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Hochschule Magdeburg-Stendal (FH), 20.10.05

PEER-Projekt an Fahrschulen in Sachsen-Anhalt vermeidet Unfälle

Seit dem Jahr 2000 gehen Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) in Fahrschulen, um dort mit gleichaltrigen Fahrschülern (Peers) über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zu sprechen. Eine Bilanz nach fünf Jahren zeigt: diese Arbeit ist gut für die Verkehrssicherheit. Ab 2006 wird das Erfolgsmodell in mehrere europäische Staaten exportiert.

Das Problem Alkohol und Drogen im Straßenverkehr ist allgegenwärtig. Viel zu oft müssen die Medien über so genannte Diskounfälle berichten. Dabei sind die jungen Fahrer gleichermaßen Opfer und Verursacher von Alkoholunfällen mit schweren Folgen.

Im Jahr 2000 hat eine Gruppe von Studenten der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) begonnen, in Fahrschulen zu gehen, um dort mit den gleichaltrigen Fahrschülern (Peers) über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr zu sprechen. Den Studenten ist wichtig, mit den Fahrschülern ins Gespräch zu kommen, um mit ihnen gemeinsam Möglichkeiten zu finden, wie sich Rauschfahrten vermeiden lassen. In 60- bis 90-minütigen PEER-Einheiten werden in Fahrschulen der Regionen Magdeburg, Schönebeck, Stendal und Dessau Strategien zur Vermeidung von Trink-Fahr-Konflikten erarbeitet. Bis heute haben die Studenten mehr als 630 PEER-Einheiten durchgeführt, an denen ca. 6.600 Fahrschüler/innen teilgenommen haben.

Das PEER-Projekt an Fahrschulen aus Sachsen-Anhalt hat auch über die Landesgren-zen hinaus Interesse geweckt. Seit 2003 gibt es mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nach dem hiesigen Vorbild Fahrschulprojekte in sieben weiteren Bundesländern.

Mit einer Untersuchung der An-Institutes MISTEL der Hochschule in Magdeburg wurde belegt, dass das PEER-Projekt für die Verkehrssicherheit von Nutzen ist. Die Vergleichsgruppenuntersuchung zeigt, dass von 189 Fahrschülern im ersten Jahr Fahrpraxis insgesamt acht Personen mit Alkoholeinfluss am Steuer auffällig geworden sind. In der Gruppe der Fahrschüler, die am PEER-Projekt teilnahmen, war es dagegen nur eine Person, die das Delikt "Trunkenheit am Steuer" begangen hatte.

Aufgrund des innovativen Ansatzes, Jugendliche in Fahrschulen zu schicken, und wegen der ermutigenden Ergebnisse wird das PEER-Projekt weiter expandieren. Im Jahr 2006 wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission das Projekt "PEER-Drive Clean!" gestartet. Dann werden auch in Österreich, Italien, Spanien, Slowenien, Portugal, Rumänien, den Niederlanden, Estland und Belgien jugendliche Fahranfänger (Peers) in Fahrschulen gehen, um mit Fahrschülern über das heikle Thema "Alkohol und Drogen im Straßenverkehr" zu diskutieren.

Im Oktober 2005 erschien Band 18 der Magdeburger Reihe: "Das PEER-Projekt an Fahrschulen im Bundesland Sachsen-Anhalt", ISBN 3-933999-18-9.


Norbert Doktor, Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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