curriculum für die praktische und schulische Ausbildung auf der Grundlage des Berufsgesetzes für die Altenpflege (AltPflG)" ist zum Preis von Euro 9,90 zu beziehen beim W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG, Postfach 10 06 33, 33506 Bielefeld, Tel. 0521/911 01-11, Fax: 0521/911 01-19, E-Mail: service@wbv.de


Dr. Ilona Zeuch-Wiese, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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