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Herzog August Bibliothek, 21.01.08

Das Profil der philosophischen Fakultät der Universität Helmstedt um 1700 - Barockes Gelehrtentum und aufgeklärter Praxisbezug

Dr. Jens Bruning ist Koordinator des vom Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung finanzierten Projektes "Wissensproduktion an der Universität Helmstedt: Die Entwicklung der philosophischen Fakultät 1576-1810". Im Rahmen eines Werkstattges

Die Gebäude der Helmstedter Universität im 17. Jahrhundert, darüber die Wappen der vier Fakultäten
Foto: HAB

Helmstedt heute!
Foto: HAB

Der Universität Helmstedt gelang es nach dem Dreißigjährigen Krieg sehr schnell, den Lehrbetrieb zu konsolidieren, und so wird dieser Zeitraum, in dem mit Georg Calixt und Hermann Conring die beiden bekanntesten Professoren der Academia Julia wirkten und zudem sehr hohe Immatrikulationszahlen zu verzeichnen waren, in der Literatur oft als "zweite Blütephase" bezeichnet. Mit der Eröffnung der Kieler Universität (1665) und dem Tod Conrings (1681) sank jedoch die Attraktivität der Universität deutlich, und gerade die philosophische Fakultät geriet durch stark abnehmende Einschreibungen, unbesetzte Professorenstellen, konkurrierende Bildungseinrichtungen (Ritterakademie Wolfenbüttel) und heftige interne Querelen in eine langjährige Krise.

Das Werkstattgespräch soll zeigen, wie die philosophische Fakultät auf diese Krisenphänomene reagierte: Seit ungefähr 1710 wurde der akademische Unterricht durch neu berufene Professoren, verbesserte Unterrichtsformen und methodische Innovationen auf eine neue Basis gestellt. In dieser Phase, in der eindeutige frühaufklärerische Tendenzen nachzuweisen sind, gelang es der philosophischen Fakultät auch, aus dem Schatten der höheren Fakultäten (Theologie, Jurisprudenz, Medizin) herauszutreten und neue, berufsbezogene Angebote für ihre Studierenden zu formulieren.

Jens Bruning, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück, Promotion im Rahmen des Graduiertenkollegs "Bildung in der Frühen Neuzeit" über das Schulwesen in den preußischen Westprovinzen Minden und Ravensberg im 17. und 18. Jahrhundert, wissenschaftlicher Assistent und Mitarbeiter an den Lehrstühlen für Geschichte der Frühen Neuzeit an den Universitäten Leipzig und Kiel, seit November 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Erschließungs- und Forschungsprojekt Wissensproduktion an der Universität Helmstedt an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.

Weitere Informationen:


Dr. Anne Tilkorn, Herzog August Bibliothek
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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