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Deutsche Sporthochschule Köln, 21.11.07

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Deutsche Sporthochschule Köln, 21.11.07

Schlagworte

Leistungssport

Manipulationsfreier Leistungssport

Sportausschuss des Deutschen Bundestages besucht das Deutsche Forschungszentrum für Leistungssport Köln

Belastungscheck im Deutschen Forschungszentrum für Leistungssport Köln.
Foto: Deutsche Sporthochschule Köln

Wissenschaft für einen manipulationsfreien und gesunden Leistungssport durch Grundlagen- und Anwendungsforschung, durch die schnelle Weitergabe der Erkenntnisse in die Praxis und eine integrative wissenschaftliche Beratung und Betreuung von Aktiven, das sind die Kernziele des Deutschen Forschungszentrums für Leistungssport (momentum) an der Deutschen Sporthochschule Köln. Hochschulrektor Professor Walter Tokarski, zu diesem Zentrum: "Die Deutsche Sporthochschule als weltweit größte universitäre Einrichtung ihrer Art hat durch Ressourcenbündelung ihrer international renommierten Institute ein neuartiges Zentrum geschaffen, das eine führende wissenschaftliche Rolle für eine saubere Leistung und damit auch gegen Doping einnehmen wird."

Seit seiner Gründung als universitäre Einrichtung im April 2006 hat das Forschungszentrum eine Vielzahl von Aktivitäten begonnen, über die sich der Sportausschuss des Bundestages am 19. November 2007 informiert hat. Neben Forschungsprojekten zu einem modernen Belastungsmanagement, das im Kindes- und Jugendalter beginnt, wurde an über 200 Kaderathletinnen und -athleten ein umfangreicher "Basischeck" durchgeführt, mit dem Ziel, sportartunabhängig den Konditions- und Gesundheitsstatus zu ermitteln. Die Ergebnisse deuten auf gravierende Defizite in der frühzeitigen Vorbereitung auf die Anforderungen des Leistungssports ebenso hin wie auf Mängel in der medizinischen und psychologischen Versorgung im Spitzenbereich.
Professor Joachim Mester, Sprecher des Forschungszentrums: "Nur durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Institute für Biochemie, Biomechanik und Orthopädie, Psychologie, Kreislaufforschung und Sportmedizin sowie Trainingswissenschaft und Sportinformatik war es möglich, diese besorgniserregenden Daten im Detail zu erheben. Wir müssen viel mehr Aufmerksamkeit auf das große Vermittlungsdefizit wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis legen. Die Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse ist eher die Ausnahme als die Regel. Nur durch eine deutlich bessere Zusammenarbeit aller Institutionen, die den Leistungssport unterstützen, kann den kriminellen Doping-Machenschaften eine Erfolg versprechende, saubere Leistung entgegengesetzt werden."


Wissenschaft für einen manipulationsfreien Leistungssport - 15 Punkte Agenda -

1. Kinder frühzeitig körperlich, psychisch und moralisch auf eine gesunde und manipulationsfreie Leistung vorbereiten; Querwissenschaftliche Erkenntnisse stärker berücksichtigen (u.a. Pädiatrie, Kinder-/Jugendpsychiatrie, Jugendkriminologie).
2. Bei Eltern, Erziehern, Lehrern und Trainern Kenntnisse über die Leistungsfähigkeit und -entwicklung von Kindern und über Möglichkeiten der medizinischen, psychosozialen und pädagogischen Dopingprävention verbessern.
3. Wissenschaftliche Grundlagen- und Anwendungsforschung für eine gesunde Leistungsentwicklung in Nachwuchs und Spitze verstärken, "Anti-Doping" und "Pro-Leistung".
4. Forschungszentren für Leistungssport an Universitäten aufbauen und zertifizieren, den internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb um die beste Forschung für eine gesunde und saubere Leistung weiter verstärken.
5. Anreize für inter- und transdisziplinäre Ansätze und Vernetzung in der Forschung verstärken.
6. Belastungsmanagement und Individualisierung als zentrales Thema zwischen Forschung und Praxis etablieren.
7. Gesundheits- und Leistungsmonitoring in Nachwuchs- und Spitzensport aufbauen; Entwicklung, Gesundheit und Leistung dokumentieren.
8. Bei Jugendlichen die duale Karriere vorbereiten, planen, betreuen und weiterentwickeln.
9. In Institutionen des Sports für die Umsetzung der genannten Ziele und Entwicklungsschritte Ressourcen verstärken.
10. Konventionen zu diesen Punkten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden abschließen; Föderale Grenzen überwinden.
11. Beratung und Betreuung von Aktiven als ständigen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis einrichten und fördern, Vermittlungsdefizite abbauen.
12. Ein Anreiz- und Kontrollsystem für Qualifikationen für Personal im Nachwuchsbereich entwickeln.
13. Universitäres und außeruniversitäres Personal im Leistungssport gezielter einsetzen ("Traineroffensive 2012").
14. Personalentwicklungspläne in den Verbänden aufbauen und mit klaren Qualifikationsmerkmalen, -anforderungen und -kontrollen, insbes. gegen Doping, versehen.
15. Zielvereinbarungen zwischen Politik, Wissenschaft und Verbänden zu diesen Punkten abschließen.

Weitere Informationen:


Sabine Maas, Deutsche Sporthochschule Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Unter Leistungssport versteht man das intensive Ausüben eines Sports mit dem Ziel, im Wettkampf eine hohe Leistung zu erzielen. Der Leistungssport unterscheidet sich vom Breitensport insbesondere durch den wesentlich höheren Zeitaufwand (in der Regel tägliches Training) sowie die Fokussierung auf den sportlichen Erfolg. Wikipedia


 

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