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Technische Universität Chemnitz, 01.11.06

Neuer Eventreport erschienen: Großveranstaltungen - ein Segen für die Region?

Jährlich strömen tausende Besucher zum splash! nach Chemnitz.
Foto: TU Chemnitz/Uwe Meinhold

Großveranstaltungen - ein Segen für die Region?
Marketing-Experten ermittelten die regionalen Wirkungen von Großevents am Beispiel des "splash!"-Festivals in Chemnitz

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bescherte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes den deutschen Hotels im Juni 2006 eine Zuwachsrate an ausländischen Gästen von 31 Prozent. Und die FIFA erwirtschaftete als Veranstalter der WM einen Überschuss von 135 Millionen Euro. Dem deutschen Staat flossen davon 43,7 Millionen Euro in Form von Körperschafts- und Gewerbesteuer zu. Dieses Beispiel verdeutlicht die standortpolitische Bedeutung von Großereignissen. Immer mehr Kommunen wollen heute von größeren kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen profitieren. Viele binden sie deshalb auch in ihr Stadtmarketing und ihre Wirtschaftsförderung ein. Da aber nicht pauschal davon ausgegangen werden kann, dass solche Ereignisse zwangsläufig zu positiven Wirkungen führen, ist eine Evaluation ihrer regionalen Effekte notwendig.


Eine solche Bewertung der ökonomischen Wirkungen führten Mario Geißler und Thomas Wild am Beispiel des "splash!" 2005 in Chemnitz - Europas größtem Hip-Hop- und Reggae-Festival mit mehr als 20.000 Besuchern - durch. Beide sind Diplomanden der Professur Marketing und Handelsbetriebslehre der TU Chemnitz. Der nun von der Inhaberin der Professur, Prof. Dr. Cornelia Zanger, und Dr. Jan Drengner herausgegebene "Eventreport 2005" ( http://www.eventreport.eu ) fasst die Ergebnisse der wissenschaftlichen Analyse zusammen und verdeutlicht die Bedeutung des Festivals für die Chemnitzer Region.

Insgesamt erwirtschaftete das "splash!" einen Umsatz von 5,8 Millionen Euro, wobei davon nicht alles in der Region Chemnitz verbleibt. Dennoch können sich die Wirkungen für die Region sehen lassen: So gaben die Festivalbesucher mehr als 850.000 Euro in der Stadt Chemnitz für Lebensmittel, Gaststättenbesuche und Übernachtungen aus. "Insgesamt führte das dreitägige Kulturereignis 2005 in der Stadt zu einer zusätzlichen Wertschöpfung von mehr als zwei Millionen Euro", berichtet Dr. Drengner. Zudem wurde deutlich, dass die aus ganz Europa angereisten Besucher zum Festival eine positive Einstellung haben. "Gerade dieses positive Bild auswärtiger Gäste bietet Chancen für das Marketing der Stadt Chemnitz, indem sich die Kommune als freundlicher Gastgeber des splash!-Publikums präsentiert", so Mario Geißler. Eine Chance, die die Stadt im Jahr 2006 durch erste Aktionen zu ergreifen wusste. Dazu zählten beispielsweise Standpräsentationen, spezielle Info-Materialien für die Festivalbesucher und die Initiierung zusätzlicher Partys in der City.

Letztlich zeigte eine Befragung der Chemnitzer Bevölkerung über alle Altersklassen hinweg einen hohen Bekanntheitsgrad des Festivals und eine überwiegend positive Einschätzung dieses Kulturereignisses. "Die Chemnitzer wissen, dass sich das splash!-Festival positiv auf die Region auswirkt", resümiert Dr. Drengner. Deshalb unterstützen die Marketing-Experten der TU Chemnitz auch das Bemühen der Veranstalter des "splash!", das 2006 finanziell ins Strudeln geratene Festival zu retten. Dauerregen und frostige Temperaturen hielten in diesem Jahr viele Besucher fern und sorgten zudem für hohe Folgekosten. Am 3. November 2006 ist nun eine ganze Region aufgerufen, beim "Save splash! Benefizkonzert" in der Arena Chemnitz dabei zu sein - damit das splash! 2007 wieder ein Segen für die Region sein kann.

Weitere Informationen zum Eventreport sind unter http://www.eventreport.eu erhältlich. Darüber hinaus beantwortet Dr. Jan Drengner, Professur für Marketing und Handelsbetriebslehre der TU Chemnitz, Telefon (03 71) 5 31 - 34 158 oder 5 31 - 26 130, E-Mail drengner@wirtschaft.tu-chemnitz.de , gern weitere Fragen.

Informationen zum splash! und zum Benefizkonzert: http://www.splash-festival.de

Weitere Informationen:


Dipl.-Ing. Mario Steinebach, Technische Universität Chemnitz
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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