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Berlin-Brandenburgische Akademie der..., 24.08.05

Neu erschienen: Die Sprache des Rechts, 3 Bände

Studien der interdisziplinären Arbeitsgruppe Sprache des Rechts
der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Von wenigen Ausnahmen abgesehen hat sich die universitäre Wissenschaft bislang kaum mit dem Verhältnis von Sprache und Recht beschäftigt. In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wurde dieses Thema von 1999 bis 2004 in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe von namhaften Experten behandelt, zu denen Manfred Bierwisch, Rainer Dietrich, Wolfgang Klein, Dieter Simon und Christine Windbichler gehörten. Als Ergebnis dieser Forschungsarbeit liegt jetzt die dreibändige Schriftenreihe "Die Sprache des Rechts" vor, die auf 1674 Seiten mit 66 Beiträgen von Juristen, Linguisten, Germanisten, Anglisten, Soziologen, Psychologen, Philosophen und Schriftstellern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen und den Vereinigten Staaten den heutigen Forschungsstand zum Thema Sprache und Recht wegweisend zusammenfasst. Die drei Bände, die von Kent D. Lerch, dem Koordinator der interdisziplinären Arbeitsgruppe Sprache des Rechts herausgegeben wurden, soll Interessierten aller Fachrichtungen ein Arbeitsinstrument bieten, das sie rasch und zuverlässig über den gegenwärtigen Stand der Kenntnisse zur Sprache des Rechts informiert.


Die Sprache des Rechts. Studien der interdisziplinären Arbeitsgruppe Sprache des Rechts der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben von Kent D. Lerch. 3 Bände:

o "Recht verstehen". Verständlichkeit, Missverständlichkeit und Unverständlichkeit von Recht. Erster Band der Schriftenreihe "Die Sprache des Rechts", 486 Seiten, 98,00 ¤, Verlag Walter de Gruyter, ISBN 3-11-018142-8

o "Recht verhandeln". Argumentieren, Begründen und Entscheiden im Diskurs des Rechts. Zweiter Band der Schriftenreihe "Die Sprache des Rechts", 622 Seiten, 118,00 ¤, Verlag Walter de Gruyter, ISBN 3-11-018398-6

o "Recht vermitteln". Strukturen, Formen und Medien der Kommunikation im Recht. Dritter Band der Schriftenreihe Die Sprache des Rechts, 566 Seiten, 118,00 ¤, Verlag Walter de Gruyter, ISBN 3-11-018400-1

Band 1, "Recht verstehen", verfolgt die Kritik an der Sprache des Rechts zurück bis in die Zeit der Aufklärung, die die Verständlichkeit der Gesetze zu ihrem Anliegen machte. Diese Sprachkritik sucht seit den siebziger Jahren vermehrt bei der Linguistik um Rat und so kam es in den letzten Jahren zu einer Reihe von weithin beachteten Projekten für eine "bürgerfreundlichere" neue Gesetzessprache. An verschiedenen staatlichen Stellen der Gesetzesproduktion wurden Sprachdienste geschaffen, in denen Linguisten zusammen mit Juristen an der Redaktion von Gesetzen mitarbeiten. Vorsichtige Stimmen sowohl aus der Rechts- wie aus der Sprachwissenschaft verweisen allerdings darauf, daß sich die Sprachwirklichkeit der Rechtswelt solchen Bemühungen gegenüber aber als recht resistent erwiesen hat. Die Grenzen der Möglichkeit, Recht zu verstehen, werden daher neu ausgelotet.

Band 2, "Recht verhandeln", analysiert das juristische Alltagsverständnis, das noch immer von der rechtspositivistischen Vorstellung geprägt ist, es gelte nur, das Recht, das in den Rechtstexten enthalten sei, aus diesen herauszupräparieren, da dort die Entscheidung jedes einzelnen Rechtsfalls bereits vorweggenommen sei. Kritik daran wurde erstmals in den 50er Jahren laut, als man sich auf die klassische Rhetorik als Argumentationstheorie zurückbesann, mit der sich leichter als mit traditioneller Semantik oder Logik begreifen läßt, was vor sich geht, wenn Juristen Entscheidungen fällen. Die Theorie der juristischen Argumentation beherrscht noch heute neben Hermeneutik und logisch-sprachphilosophisch orientierten Ansätzen als dritte wichtige Theorieströmung die juristische Methodendiskussion. Betrachtet wird jedoch auch die pragmatische Seite der juristischen Argumentation wie etwa der Aufbau einer Gerichtsrede oder die persuasiven Techniken, die von der Rhetorik studiert werden.

Band 3, "Recht vermitteln", untersucht aus rechtslinguistischer Perspektive, welche kommunikativen Rollen die Rechtsinstitutionen den verschiedenen Akteuren aufprägen und wie die Personen diese Rollen ausfüllen; gefragt wird auch, welche Verständigungsprobleme sich aus dem Zusammentreffen von Experten und Laien ergeben. Seit den 70er Jahren gibt es zu dem weiten Problemkomplex der Kommunikation im Recht auch im deutschsprachigen Raum eine intensive Forschung mit unterschiedlichen theoretischen und methodologischen Ansätzen, seien es Konversationsanalyse, Ethnomethodologie, Handlungstheorie oder Institutionentheorie. Dabei wird die Kommunikation vor Gericht als ein Geschehen in den Blick genommen, in dem unterschiedlichen Weltsichten aufeinanderprallen, wobei es darum geht, welche warum obsiegt und den Weg ins Urteil findet ("Legal Storytelling"). Gleichfalls von Interesse ist darüber hinaus die erst in den letzten Jahren entwickelte Medientheorie des Rechts, welche von der Annahme ausgeht, dass die Formen und Inhalte der Rechtskommunikation konstitutiv mit den Medien der Rechtskommunikation verknüpft sind.

Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne die Inhalts- und Autorenverzeichnisse sowie die Einleitungen der drei Bände als PDF-Datei zur Verfügung.

Rezensionsexemplare von "Die Sprache des Rechts" bestellen Sie bitte über:
Walter de Gruyter GmbH & Co. KG
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ulrike Lippe
Genthiner Straße 13, 10785 Berlin
Tel.: 030-260 05 153, Fax: 030-260 05 151
Ulrike.Lippe@degruyter.com

Weitere Informationen:
Gisela Lerch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Jägerstraße 22 / 23, 10117 Berlin
Tel.: 030-203 70 657, Fax: 030-203 70 366
glerch@bbaw.de

Weitere Informationen:


Renate Nickel, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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