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Universität Koblenz-Landau, 18.06.07

Landauer Gesundheitspsychologin wirbt für Koalition gegen Stuhlinkontinenz

Das Leid der Millionen von Menschen mit Stuhlinkontinenz in Deutschland kann nach Meinung der Gesundheitspsychologin Dr. Gabriele Dlugosch nur durch enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Psychologen gelindert werden. "Ich bin überzeugt, dass es uns so gelingen kann, lange Leidensgeschichten zu vermeiden und den Patienten mehr Lebensqualität und Wohlbefinden zu verschaffen," erklärte sie beim 19. Kurpfälzer Koloproktologen-Gespräch am Wochenendede (16.6.) in Mannheim. In Deutschland leiden schätzungsweise vier Millionen Menschen an Darmschwäche.


Ihre Untersuchungen und Erfahrungen zeigten die "dringende Notwendigkeit auf, bei Stuhlinkontinenz die Wechselwirkungen körperlicher und psychischer Aspekte zu erkennen und zu berücksichtigen", sagte Dlugosch, Privatdozentin an der Universität Koblenz-Landau. Das erfordere ein "multiprofessionelles Vorgehen und eine gegenseitige Ergänzung von medizinischer Diagnostik und Behandlung und psychologischen Betreuungs- und Beratungsangeboten, die die Betroffenen und ihre Angehörigen bei der Krankheits- und Alltagsbewältigung unterstützen".

In einer Untersuchung des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau gaben zwei Drittel der befragten Stuhlinkontinenz-Patienten an, dass sie sich nicht ausreichend informiert und beraten fühlen. Das gelte gewiss auch für die Angehörigen, so Dlugosch. Im zepf "arbeiten wir am Aufbau eines Beratungsangebotes für stuhlinkontinente Personen und ihre Angehörigen".

Aus den Studien der Gesundheitspsychologin hat sich ergeben, dass Stuhlinkontinenz einerseits als starke Belastung empfunden wird, andererseits aber nur wenige Betroffene gleich zu Beginn einer Darmschwäche den Weg zu einem Arzt finden - von den Teilnehmern ihrer Untersuchung waren es lediglich 24 Prozent. Dlugosch sieht die Ursachen in Unwissenheit und Schamgefühl der Patienten, aber auch in Wissens- und Verständnisdefiziten bei den Ärzten. "Leider landen viele Patienten in einem ersten Schritt nicht bei Darm- und Enddarmspezialisten, den Koloproktologen", erklärte Dlugosch. Auch eine psychologische Unterstützung werde nur in seltenen, dann meist schweren Fällen von Stuhlinkontinenz in Anspruch genommen. "Unter einem Verlust an Lebensqualität leiden insbesondere die 40- bis 60jährigen, wie unsere Daten zeigen", so Dlugosch, die zusammen mit den Mannheimer Koloproktologen Prof. Dr. Alexander Herold und Dr. Beate Sprockamp den Patientenratgeber "Stuhlinkontinenz" verfasst hat.

Konktakt:
PD Dr. G.E. Dlugosch
Tel.: 06341 / 906 199,
Fax: 06341 / 906 166,
E-Mail: dlugosch@zepf.uni-landau.de,
Internet: http://www.zepf.uni-landau.de


Bernd Hegen, Universität Koblenz-Landau
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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