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Universität Dortmund, 27.03.03

Fast alle setzen auf neue Medien in Schule und Unterricht

Mädchen und Jungen haben großes Interesse am Computer und Medienkompetenz wird zunehmend wichtiger. Entsprechend wird die Integration neuer Medien in Schule und Unterricht immer bedeutender. Eltern, Schulen und ihre Träger in Nordrhein-Westfalen bemühen sich darum, neue Medien in Schule und Unterricht zu verankern. Das zeigen erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Erhebung des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Universität Dortmund.

In einem zweijährigen Projekt soll das Institut wissenschaftliche Daten an sämtlichen schulischen Bildungsgängen in NRW sammeln. Beauftragt wurde das ISF von der e-nitiative.nrw - Netzwerk für Bildung, der Initiative der Landesregierung und der kommunalen Spitzenverbände in NRW zur Förderung des Lernens mit neuen Medien.

Die im September 2001 gestartete Begleiterhebung der "e-nitiative.nrw - Netzwerk für Bildung" beinhaltet unter anderem eine zweimalige zeitlich versetzte Befragung an Schulen aller Schulformen in NRW und bezieht dabei Schulträger, Schulleiterinnen und -leiter, Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler ein. Ziel des Projektes ist die Erfassung von Ist- und Soll-Zuständen im Arbeitsfeld "neue Medien im Unterricht". Mit den Erkenntnissen möchte die e-nitiative.nrw im Sinne eines Controlling Hinweise erhalten, inwieweit ihre Arbeit die gesetzten Ziele erreicht und wo sie weitere Schwerpunkte setzen muss.


Erste Ergebnisse

Das IFS befragte im Schuljahr 2001/02 Schulleiter, Lehrkräfte, Eltern, Schulträger und Schüler aller nordrhein-westfälischen Bildungsgänge. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor:

Bezogen auf die Lehrkräfte zeigen die Ergebnisse, dass die Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen sind, sich fortbilden und Computer und Internet im Unterricht einsetzen.

Schulen und Schulträger unternehmen große Anstrengungen, um die neuen Medien in der Schule zu etablieren. Der Grad der Ausstattung der Schulen ist noch nicht ausreichend, aber mit einem Schüler-Computer-Verhältnis von 18:1 schon bemerkenswert hoch, so das Urteil des IFS.

85 Prozent der befragten Schulen verfügen über ein Medienkonzept oder haben es in Arbeit. Die Hälfte der Schulträger hat bereits einen kommunalen Medienentwicklungsplan in Planung, in Arbeit oder bereits fertiggestellt.

Über die Hälfte der Schulträger jeder Stadtgröße gab an, zusätzliche Gelder für den Einsatz neuer Medien im Unterricht aufgewendet zu haben, über die Gelder aus dem Gemeindefi-nanzierungsgesetz (GFG) und die e-nitiative.nrw-Mittel hinaus. Die technischen Voraussetzungen für den Einsatz neuer Medien sind damit vielerorts vorhanden.

Unterricht mit neuen Medien findet in vielen Schulen in NRW statt. Vor allem in den Grundschulen, in denen zumeist Medienecken in den Klassenräumen eingerichtet sind, ist der Computer in erstaunlich hohem Maße im Unterricht verankert. In den weiterführenden Schulen, die zu einem großen Teil über Computerräume verfügen, findet dies keine lineare Fortsetzung.

Allgemein beurteilen die Lehrerinnen und Lehrer die Wirkung neuer Medien positiv und stellen eine Veränderung des Unterrichts fest, was auch vonseiten der Schülerinnen und Schüler bestätigt wird.

Schülerinnen und Schüler wie auch die Eltern sind sehr am Unterricht mit neuen Medien interessiert.

Der überwiegende Teil der befragten Schülerinnen und Schüler erlebt den Unterricht mit neuen Medien positiv. So geben sie an, der Unterricht mache mehr Spaß, sei spannender und sie gäben sich mehr Mühe.

Überwiegend hielten die befragten Eltern es für wichtig, dass ihren Kindern in der Schule Wissen über neue Medien vermittelt wird und waren der Auffassung, dass sich die Investition lohne und es zur Allgemeinbildung gehöre.

Der Stand der privaten Computerausstattung weist darauf hin, dass der Stellenwert von neuen Medien in den privaten Haushalten sehr hoch ist. Nicht nur die Schulen sind für Kinder und Jugendliche Ort des Umgangs mit neuen Medien. Die Möglichkeit des privaten Zugangs zu Computer und Internet ist dabei nicht für alle gleichermaßen gegeben.

Erhebung bestätigt PISA-Studie

Die Erhebung bestätigt das Ergebnis der PISA-Studie, wonach ein enger Zusammenhang besteht zwischen dem Bildungsniveau der Eltern und dem angestrebten Schulabschluss der Kinder. Kinder aus bildungsfernen Schichten haben weniger Zugang zu PC und Internet - nicht nur zu Hause, auch in der Schule.

Nach den Ergebnissen der Befragung hängt zudem die besuchte Schulform des Kindes eng mit dem Schulabschluss der Eltern zusammen. Die Möglichkeit der privaten Nutzung neuer Medien ist nicht für alle gleichermaßen gegeben.

Auch im Schulunterricht gibt es ungleiche Zugangsmöglichkeiten: So setzt die Hälfte der befragten Lehrkräfte an Hauptschulen keinen Computer im Unterricht ein (Gymnasien: 22,6 Prozent), nur 10 Prozent geben an, den Computer für den Unterrichtseinsatz mehrmals pro Woche zu nutzen. Dabei fällt die Hauptschule mit diesen extremen Werten aus dem Feld der anderen weiterführenden Schulen heraus.

Die e-nitiative.nrw unterstützt den Prozess der Verankerung neuer Medien im Unterricht. Ihre lokale Unterstützungsstruktur, die e-teams.nrw, leisten nach Aussage der Schulleitungen und Schulträger eine wirksame Arbeit.
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Ausführliche Informationen:
Dr. Ernst Rösner, Heidrun Bräuer und Antje Riegas, IFS, Ruf: 0231-7555501, 0231-7555503 oder 0231-7555517,
Internet: www.ifs.uni-dortmund.de
und www.e-nitiative.nrw.de/evaluation.php


Ole Lünnemann, Universität Dortmund
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, http://www.idw-online.de

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