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Universität zu Köln, 24.02.03

Köln im Film

Köln im Film
Hinterhof-Studio repräsentiert die Medienstadt

Das Hinterhof-Studio einer kleinen Fernsehproduktionsfirma wurde für den 1997 erstmalig ausgestrahlten Tatortfilm "Bombenstimmung" als Drehort ausgewählt, mit dem zugleich Köln als Medienstadt präsentiert werden sollte. Auch in dem 1998 ausgestrahlten Tatortfilm "Bildersturm" wird dem Zuschauer als Ort der damals viel diskutierten Ausstellung "Verbrannte Erde. Verbrechen der Wehr-macht" nicht das Stadtmuseum, in der die Ausstellung tatsächlich stattfand, vorgeführt; gedreht wurde vielmehr im und am Schauspielhaus bzw. an der Oper. Mit der Repräsentation von Köln im Fernsehen-Kriminalfilm befaßt sich eine Untersuchung, die Björn Bollhöfer am Geographischen Institut der Universität zu Köln erstellt hat.


Ein weiteres Beispiel dafür, daß die filmische Wiedergabe nicht mit der Realität übereinstimmen muß, ist in dem 2001 erstmalig ausgestrahlten Tatort-Krimi "Mördergrube" zu sehen. Dort wird die Universitätsstadt Köln nicht anhand des Campus am Albertus-Magnus-Platz präsentiert sondern durch eine barocke Abtei, die fälschlicherweise die juristische Fakultät darstellen soll. Meist spielen - so der Kölner Geograph - logistische und finanzielle Gründe eine Rolle, wenn in den Filmen Örtlichkeiten falsch oder selektiv dargestellt werden; denn jeder Drehtag kostet Geld, muß einfach erreichbar sein und einen optimalen Verlauf der Arbeiten garantieren.

Aufgrund ihres hohen Bekanntheitsgrades und ihrer emotionalen Intensität erscheinen in allen Köln-Krimis der Dom und der Rhein mit seinen Brücken als Motiv. Allerdings ist die Visualisierung des Doms handlungsungebunden. Der Dom als Teil der Rheinkulisse ist lediglich Gegenstand des Betrachtens. Dies wirkt paradox vor dem Hintergrund, daß Stadtzentren durch Fülle gekennzeichnet sind. Der Dom stellt jedoch ein symbolisches Zentrum dar, das kirchliche Macht, Geld, Größe, historische Beständigkeit und ar-chitektonische Einmaligkeit symbolisiert. Damit wird der Dom zu einem wichtigen Raumsymbol der filmischen Repräsentation von Köln - so der Kölner Geograph.

Auch die Mentalität und die psychischen Eigenheiten, die sich mit Köln verbinden, sind oft Gegenstand von Köln-Krimis. So geschieht in dem 1999 erstmalig gesendeten Tatort-Krimi "Restrisiko" ein Mord an dem Tanzmariechen, der die Kommissare zur Ermittlungsarbeiten im Umfeld vom Vereinswesen und Feierlichkeiten zwingt. Am Ende steht die Verfolgung zweier Verdächtiger inmitten des bunten Treibens im Straßenkarneval. Die Eigenarten Kölns finden auch in anderer Weise Eingang in den Köln-Krimi. So spendiert Max Ballauf in dem 1997 erstmalig gesendeten Köln-Krimi "Willkommen in Köln" als Einstand in seine Polizeiarbeit ein Buffet für seine Kollegen und bestellt dafür: "100 Liter Kölsch, 80 Mal Mett, 80 Mal Flönz, 80 halve Hahn und 20 Liter Erbsensuppe". Diese Darstellung wird in dem Film auch gleichzeitig als Differenzierung gegenüber anderen Gruppen und Regionen ausgenutzt. Ähnlich verhält es sich mit der Kölschen Mundart. Ihre Verwendung unterstreicht - so der Köl-ner Geograph - die prägende Funktion des Raumes auf den Menschen.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Björn Bollhöfer unter der Telefonnum-mer 0221/297 808 33 und der Emailadresse bjoernbollhoefer@gmx.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web
(http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
Für die Übersendung eines Belegexemplars wären wir Ihnen dankbar.


Gabriele Rutzen, Universität zu Köln
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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