Hilfe: Sie befinden sich auf...

Ruhr-Universität Bochum, 19.01.07

Archiv

... einer Artikelseite. Sie zeigt den vollständigen Text einer Nachricht.

Am Fuß der Seite finden Sie drei Boxen mit weiteren Aktionsmöglichkeiten:
Über die linke Box können Sie zum vorhergehenden, bzw. nachfolgenden Artikel in diesem Bereich navigieren.
In der mittleren Box können Sie diesen Artikel bewerten.
In der rechten Box kommen Sie zu einer Druckversion dieses Artikels, Sie können den Link dieses Artikels an einen E-Mail-Empfänger verschicken und Sie können diesen Artikel auf einen Merkzettel legen, um ihn leichter wiederzufinden.

Hilfe: Generell zu dieser Seite

Bei NETZGUT finden Sie Nachrichten aus dem Netz.
Zu der Nachricht Ihres Interesses können Sie auf drei Wegen gelangen:

Im Archiv sind die Nachrichten nach Bereichen getrennt.
Unter Themen finden Sie Nachrichten bereichsübergreifend zu einem bestimmten Thema.
Über die Schlagworte gelangen Sie zu den Artikeln, denen eben jene Schlagworte zugeordnet wurden. Auch diese Einordnung ist bereichsübergreifend.

Übrigens: Der Hilfe-Button gibt Ihnen zu jeder Seite die passenden Informationen.

Ruhr-Universität Bochum, 19.01.07

Die Heimat ist die Fremde: RUBIN "Globaler Wandel" über Literatur und Vielsprachigkeit

Wenn der Wechsel verschiedener Sprachen und Lebensformen den Lebenslauf bestimmt, dann schlägt sich das auch in der Literatur nieder: Romane und Erzählungen spiegeln kulturelle Differenzen oder lösen das Konzept stabiler nationaler und kultureller Identitäten auf. "Der Literaturbegriff lässt Grenzziehungen hinter sich", so Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans. Sie erforscht Texte - Romane, Gedichte, dramatische Texte - die sich zwischen den Sprachen bewegen und beschreibt das gewandelte Verständnis von "deutscher" Literatur im aktuellen RUBIN.

Bochum, 19.01.2007
Nr. 29

Die Heimat ist die Fremde
Gemischtsprachig bis vielstimmig
RUBIN "Globaler Wandel" über Literatur und Vielsprachigkeit

Wenn der Wechsel verschiedener Sprachen und Lebensformen den Lebenslauf bestimmt, dann schlägt sich das auch in der Literatur nieder: Romane und Erzählungen spiegeln kulturelle Differenzen oder lösen das Konzept stabiler nationaler und kultureller Identitäten auf. "Der Literaturbegriff lässt Grenzziehungen hinter sich", so Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Fakultät für Philologie). Sie erforscht Texte - Romane, Gedichte, dramatische Texte - die sich zwischen den Sprachen bewegen und beschreibt das gewandelte Verständnis von "deutscher" Literatur im aktuellen RUBIN.


RUBIN "Globaler Wandel" im Internet

Den gesamten Beitrag mit Bildern finden Sie im Internet unter
http://www.rub.de/rubin

Bilinguales Schreiben als Brückenschlag

"Wenn ich nur wüsste, in welchem Moment ich meine Mutterzunge verloren habe", wundert sich die Erzählerin in Emine Sevgi Özdamars Roman "Mutterzunge". Die türkischen Sprachelemente bilden "Fremdkörper" innerhalb des deutschen Romans und weisen darauf hin, dass persönliche Identität nicht in einem stabilen kulturellen Raum verortet sein kann, wenn ein Lebenslauf durch den Wechsel zwischen mehreren Sprachen und Lebensformen geprägt ist. Unterscheidet Özdamar noch zwischen Heimat und Fremde, so heben die Texte anderer Autoren diese Differenzierung ganz auf im Sinne von: Die Heimat ist die Fremde ist die fremde Heimat (Zaimoglu). Bilinguales Schreiben wird zum Brückenschlag.

Von Kunstsprache bis Kettengedicht

Nicht nur die Migrantenliteratur bedient sich zunehmend fremdsprachiger Elemente. Die Geschichte der Sprachen Europas ist ein bis in die Gegenwart andauernder Prozess. Daran erinnert etwa die Kunstsprache "Krimgotisch" des Dichters Oskar Pastior, die sich aus Sprachelementen verschiedener Provenienz zusammensetzt. Dass gemischtsprachige Dichtung zudem noch "mehrstimmig" sein kann, zeigt sich, wenn diese statt von einzelnen Schriftstellern von ganzen Autorenkollektiven verfasst wird. Beispiele dafür sind etwa eine progredierende Verfremdung des Hölderlin Gedichts "Am Quell der Donau" oder ein von vier Autoren unterschiedlicher Nationalität verfasstes Renshi-Gedicht, eine relativ junge Kettengedicht-Gattung.

Forschungsprofil: "Global Change"

Die Sonderausgabe stellt Forschungsprojekte aus verschiedenen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereichen vor, die die Auswirkungen der Globalisierung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. "Global Change" ist ein Forschungsschwerpunkt der Ruhr-Universität. RUBIN "Globaler Wandel" erscheint zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die gemeinsam mit "Wissenschaft im Dialog" und vielfältigen Partnern aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft durchgeführt wird.

Themen in RUBIN "Globaler Wandel"

In der Sonderausgabe RUBIN Globaler Wandel finden Sie folgende Themen: Transnationalism im Film: Von wegen "kalter Kaffee"; Von den Anstrengungen des staatlichen Gewaltmonopols: Recht und Gewalt; Katholizismus von außen betrachtet: Hinter dem europäischen Horizont; Geschlechtergleichheit und Globalisierung: "Frauenfrühling" oder modernisierte Ungleichheit?; Globaler Wandel und das Entstehen transnationaler Migration: Zwischen den Welten zu Hause; Die Rolle der Medien im "Globalen Anti-Terror-Krieg": Verändern die Medien das Völkerrecht?; Literatur und Vielsprachigkeit: Die Heimat ist die Fremde; Globalisierung der Finanzmärkte: Wer liest schon die Bilanzen?; "Lokale Agenda 21" im Nord-Süd- und Ost-West-Vergleich: Weg frei fürs Ehrenamt; Die Gelehrtennetzwerke des Murtada al-Zabidi: "Global Player" des 18. Jahrhunderts. RUBIN "Globaler Wandel" ist für 5 Euro in der Pressestelle der Ruhr-Universität erhältlich, Tel. 0234/32-22830, und steht im Internet unter
http://www.rub.de/rubin

Weitere Informationen

Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Fakultät für Philologie der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/32-22564, E-Mail: monika.schmitz-emans@ruhr-uni-bochum.de


Dr. Josef König, Ruhr-Universität Bochum
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

Weitere Artikel in diesem BereichBewerten Sie diesen ArtikelToolbox
Wie der Körper unser Denken beeinflusst 
 eCoach optimiert den Erfolg beim E-Learning