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Julius-Maximilians-Universität Würzburg, 27.07.04

Gesundheitsverhalten von Reha-Patienten könnte besser sein

Für ihre Studien mit Reha-Patienten in Bad Kissingen wurden zwei Arbeitsgruppen der Uni Würzburg ausgezeichnet. Die aus dem Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie stammenden Wissenschaftler erhielten jeweils Förderpreise aus dem "Boxberger-Preis Bad Kissingen".

Eine Arbeitsgruppe untersuchte die Motivation von chronisch kranken Patienten, sich im Verlauf der stationären Rehabilitation neue Verhaltensweisen anzueignen und langfristig beizubehalten. Dabei ging es um sportliche Aktivitäten, gesunde Ernährung und Entspannungstechniken. In die Fragebogen-Studie waren vorwiegend Rückenschmerzpatienten und Diabetiker einbezogen, in geringerem Umfang auch Herz-Kreislaufkranke.

Eine Vorauswertung mit rund 150 Probanden ergab, dass sich nur wenige Patienten beim Antritt der Reha dauerhaft gesundheitsbewusst verhalten. Weit über 80 Prozent hatten zum Beispiel nicht die Absicht, ihre Ernährung zu ändern, oder spielten höchstens gerade einmal mit dem Gedanken. Besser sieht es bei der Motivation zur körperlichen Aktivität aus: Hier hegte fast die Hälfte die Absicht, aktiv zu werden oder bereitete sich sogar schon konkret darauf vor.


Durchgeführt wurde diese Studie von Andrea Reusch, Veronika Ströbl, Susanne Frank, Monika Reuss-Borst und Heiner Ellgring. Mittlerweile haben die Forscher insgesamt 1.200 Patienten aus drei Reha-Kliniken in Bad Kissingen befragt, wobei sich der zunächst festgestellte Trend bestätigte. In dieser Studie wird darüber hinaus ein fünfstündiges Programm zur Gesundheitsbildung hinsichtlich seiner motivationsfördernden Wirkung überprüft. Das Projekt läuft im Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbund Bayern (RFB), der an der Uni Würzburg angesiedelt ist. Die eingereichte Arbeit wurde von der Boxberger-Stiftung mit einem Förderpreis in Höhe von 3.000 Euro ausgezeichnet.

Die zweite, mit 2.000 Euro preisgekrönte Arbeitsgruppe besteht aus Heiner Vogel, Andrea Benecke, Rudolf Herrmann und Ekke Haupt und ist ebenfalls im RFB tätig. Diese Wissenschaftler untersuchten die Rehabilitationserwartungen und -ziele von über 1.000 Diabetikern. Sie befragten jeden Patienten vier Mal: Bei der Aufnahme in die Klinik, bei der Entlassung, dann noch einmal nach sechs und zwölf Monaten.

Dabei zeigte sich, dass die Reha-Erwartungen der Patienten mit den Ergebnissen der Rehabilitationsmaßnahmen in Zusammenhang stehen: Hegten die Patienten keine großen Erwartungen, so blieb auch der Reha-Erfolg gering und umgekehrt. Diese Studie habe gezeigt, so der Mediziner Klaus Schmidt von der Uni Gießen in seiner Laudatio, dass man anhand der Erwartungen der Patienten den Erfolg der Reha richtiggehend vorhersagen kann.

Der "Boxberger-Preis Bad Kissingen" wird gemeinsam von der Kurstadt und der Boxberger-Stiftung vergeben. Er kommt für Arbeiten in Frage, welche die Kurmittel Bad Kissingens (wie Heilwasser und Moor) oder Formen der Kur und die medizinische Rehabilitation vor Ort erforschen. Der Name des Preises geht auf Georg Anton Boxberger zurück, der 1711 die erste Apotheke in Kissingen gründete und dort zusammen mit Balthasar Neumann die Rakoczyquelle wiederentdeckte.

Weitere Informationen über die Forschungsarbeiten:
Andrea Reusch, T (0931) 31-2077, Fax (0931) 31-2078,
a.reusch@mail.uni-wuerzburg.de

Heiner Vogel, T (0931) 31-2718, Fax (0931) 888-7117,
h.vogel@mail.uni-wuerzburg.de


Robert Emmerich, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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