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Freie Universität Berlin, 06.02.08

Internationales Engagement in Afghanistan: erfolgreicher als gedacht

Die Untersuchung wurde von Prof. Dr. Christoph Zürcher und Jan Koehler von der Freien Universität Berlin im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 700 "Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit" organisiert. Befragt wurden 2034 Haushalte in 77 Gemeinden im Norden Afghanistans. Die Wissenschaftler hatten dafür einen Fragebogen mit 57 Fragen entwickelt, die in einem etwa 90 minütigen Interview von den Menschen beantwortet wurden. Die Befragungen selbst wurden im ersten Halbjahr 2007 von der afghanischen Nichtregierungsorganisation "Coordination of Afghan Relief" durchgeführt.


Einer der Kernbefunde der Umfrage: 76 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Sicherheitslage im Nordosten Afghanistans seit 2005 sehr verbessert habe. Und für 80 Prozent der Befragten trägt die internationale Präsenz positiv zu dieser Entwicklung bei. Als größte Bedrohung werden kriminelle Gruppierungen und nicht die Taliban wahrgenommen. Zu den herausragenden Ergebnissen der Untersuchung gehört aber auch die sehr positive Bewertung der konkreten Ergebnisse der Entwicklungszusammenarbeit. Dabei stehen Straßenbau, Trinkwasserprojekte und der Aufbau von Schulen in der Wertschätzung ganz oben.

In diesem Zusammenhang fällt auf, dass die Befragten gegenüber der Entwicklungszusammenarbeit auch dann positiv eingestellt sind, wenn lokale und westliche Werte miteinander in Konflikt zu geraten drohen: So stimmte die überwältigende Mehrheit der Befragten der Aussage zu, dass bessere Bildungsmöglichkeiten für Mädchen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde insgesamt haben. Allerdings gaben 43 Prozent der Haushalte an, dass die Präsenz ausländischer Truppen eine Bedrohung für lokale Gepflogenheiten und islamische Werte darstelle. Insgesamt aber stellt sich heraus, dass zumindest im Nordosten Afghanistans die internationale Präsenz von der betroffenen Bevölkerung unterstützt wird und eine überaus hohe Legitimität hat. Dagegen wird die afghanische Regierung als eher marginal wahrgenommen - im Unterschied zu lokal verankerten Strukturen zur Regelung von Konflikten.

Die Untersuchung zeigt, dass die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Verbesserung der Sicherheitslage wie auch die Entwicklungszusammenarbeit von den befragten Afghanen positiv bewertet werden. Mit dieser umfassenden sozialwissenschaftlichen Studie leisten die Forscher der Freien Universität Berlin einen wichtigen Beitrag zu einer fundierten und differenzierten Diskussion über die Zukunft des deutschen und internationalen Engagements in Afghanistan.

Nähere Auskünfte erteilen Ihnen gern:
Projektleiter Prof. Dr. Christoph Zürcher, Telefon 838-53708, E-Mail: zuercher@zedat.fu-berlin.de
Jan Koehler, Telefon 838-58520, E-Mail: jkoehler@zedat.fu-berlin.de

Weitere Informationen:
  • http://www. sfb-governance.de - Studienergebnisse im Internet


Kerrin Zielke, Freie Universität Berlin
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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Afghanistan (Paschtu/Persisch: افغانستان‎ Afghānestān) ist ein Vielvölkerstaat in Zentralasien, der an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, die Volksrepublik China und Pakistan grenzt. Drei Viertel des Landes sind unzugänglich. Wikipedia


 

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Entwicklungszusammenarbeit, auch Entwicklungshilfe genannt, ist das gemeinsame Bemühen von Industrieländern und Entwicklungsländern, weltweite Unterschiede in der sozioökonomischen Entwicklung und in den allgemeinen Lebensbedingungen dauerhaft und nachhaltig abzubauen. Wikipedia


 

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