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Universität Wuppertal, 26.02.04

Die Geschichte der EU im Zeitraffer

Im Jahr der erweiterten Europawahl hat der Wuppertaler Historiker Prof. Knipping ein Buch über die EU-Geschichte vorgelegt: Rom, 25. März 1957 - Die Einigung Europas.

Der Wuppertaler Historiker Prof. Dr. Franz Knipping hat mit einer Neuerscheinung eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Geschichte der europäischen Einigung vorgelegt - in deutscher Sprache ein Novum.

Die Bedeutung einer historischen Darstellung der europäischen Einigung besteht darin, dass sie den Erfahrungsschatz der Vergangenheit für die Gegenwart bereitstellt und in ihr verwirrendes Erscheinungsbild von heute Verstehen bringt. War schon seit Jahrhunderten die Realität des Raumes Europa gedacht, so wurde doch erst der 2. Weltkrieg mit seinen Nachwirkungen zum "Vater der Tat": An einem engeren Zusammenrücken der westeuropäischen Nationalstaaten führte kein Weg mehr vorbei.


Der Startschuss zur Supranationalität fiel mit dem Schuman-Plan vom 9. Mai 1950, der die Gründung der Montanunion einleitete. Den endgültigen Durchbruch zur Europäischen Integration brachten die Römischen Verträge: Am 25. März 1957 unter-zeichneten die Regierungschefs und Außenminister Belgiens, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs und der Niederlande die Römischen Verträge, mit denen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und eine Europäische Atomgemeinschaft entstanden. Seitdem hat die EG, seit 1993 EU, immer breitere Politik- und Lebensbereiche in den Mitgliedstaaten erfasst, freilich nicht ohne größere Krisen.

Seit 1989/90 sind auch die östlichen Teile des "Europäischen Hauses" begehbar geworden. Einen roten Faden der Integrationsgeschichte bildet die Auseinandersetzung über den Primat föderaler oder konföderaler Lösungen. Das Buch zeichnet - im Jahr der erweiterten Europawahl! - die wesentlichen Etappen der Einigungsgeschichte bis 2003 nach, auch mit vielen überraschenden Details und mit Blicken ins nächste Jahrzehnt. Prof. Dr. Knipping: "Die europäische Einigung gehört zu den positivsten und konstruktivsten Entwicklungen, die das an Gewalttätigkeiten überreiche 20. Jahrhundert hervorgebracht hat: Krieg in Europa ist nicht mehr denkbar."

Prof. Dr. Knippings Buch ist Teil der renommierten Reihe "20 Tage im 20. Jahrhundert" des Deutschen Taschenbuch-Verlages (dtv), die bereits Grundlage einer 20teiligen ARD-Serie war, an der der Wuppertaler Historiker als Berater mitwirkte. Die dtv-Reihe ist auch in Übersetzungen erschienen. Prof. Dr. Knipping (59) lehrte in Tübingen und wurde 1994 für Neuere und Neueste Geschichte an die Universität Wuppertal berufen; er hat außerdem eine Jean Monnet-Professur der EU inne.

(Franz Knipping: Rom, 25. März 1957 - Die Einigung Europas, Reihe 20 Tage im 20. Jahrhundert, Deutscher Taschenbuch-Verlag dtv 30609, Originalausgabe, 368 S., 15 Euro.)

Kontakt:
Prof. Dr. Franz Knipping,
Fachbereich A, Geistes- und Kulturwissenschaften
Telefon 0202439-2422, -2424, Fax -3851
E-Mail fknipp@uni-wuppertal.de

Weitere Informationen:


Michael Kroemer, Universität Wuppertal
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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