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Hessisches Telemedia Technologie Kompetenz-Center..., 12.10.04

Den PC vom Sofa fernbedienen? Ja, mit dem Handy!

Darmstadt. Handys sind längst mehr als nur Telefone: Sie sind kleine Multitalente, mit denen wir fotografieren, filmen, spielen, im Internet surfen. Der Trend geht mittlerweile immer mehr in Richtung "ubiquitäre Geräte", also Handys, die mit anderen Geräten - etwa dem heimischen PC oder Laptop- intelligent kommunizieren können. Dr. Ralf Ackermann vom Darmstädter Institut für Multimediakommunikation hat jetzt durch seine Neuentwicklung dem Handy zusätzliche Intelligenz
eingehaucht: ein Programm, mit dem es möglich ist, Handys als Fernbedienung für PC und Laptops zu verwenden.


Interessant ist diese Entwicklung zum Beispiel für Nutzer, die häufig Powerpoint-Vorträge halten. Mit Hilfe der neuen Applikation von Ackermann wird das lästige Laufen zum Rechner, um sich durch die Folien zu klicken, überflüssig. Ganz bequem und zudem schick lassen sich jetzt die Präsentationen mit dem Handy fernsteuern - wenn es sein muß auch vom Sofa.

Das Mobiltelefon ersetzt hierbei die Maustasten. Möglich ist das ganze durch den Funkübertragungsstandard Bluetooth. Das Handy und der Computer sind während des Vorgangs via Bluetooth miteinander verbunden. Notwendig hierzu ist lediglich das Herunterladen des kleinen Programms von Ralf Ackermann aus dem Internet, und die anschließende Installation auf dem Handy. Konzipiert hat der Darmstädter seine Neuanwendung für Sony-Ericsson Handys wie das T68. Andere Geräte, die über Programmier- oder entsprechende Erweiterungsmöglichkeiten verfügen, können die Idee aber auch nutzen.

Diese elegante Methode seinen Laptop fernzusteuern scheint immer beliebter zu werden. So beliebt, daß sich jetzt sogar die "New York Times" für Ackermanns Erfindung interessierte, und ein Interview mit dem Darmstädter Entwickler führte. Hierbei kam heraus, daß in den USA bereits eine ganze Anzahl von Nutzern das neue Tool zur Fernsteuerung ihres Computers benutzt: "Ich war überrascht, als ich plötzlich eine Mail aus New York in meinem Postfach hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass meine Erfindung so schnell Verbreitung bis über den Atlantik findet. Das ist wohl eine dieser Stories, die das Internet schreibt", freut sich Ackermann. Möglich wurde dieser unerwartete Erfolg in den USA durch den Open Source-Gedanken, der am Fachgebiet für Multimediakommunikation groß geschrieben wird: Open Source bedeutet, dass der Programmier-Code eines Programms oder Protokolls grundsätzlich von Jedermann einsehbar und veränderbar ist. Dadurch ist es möglich, dass die Idee eines Forschers von einem anderen Forscher ergänzt oder weiterentwickelt wird. Deshalb ist das Programm für die Handyfernbedienung auch im Internet frei verfügbar und fand seinen Weg nach Amerika: "Open Source ist in einer weltweiten Wissenschaftlergemeinde sehr wichtig. Nur wenn wir unsere Neuerungen offen legen und zur Diskussion stellen, ist Fortschritt möglich. Jeder, der etwas besser kann, soll die Chance bekommen, es zu beweisen. Dieser Gedanke ist auch an meinem Fachgebiet ein Grundprinzip", betont Prof. Ralf Steinmetz, Leiter des Fachgebiets Multimedia-Kommunikation der TU Darmstadt.

Neugierige können das Programm unter http://www.iptel-now.de/HOWTO/BT_REMOTE/bt_remote.html herunterladen.

Weitere Informationen:


Lars Rosumek, Hessisches Telemedia Technologie Kompetenz-Center e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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