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Universität des Saarlandes, 18.03.05

Hüter einer neuen Qualitätskultur

Master-Studiengang Evaluation wird zum Wintersemester 2005/2006 berufsbegleitend angeboten

Die Universität des Saarlandes bietet in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und der Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit Saarbrücken seit dem Wintersemester 2004/2005 den Master-Studiengang Evaluation an. Aufgrund der vielen Anfragen von Berufstätigen, die ihren Beruf nicht aufgeben können oder wollen, haben die drei Hochschulen beschlossen, den Studiengang ab dem kommenden Wintersemester (2005/2006) berufsbegleitend anzubieten. Die einzelnen Veranstaltungen werden dazu thematisch geblockt von Donnerstag bis Samstag angeboten und ermöglichen es Berufstätigen so, an den Lehrveranstaltungen teilzunehmen.


Warum Evaluation?
Spätestens seit PISA ist Evaluation in aller Munde. Evaluation ist ein Instrument, mit dem der Erfolg, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von politischen und sozialen Programmen und Maßnahmen überprüft werden kann. Gerade in Zeiten finanziell äußerst knapper Mittel wächst bei den Bürgern das Interesse zu erfahren, ob Steuergelder sinn- und wirkungsvoll eingesetzt werden. So wie jedes Unternehmen über Managementmaßnahmen die Qualität seiner Produkte sicherstellen will, ist Evaluation ein Verfahren, mit dem die Qualität von öffentlichen Programmen und Maßnahmen gewährleistet werden soll.

Wachsender Bedarf an Evaluatoren
Immer mehr Bereiche der Gesellschaft, vom Bildungswesen über die Wirtschaftsförderung bis zur Forschungspolitik, werden zunehmend durch Evaluationsprogramme überprüft. Evaluation ist dabei als Qualitätsmanagement, Aufgabenkritik, Erfolgs- oder Leistungskontrolle zu sehen. Politische und soziale Programme und Maßnahmen können mit den Methoden der Evaluation auf ihre Wirksamkeit und Nachhaltigkeit hin überprüft werden. Damit werden Entscheidungsträgern Werkzeuge und Argumente an die Hand gegeben, die in Zukunft zu rationaleren Entscheidungen und ihrer Durchsetzung führen können.
Der Trend, politische Akteure zunehmend an der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit ihrer Politik, kurz an ihrem Erfolg, zu messen, wird der Evaluation zu Recht weiteren Aufwind verschaffen. Der Bundesrechnungshof empfiehlt die Schaffung organisatorischer und methodischer Voraussetzungen für die Durchführung von Evaluationen, fordert, entsprechende Methoden und Verfahren zu entwickeln und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Durchführung von Erfolgskontrollen qualifiziert aus- und fortzubilden.

Der gewachsenen Nachfrage nach Evaluation steht jedoch nur ein geringes Angebot an professionellen Evaluatoren gegenüber. Die Qualität von Evaluationsstudien leidet darunter und droht, ein sinnvolles Instrument in Misskredit zu bringen. Ursache hierfür sind die europaweit mangelnden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich.
Mit dem Masterstudiengang Evaluation werden die drei saarländischen Hochschulen der wachsenden Nachfrage nach professionellem und hochqualifiziertem Evaluationspersonal gerecht. Der kostenpflichtige Masterstudiengang, pro Semester fallen 1000 Euro Studiengebühren an, soll Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus dem In- und Ausland die Gelegenheit eröffnen, sich im Rahmen eines viersemestrigen Studiums zusätzliche Qualifikationen für eine wissenschaftliche bzw. professionelle Tätigkeit in einem Forschungs- und Berufsfeld anzueignen, das sehr gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Neben den bisherigen Vertiefungsrichtungen Evaluation in der Entwicklungszusammenarbeit, im Umweltbereich, von Sozialen Dienstleistungen und von Wirtschaftspolitik wird zum Wintersemester auch die Vertiefungsrichtung Evaluation im Bildungsbereich angeboten. Der praxisorientierte Studiengang bereitet sowohl auf die wissenschaftliche Bearbeitung von Evaluationsfragestellungen, als auch auf gutachterliche und beratende Tätigkeiten im Evaluationsbereich vor. Gleichzeitig vermittelt er Kernkompetenzen, die organisationsintern auf Aufgaben im Zusammenhang mit Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung vorbereiten und damit breite Tätigkeitsfelder eröffnen.


Saar - Uni - Presseteam, Universität des Saarlandes
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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