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Musikhochschule Lübeck, 11.01.06

"Digitaler Notenschrank" macht Brahms-Schätze zugänglich

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck will seine kostbare Sammlung digitalisieren und über das Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen.

Rund 10.000 gedruckte Notenseiten aus Erstdrucken von Johannes Brahms werden in hoher Qualität eingescannt und unter der Adresse http://www.brahms-institut.de zum Jahresende 2006 abrufbar sein. Das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr stellt die notwendigen Mittel in Höhe von 90.000 Euro dafür zur Verfügung. Wirtschaftsminister Dietrich Austermann übergab heute in Lübeck den Förderbescheid an das Brahms-Institut. Austermann: "Mit der Digitalisierung der Erstdrucke wird der Weltöffentlichkeit ein Kulturschatz ersten Ranges zugänglich gemacht." Die Mittel stammen aus dem Programm zur Ausstattung der Schleswig-Holsteinischen Hochschulbibliotheken im Rahmen des Schleswig-Holstein-Fonds.


Die Sammlung des Brahms-Instituts umfasst neben Musikhandschriften, Briefen, Fotos und anderen Quellen auch alle Erstdrucke von Johannes Brahms. Die freie Verfügbarkeit der Titel- und Notenseiten in digitaler Form gewährleistet eine bessere Konservierung der kostbaren Original-Quellen, die für Musiker, Musikwissenschaftler und Editoren wertvolle Hinweise liefern können. Der Leiter des Brahms-Instituts, Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, ist von der Ausstrahlung des Projektes überzeugt: "Die Digitalisierung der einzigartigen Bestände wird den Zugang zu den Quellen enorm verbessern. Mit der Mittelzuweisung wird die Realisierung eines zukunftsorientierten Vorhabens ermöglicht, das den Standort Schleswig-Holstein als zentralen Standort der Brahms-Forschung profilieren wird. Das Projekt wird weiter dazu beitragen, dass das Brahms-Institut weltweit als zentrales Archiv der Brahms-Bestände in Deutschland wahrgenommen wird".

Über das Internet sollen in Zukunft wichtige Bestände des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck weltweit abrufbar sein. Die hochwertige Bilddigitalisierung des ikonographischen Bestandes - rund 650 Einzelbilder von Brahms und seinen Zeitgenossen - bildete den ersten wesentlichen Schritt in die Welt der digitalen Möglichkeiten. Das Ergebnis dieses aus eigenen Mitteln finanzierten Projekts ist bereits im Internet verfügbar http://www.brahms-institut.de. Die Förderung ergänzt sich mit anderen Großprojekten, die das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck im Bereich der Forschung und Erschließung begonnen hat. So entsteht mit Unterstützung der Possehl-Stiftung Lübeck ein komplettes Brahms-Briefe-Verzeichnis, ein Projekt, das mithilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) weitergeführt werden soll. Rund 10.000 verzeichnete Briefe, bei denen der große Komponist Verfasser oder Adressat gewesen ist, werden dann über eine Datenbank weltweit zugänglich sein.


Susanne Pröpsting, Musikhochschule Lübeck
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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