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Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 27.09.01

Potential an Gewalt anders mindern: Schülerschlichtung an bundesdeutschen Schulen - eine Bilanz

Titel des neuen Buchs aus Ludwigshafen & Greifswald

Was Mediation (Vermittlung in Konflikten) ist, könnten schon viele gehört haben. Erlebt haben eine Mediation vermutlich (leider) schon viel weniger. Doch: Überraschung. Denn Modelle der Konfliktvermittlung an Schulen (Mediation) haben sich in den letzten Jahren bereits bundesweit etabliert. Diese Modelle weiter zu qualifizieren und stärker in die pädagogische Arbeit der Schule zu integrieren, ist die nächste wichtige Etappe.

Das ist das Fazit einer der ersten Bundestagung von Schlichtungs-Experten, deren Ergebnisse ein soeben erschienener Sammelband "Konfliktmanagement an Schulen - Möglichkeiten und Grenzen der Schulmediation" dokumentiert. Hier findet sich die bundesweite Bilanz der Diskussion und der Praxisentwicklung zur Schulmediation.

Hinausgeber sind Prof. Dr. Christiane Simsa von der Evangelischen Fachhochschule Ludwigshafen und Priv.-Doz. Dr. Wilfried Schubarth vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Greifswald. Sie sehen gute Chancen, daß Mediation an Schulen weiter an Bedeutung gewinnt. "Durch Mediation wird nicht nur Gewalt vorgebeugt, es werden auch wichtige Grundfähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Kommunikations- und Teamfähigkeit geschult. Darüber hinaus kann Mediation die gesamte Schulkultur positiv beeinflussen, wenn sie genügend Unterstützung durch das Lehrerkollegium erfährt", spricht Wifried Schubarth. Die ist gewiß nötig, denn in den auftretenden Konflikten vermitteln nicht Lehrer, sondern meist ältere Schüler für ihre gleichalten oder jüngeren Streithähne (und -hühner).

Zur weiteren Qualifizierung der Modelle sei notwendig, neben verstärkter Lehrerfortbildung auch regelmäßige Rückmeldungen, z. B. in Form von Wirkungsuntersuchungen (Evaluation), durchzuführen. Solche Untersuchungen gibt es bereits in einigen Bundesländern. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wird eine entsprechende Studie der Universität Greifswald durch den Landespräventionsrat gefördert, von Dr. Wilfried Schubarth erstellt. Prof. Christiane Simsa ihrerseits trägt den Gedanken in ihrem Weiterbildungsstudiengang "Mediation" weiter.

Der wohlfeile Sammelband, in dem Vertreter aus Wissenschaft, Schulverwaltung und Schulen verschiedener Bundesländern zu Wort kommen, ist über das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Postfach 900270, 60442 Frankfurt am Main, zu beziehen (ISBN 3-88494-209-3; 24 DM; 258 S.).

Wer mehr darüber erfahren möchte, wende sich bitte an Dr. Wilfried Schubarth (03834-86 3714) oder an Prof. Christiane Simsa (0621-5911338).


Dr. Edmund von Pechmann, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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