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Deutsches Jugendinstitut e.V., 09.05.05

Kinder geben Auskunft / Erste Ergebnisse aus dem DJI-Kinderpanel

medieninformation

Sperrfrist: 9. Mai 2005, 11.00

Wie Kinder in Deutschland leben und aufwachsen ist Thema der großen repräsentativen Verlaufsuntersuchung des Deutschen Jugendinstituts, des DJI-Kinderpanel. Ergebnisse der ersten Befragungswelle mit über 2.000 Familien sind nun in zwei Publikationen veröffentlicht. Befragt wurden nicht nur mehr als 1.000 Kinder, sondern auch 2.200 Mütter und 1.300 Väter.

Gutes Familienklima und Reibereien
Die Ergebnisse zeigen, dass das emotionale Klima in den meisten Familien recht positiv ist. Die meisten Kinder fühlen sich in Familie und Freundeskreis wohl. In der positiven Einschätzung des Familienklimas unterscheiden sich weder Einzel- und Geschwisterkinder noch Kinder aus traditionellen oder alternativen Familienformen. Jedoch gehören auch Konflikte zum Familienalltag: Neun von zehn Müttern, Vätern und Kindern berichten von häuslichen Auseinandersetzungen, die sich oft am Aufräumen des Kinderzimmers entzünden.


Positives Selbstbild überwiegt
Fast alle 8- bis 9-Jährigen finden sich selbst "okay" und sind meist gut gelaunt. Sie erleben sich sozial und kognitiv als sehr aufgeschlossen, probieren gerne Neues aus, lernen gerne neue Kinder kennen, haben viele Ideen und glauben, sich gut in andere hinein versetzen zu können. Auch die befragten Eltern beschreiben ihre Kinder ähnlich positiv. Für viele Kinder sind jedoch auch Kummer und Enttäuschung eine normale Erfahrung: Drei Viertel der 8- bis 9-Jährigen sind manchmal traurig oder ängstlich, die Hälfte fühlt sich manchmal allein. Die Eltern nehmen diese Gefühle bei ihren Kindern nicht so häufig wahr, ganz im Gegensatz zu Ausdrucksformen wie Wut auf andere, die ein Viertel der Kinder äußert, oder Lust am Raufen, die ein Drittel der Jungen und jedes sechste Mädchen äußern.

Aufwachsen zwischen Villenviertel und Trabantenstadt
Im räumlichen Umfeld der Kinder und der Region, in der sie leben, manifestiert sich soziale Ungleichheit sehr deutlich. Das Wohnumfeld ist bei einem Drittel der Kinder nicht kindgerecht: die elterliche Wohnung ist klein und schlecht ausgestattet, die nähere Umgebung bietet wenig Spielmöglichkeiten, das Umfeld enthält eine hohe Verkehrsbelastung. Ein weiteres Drittel der Kinder wächst dagegen in ausgesprochen günstigen Verhältnissen auf. Die Wohnqualität hängt in hohem Maße vom Einkommen der Eltern ab. Kinder aus einkommensschwachen Familien sind häufig benachteiligt. Auf dem Land und in Westdeutschland finden Kinder darüber hinaus oft günstigere Wohnverhältnisse vor als in der Stadt und im Ostteil des Bundesgebietes.

Als zentrales Ergebnis des DJI-Kinderpanel kann schon jetzt festgehalten werden: Ein positives Familienklima und eine günstige Wohnumgebung gehen mit einem positiveren Selbstbild und größerer Aufgeschlossenheit der Kinder einher. (2801 Zeichen einschl. Leerzeichen)

Weitere Informationen:
www.dji.de/kinderpanel
Christian Alt (Hrsg.)
Kinderleben - Aufwachsen zwischen Familie, Freuden und Institutionen
Band 1: Aufwachsen in Familien.
ISBN 3-8100-4097-5. 26,90 ¤
Band 2: Aufwachsen zwischen Freunden und Institutionen. ISBN 3-531-14630-4. 29,90 ¤
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005
Kontakt: Deutsches Jugendinstitut e.V., Dr. Barbara Keddi, Nockherstr. 2, 81541 München, Telefon 089/62306-281 oder 244, E-Mail keddi@dji.de, www.dji.de


Dr. Barbara Keddi, Deutsches Jugendinstitut e.V.
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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