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Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 08.08.05

Mainzer Kommunikationswissenschaftler untersuchen Wirkungen des TV-Duells

Mainzer Publizistik-Wissenschaftler untersuchen, wie Gerhard Schröder und Angela Merkel im Schlagabtausch am 4. September wahrgenommen werden.

(Mainz, 8. August 2005) Am 4. September wird es nun also eine Fernsehdebatte zwischen Gerhard Schröder und Angela Merkel geben. Wie Schröder und Merkel in diesem Schlagabtausch wahrgenommen werden und welche Wirkungen das Duell hat, dies werden die Mainzer Publizistik-Wissenschaftler Dr. Marcus Maurer und Dr. Carsten Reinemann in einer eigenen Studie untersuchen. Sie hatten bereits im Wahlkampf 2002 das 2. Rededuell zwischen Edmund Stoiber und Gerhard Schröder analysiert.

In ihrer neuen Studie werden etwa 100 Zuschauerinnen und Zuschauer die TV-Debatte live sehen. Währenddessen werden ihre Reaktionen auf die Debatte sekundengenau mit einem computergestützten Messverfahren ermittelt. Außerdem werden die Test-Zuschauer vor und nach dem Duell befragt. So erhalten die Wissenschaftler ein genaues Bild davon, welche Aussagen den größten Eindruck auf die Zuschauer gemacht haben und wie sich dies z.B. auf ihre Meinung von den Kandidaten und ihre Wahlabsicht ausgewirkt hat.


Bereits im Bundestagswahlkampf 2002 hatten die Kommunikationswissenschaftler Wahrnehmung und Wirkung des zweiten Fernsehduells zwischen Gerhard Schröder und Edmund Stoiber untersucht. Es zeigte sich, dass die meisten der besonders erfolgreichen Aussagen der Kandidaten Gemeinplätze waren, zu denen die Zustimmung fast selbstverständlich war. Besonders beeindruckten die Kandidaten die Zuschauer auch, wenn sie ihre Botschaften durch Personalisierung oder Emotionalisierung unterstützten. Je konkreter die Aussagen der Kandidaten waren, desto eher mussten sie mit negativen Reaktionen eines großen Teils des Publikums rechnen. Im Hinblick auf die Wirkungen fanden die Wissenschaftler u.a. heraus, dass das Duell einen erheblichen Einfluss auf die Meinung der Zuschauer von den Kandidaten hatte. Das Duell beeinflusste außerdem die Vorstellungen der Zuschauer von der Realität (z.B. der Lage am Arbeitsmarkt) sowie die Richtung und Sicherheit ihrer Wahlabsicht. Verunsichert wurden vor allem Wähler der nicht am Duell beteiligten Parteien. Von besonderer Bedeutung war auch die Nachberichterstattung in den Medien. So passten viele Zuschauer ihre Meinung darüber, wer das Duell gewonnen hatte, in den Tagen nach dem Duell dem Medientenor an.

Weitere Informationen:
Dr. Carsten Reinemann, Institut für Publizistik, (bis 20.8. und ab 3.9.)
carsten.reinemann@uni-mainz.de, Tel. 0 61 31 / 392 37 48, 0 61 34 / 640 649

Dr. Marcus Maurer, Institut für Publizistik, (ab 22.8.)
marcus.maurer@uni-mainz.de, Tel. 0 61 31 / 392 29 03, 0175 / 474 66 14

Weitere Informationen:


Petra Giegerich, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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